Schimmel in der Küche entsteht fast immer dort, wo Feuchtigkeit lange stehen bleibt und die Luft schlecht zirkuliert. Beim Kochen, Spülen und Auftauen entsteht viel Wasserdampf. Er schlägt sich an kühlen Flächen als Kondenswasser nieder. Auf Dauer reicht das für Schimmelpilze. Sie vermehren sich in Wohnungen stark und belasten die Gesundheit, wenn ihre Sporen in großer Menge eingeatmet werden.

An den sechs typischen Problemstellen verhindern feste Gewohnheiten den Befall.

Die sechs Problemstellen

Die meisten Küchen haben dieselben Schwachpunkte. Wenn Sie diese Stellen kennen und regelmäßig kontrollieren, müssen Sie später keine Schimmelflecken mühsam entfernen.

  • Spüle und Abfluss: Hier bleibt nach dem Abwasch ständig Wasser liegen, und in den Dichtungen sammeln sich Speisereste.
  • Kühlschrank: Die Türdichtung und der Ablauf im Innenraum sind feucht und dunkel, ein idealer Ort für Schimmel.
  • Dunstabzugshaube: Fett und Kondenswasser setzen sich im Filter und an den Rändern ab.
  • Fenster und Silikonfugen: Beim Kochen schlägt sich Wasserdampf an der Scheibe nieder, das Silikon wird porös und saugt sich voll.
  • Arbeitsplatte an der Wand: Die hintere Kante zur Wandfuge ist ein klassischer Ort für Feuchtigkeit, die nie richtig abtrocknet.
  • Mülleimer und Unterschrank: Organische Abfälle geben Feuchtigkeit ab, und in geschlossenen Schränken staut sich die Luft.

Warum die Küche anfällig für Schimmel ist

Die Küche erzeugt mehr Feuchtigkeit als die meisten anderen Räume. Beim Kochen entsteht Wasserdampf, der ohne Abzug direkt in die Raumluft geht. Hinzu kommt das Spülen von Geschirr, das Abtrocknen von nassen Lappen und das Auftauen von Tiefkühlkost. Die warme, feuchte Luft kondensiert zu Wasser, wenn sie auf eine kühle Wand, ein Fenster oder eine Fliese trifft. Schimmelpilze brauchen genau das: Feuchtigkeit, Wärme und einen Nährboden aus Staub, Fett oder Holz. Deshalb gedeihen sie in der Küche, wenn Sie nicht gegensteuern.

Ein häufiger Fehler liegt schon in der Planung. Eine Küche ohne funktionierende Dunstabzugshaube, mit unbelüfteten Ecken oder mit Materialien, die Feuchtigkeit aufsaugen, begünstigt Schimmel von Anfang an. Wenn Sie in einer Mietwohnung wohnen und die Küche nicht selbst planen, können Sie trotzdem viel erreichen: Lüften und heizen Sie regelmäßig.

Stoßlüften und Heizen

Die wichtigste vorbeugende Maßnahme ist das Stoßlüften. Öffnen Sie die Fenster mehrmals täglich für fünf bis zehn Minuten vollständig, am besten direkt nach dem Kochen und nach dem Spülen. So tauschen Sie die feuchte Raumluft gegen frische Außenluft und verhindern, dass sich Kondenswasser an die Wände setzt. Wichtig ist, dass Sie die Fenster wirklich ganz öffnen und nicht nur kippen. Beim Kippen kühlt die Wand aus und die Luft bleibt feucht.

Halten Sie die Küche warm. Schimmelpilze gedeihen am besten in kühlen, feuchten Räumen. Deshalb sollte die Küche auch nachts nicht stark auskühlen. Wenn Sie längere Zeit nicht kochen, reicht die Grundwärme der Wohnung meist aus. Wenn Sie in einer Küche mit schlechter Heizung wohnen, halten Sie die Tür zum Wohnraum offen, damit die Wärme zirkulieren kann.

