Konserven und Trockennahrung sind die zwei Grundformen des Notvorrats. Beide halten ohne Kühlschrank lange. Sie unterscheiden sich aber bei Gewicht, Kochen und Wasserbedarf. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) empfiehlt einen Vorrat. Auch in Deutschland können Stürme, Stromausfälle oder Lieferengpässe den Einkauf vorübergehend erschweren. Die Wahl hängt nicht von der Haltbarkeit ab, sondern davon, ob Sie kochen können, wie viel Platz Sie haben und was Sie essen. Ein guter Vorrat mischt beide Formen.

Was der Notvorrat leisten soll

Ein Notvorrat hilft auch in alltäglichen Situationen. Eine Grippe, die Sie ans Bett fesselt, ein Wintersturm, der Straßen unpassierbar macht, ein Hochwasser, das den Weg zum Supermarkt blockiert, oder ein Lieferengpass, der die Regale leer lässt: In solchen Momenten ist es beruhigend, wenn der Schrank gefüllt ist. Das BBK sagt: Die Lebensmittelversorgung in Deutschland ist zuverlässig, aber kurzfristige Engpässe sind möglich. Der Vorrat muss keine monatelange Selbstversorgung ermöglichen. Er soll überbrücken, bis wieder eingekauft werden kann.

Die einfachste Strategie: Kaufen Sie Lebensmittel, die Sie auch sonst regelmäßig essen, in größeren Mengen, und verbrauchen Sie den Vorrat im Alltag. Was nach ein paar Monaten verbraucht ist, wird beim nächsten Einkauf ersetzt. So bleibt der Vorrat frisch, und nichts landet ungenutzt im Müll.

Konserven und Trockennahrung im Vergleich

Warum Konserven sich lohnen

Konserven haben einen praktischen Vorteil: Der Inhalt ist fertig. Bohnen, Linsen, Fisch, Gemüse oder fertige Eintöpfe können Sie direkt aus der Dose essen, notfalls kalt. Weil die Lebensmittel in Flüssigkeit eingelegt sind, decken sie einen Teil des Trinkwasserbedarfs ab. Das ist bei einem Stromausfall wertvoll. Bei einem größeren Ausfall kann auch das Leitungswasser ausfallen, weil die Pumpen ohne Strom nicht arbeiten.

Dafür sind Konserven schwer und sperrig. Wer wenig Platz hat oder den Vorrat im Notfall tragen muss, spürt das schnell. Achten Sie beim Kauf auf Dosen mit leicht zu öffnenden Deckeln oder halten Sie einen Dosenöffner griffbereit. Angebrochene Konserven gehören in den Kühlschrank und sollten innerhalb weniger Tage verbraucht werden.

Warum Trockennahrung sich lohnt

Reis, Nudeln, Haferflocken, Linsen und Mehl sind die Klassiker unter den Trockenvorräten. Sie sind günstig, leicht und lagern bei trockener, kühler Aufbewahrung oft jahrelang. Das Mindesthaltbarkeitsdatum ist dabei nur ein Anhaltspunkt: Viele trockene Lebensmittel sind auch danach noch genießbar, solange sie nicht feucht geworden sind oder unangenehm riechen.

Der Haken ist die Zubereitung. Trockene Lebensmittel brauchen Wasser und Hitze, und beides ist im Ernstfall nicht selbstverständlich. Prüfen Sie vorher, ob Ihr Kocher für den Innenbereich geeignet ist. Manche Geräte, auch aus fertigen Notfallpaketen, sind für die Wohnung nicht gedacht und verlangen Erfahrung. Wenn Sie auf Trockennahrung setzen, planen Sie das zusätzliche Wasser fürs Kochen ein.

Wasserbedarf einplanen

Der Unterschied zwischen Konserven und Trockennahrung zeigt sich am deutlichsten beim Wasser. Konserven bringen ihre Flüssigkeit mit, Trockennahrung nicht. Wer überwiegend Reis, Nudeln und Haferflocken einlagert, braucht pro Tag deutlich mehr Trink- und Kochwasser als jemand, der auf Eintöpfe und Gemüsekonserven setzt. Deshalb gehört zu jedem Notvorrat auch ein Getränkevorrat aus Mineralwasser und haltbaren Säften.

Eine einfache Regel: Je mehr Trockennahrung Sie einlagern, desto großzügiger muss der Wasservorrat ausfallen. Rechnen Sie das Kochwasser bei der Menge mit ein. Wenn Sie unsicher sind, wie viel Wasser Ihre Familie trinkt, messen Sie eine Woche lang den Verbrauch für Trinken und Kochen und lagern Sie diesen Bedarf für mehrere Tage ein.

Fertige Notfallpakete oder eigener Vorrat?

Fertige Notfallpakete wirken bequem, weil sie alles in einem Karton liefern. Eine Marktprüfung der Verbraucherzentrale Sachsen vom Februar 2025 zeigt jedoch: Die meisten Pakete sind überteuert und schlecht durchdacht. Viele decken den Energie- und Nährstoffbedarf eines Erwachsenen nicht, besonders die vegetarischen und veganen Varianten. Dazu kommen Kocher, die für die Wohnung ungeeignet sind und Erfahrung verlangen.

Ein eigener Vorrat aus dem Supermarkt kostet weniger und lässt sich genau an Ihre Bedürfnisse anpassen. Kaufen Sie haltbare Lebensmittel in größeren Mengen, wenn sie im Angebot sind. So vermeiden Sie, dass im Regal Produkte stehen, die niemand in der Familie mag und die nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums entsorgt werden.

Notvorrat persönlich anpassen

Offizielle Empfehlungen sagen: Ein Vorrat muss zur persönlichen Situation passen. Wer Medikamente braucht, legt einen kleinen Vorrat davon an und prüft regelmäßig das Verfallsdatum. Familien mit Kindern oder älteren Angehörigen brauchen andere Mengen und andere Lebensmittel als ein Single-Haushalt. Auch Haustiere wollen versorgt sein.

Wer sich vegetarisch oder vegan ernährt, findet in Linsen, Kichererbsen, Nüssen und Haferflocken eine gute Basis. Achten Sie dabei auf genug Eiweiß und Kalorien. Gerade die vegetarischen und veganen Fertigpakete schneiden in der Marktprüfung der Verbraucherzentrale schlecht ab. Auch Allergien spielen eine Rolle: Ersetzen Sie problematische Zutaten durch Alternativen, die Sie vertragen.