Dunkle Flecken oder weiße Beläge an Badfugen: Ist das Schimmel oder nur Kalk? Die Antwort entscheidet, ob Sie putzen, schrubben oder die Fugen erneuern müssen. Silikonfugen an Dusche, Badewanne und Waschbecken verhindern, dass Wasser und Wasserdampf unter Fliesen und Möbel gelangen. Dort sammeln sich Feuchtigkeit, Seifenreste und Schmutz. Daraus entstehen die typischen Schadensbilder. Schimmel, Kalk und verfärbtes Silikon erkennen Sie am Aussehen, an der Oberfläche und am Verlauf.

Warum Silikonfugen anfällig sind

Silikon speichert Feuchtigkeit und trocknet langsam. In einer Dusche, die täglich genutzt wird, bleibt die Fuge daher oft über Stunden feucht. Seifenreste, Schmutz und Kalkablagerungen setzen sich auf der Oberfläche fest und liefern Schimmelpilzen Nährstoffe. Deshalb reicht es nicht, nur die Fliesen zu wischen. Die Fugen selbst müssen Sie regelmäßig reinigen und kontrollieren. Bleibt das aus, verfärbt sich das Silikon und bietet Pilzen einen dauerhaften Nährboden.

Schimmel erkennen

Schimmel an Silikonfugen zeigt sich als schwarze, graue oder grünlich dunkle Flecken, die häufig in Ecken und an Stellen beginnen, an denen Wasser stehen bleibt. Die Flecken wachsen mit der Zeit und breiten sich entlang der Fuge aus. Bei stärkerem Befall riecht die Fuge muffig. Schimmel ist nicht nur ein optisches Problem: Er kann die Atemwege reizen und stellt besonders für empfindliche Personen ein Risiko dar. Dunkle, wachsende Flecken sollten Sie deshalb nicht nur wegwischen, sondern die betroffene Fuge gründlich behandeln oder erneuern.

Kalk erkennen

Kalk entsteht, wenn hartes Wasser an der Fuge antrocknet. Die Mineralien bleiben zurück. Die Ablagerung ist weiß bis grauweiß, fühlt sich rau und hart an und sitzt vor allem dort, wo Wasser hinspritzt und wieder trocknet, etwa an der Wand unter dem Wasserhahn oder am Übergang zur Badewanne. Kalk ist keine Verfärbung des Silikons, sondern eine Schicht auf der Oberfläche. Sie lässt sich mit dem Fingernagel anritzen und verschwindet, wenn Sie die Stelle mit einem säurehaltigen Reiniger behandeln. Kalkreste und Seifenreste liefern Pilzen Nährstoffe. Wer den Kalk regelmäßig entfernt, nimmt dem Schimmel die Grundlage.

Verfärbtes Silikon erkennen

Nicht jede dunkle oder gelbliche Stelle ist Schimmel. Silikon altert mit der Zeit. Es verliert seine Elastizität, wird brüchig und verfärbt sich gelblich oder bräunlich, besonders in der Nähe von Wärme oder starkem Licht. Anders als Schimmel wächst diese Verfärbung nicht. Sie bleibt an derselben Stelle und behält ihre Form. Anders als Kalk sitzt sie nicht als Schicht auf der Oberfläche, sondern ist in das Material selbst eingezogen. Ein Test hilft: Wischen Sie mit einem feuchten Tuch über die Stelle. Lässt sich der Belag abwischen, handelt es sich um Schmutz oder Kalk. Bleibt die Verfärbung, ist entweder das Silikon gealtert oder der Schimmel hat bereits in das Material eingedrungen. Gelbliche oder schwarze Fugen wirken unappetitlich und deuten auf mangelnde Hygiene hin. Sie fördern zudem neues Schimmelwachstum, weil sich in dem porösen, gealterten Material Feuchtigkeit und Schmutz festsetzen.

Schimmel, Kalk oder altes Silikon?

In einer Duschecke sammelt sich nach jeder Nutzung Wasser. Nach einigen Wochen zeigen sich dort schwarze Punkte, die langsam größer werden. Das ist Schimmel, denn die Stelle bleibt feucht und der Befall breitet sich aus.

Am Waschbecken, direkt unter dem Wasserhahn, bildet sich ein weißer, harter Rand auf der Fuge. Das Wasser spritzt hier ständig hin und trocknet wieder. Die Ablagerung lässt sich anritzen und löst sich mit einem Kalkreiniger. Das ist Kalk. Er ist nicht unmittelbar gesundheitsgefährdend, aber wenn Sie ihn nicht entfernen, wird er zum Nährboden für späteren Schimmel.

Und dann gibt es die alte Fuge in einem selten genutzten Bad, die gelblich geworden ist, obwohl kaum Feuchtigkeit an sie kommt. Hier ist das Silikon am Ende seiner Lebensdauer. Die Fuge ist nicht mehr dicht und sollte erneuert werden, bevor Feuchtigkeit dahinter gelangt.