Die sechs Stellen gezielt behandeln

Spüle und Dichtungen trocken halten

Nach dem Spülen wischen Sie die Spüle trocken, nicht nur das sichtbare Wasser, sondern auch die Dichtungen am Rand. Speisereste im Abfluss sind Futter für Schimmel. Spülen Sie den Abfluss daher regelmäßig mit heißem Wasser durch. Ein feuchter Lappen, der in der Spüle liegen bleibt, ist ein klassischer Fehler. Er gibt über Stunden Feuchtigkeit an die Luft ab. Wringen Sie ihn nach Gebrauch aus und hängen Sie ihn auf.

Kühlschrank kontrollieren

Die Türdichtung des Kühlschranks kommt beim Öffnen und Schließen ständig mit warmer Luft und Feuchtigkeit in Kontakt. Wischen Sie die Dichtung regelmäßig mit einem trockenen Tuch ab und prüfen Sie, ob sie noch dicht schließt. Im Innenraum sammelt sich an der Rückwand oft Kondenswasser, das über den Ablauf abfließt. Wenn dieser Ablauf verstopft, bleibt das Wasser stehen und der Schimmel hat ein leichtes Spiel. Reinigen Sie den Ablauf mit einem dünnen Draht oder einem Pfeifenreiniger und spülen Sie ihn mit klarem Wasser durch.

Dunstabzugshaube und Filter

Die Dunstabzugshaube saugt Fett und Wasserdampf an. Diese Mischung setzt sich im Filter ab. Der Fettfilter sollte je nach Nutzung alle paar Wochen gereinigt werden, am besten in der Spülmaschine oder mit warmem Wasser und Spülmittel. Wischen Sie auch die Unterseite der Haube und die sichtbaren Flächen ab. Dort bleibt Feuchtigkeit stehen, wenn die Haube nach dem Kochen nicht mehr läuft.

Fenster und Silikonfugen

Beim Kochen schlägt sich der Wasserdampf an der Fensterscheibe nieder. Wischen Sie das Kondenswasser nach dem Kochen ab und lüften Sie anschließend. Silikonfugen an Fenster und Arbeitsplatte werden mit der Zeit porös und saugen sich dann mit Wasser voll. Prüfen Sie die Fugen regelmäßig auf Risse und dunkle Flecken. Wenn sich Schimmel in der Fuge festgesetzt hat, hilft oft nur, die Fuge zu erneuern. Silikon lässt sich nicht dauerhaft von Schimmel befreien.

Arbeitsplatte an der Wand

An der hinteren Kante der Arbeitsplatte zur Wand bleibt beim Kochen und Abwaschen immer wieder Feuchtigkeit liegen. Wischen Sie diese Kante nach jedem Kochen ab, auch wenn Sie sie nicht direkt sehen. Wenn die Arbeitsplatte an der Wand nicht dicht abschließt, kann Wasser in den Spalt laufen und dort bleiben. Kontrollieren Sie diese Fuge regelmäßig. Schimmel, der sich dort bildet, wächst schnell in die Wand hinein.

Mülleimer und Unterschrank

Der Mülleimer gibt Feuchtigkeit und Gerüche ab, besonders wenn er unter der Spüle steht. Leeren Sie ihn regelmäßig und wischen Sie den Innenraum aus, wenn etwas ausgelaufen ist. Der Unterschrank unter der Spüle ist anfällig, weil dort Rohre verlaufen und sich Kondenswasser bilden kann. Kontrollieren Sie den Schrank gelegentlich auf feuchte Stellen. Lassen Sie die Schranktür nach dem Spülen eine Zeit lang offen, damit die Luft zirkulieren kann.

Was Sie bei sichtbarem Schimmel tun sollten

Wenn Sie Schimmel entdecken, überstreichen oder überwischen Sie die Stelle nicht einfach. Kleine Flächen auf glatten Oberflächen wie Fugen oder Fliesen können Sie mit einem handelsüblichen Schimmelentferner behandeln. Beachten Sie dabei die Anweisung auf der Flasche. Bei größeren Flächen, besonders an Wänden, müssen Sie zuerst die Ursache beheben. Kommt die Feuchtigkeit aus der Wand oder einem Bauschaden, lässt sich der Schimmel nicht dauerhaft mit einem Reiniger beseitigen. Informieren Sie in einer Mietwohnung den Vermieter.