Silikonfugen im Bad bekommen mit der Zeit dunkle Flecken, gelbliche Verfärbungen und weiße Krusten. Scheuermittel und scharfe Reiniger schaden der Fuge oft mehr als der Schmutz. Schimmel, Kalk und Schäden am Silikon sind drei verschiedene Ursachen, die jeweils eine eigene Behandlung brauchen.

Schimmel, Kalk oder Verfärbung unterscheiden

Schwarze oder graue Flecken an Silikonfugen sind meist Schimmel. Er entsteht, wo Feuchtigkeit und Wärme zusammenkommen, also genau dort, wo Wasser spritzt und nicht abtrocknet. Schimmel sitzt auf der Oberfläche, dringt aber mit der Zeit in das Silikon ein. Ein feuchtes Tuch wischt die oberflächlichen Sporen weg, die dunklen Flecken bleiben zurück.

Kalk ist eine Ablagerung aus hartem Wasser. Er bildet weiße, graue oder gelbliche Krusten, die sich rau anfühlen. Auf Silikonfugen entsteht meist ein dünner, kreidiger Belag statt einer dicken Kruste. Essig oder Zitronensäure lösen den Kalk auf, dabei blubbert es leicht.

Bei Verfärbungen hat das Silikon selbst seine Farbe verändert. Es wird mit der Zeit gelblich, besonders durch Licht, Wärme oder Tabakrauch. Auch graue Schlieren können vom Material selbst stammen. Kein Reiniger holt die ursprüngliche Farbe zurück.

Ein einfacher Test hilft bei der Unterscheidung: Reiben Sie mit dem Finger über die Stelle. Kalk fühlt sich rau und körnig an. Schimmel lässt sich feucht abwischen, hinterlässt aber Flecken. Eine Verfärbung fühlt sich glatt an, weil sie Teil des Materials ist. Kalk reagiert auf Säure, Schimmel auf Chlor oder Sauerstoffbleiche, eine Verfärbung auf beides nicht.

Sechs Fehler, die Silikonfugen schaden

Alle Fugen gleich behandeln

Silikonfugen sind nicht die einzigen Fugen im Bad. Zwischen Fliesen liegen oft Zementfugen, die porös sind und Flüssigkeiten aufsaugen. Wer dieselben Reiniger und Bürsten für beide Fugenarten verwendet, beschädigt mindestens eine davon. Zementfugen nehmen säurehaltige Reiniger auf und bröseln. Silikonfugen werden von scheuernden Werkzeugen zerkratzt. Entscheiden Sie zuerst, welches Material Sie vor sich haben: glatte, elastische Silikonfugen oder raue, harte Zementfugen. Silikon gibt auf Druck leicht nach, Zement nicht.

Reiniger zu kurz einwirken lassen

Schimmelentferner wirken nicht sofort. Sie brauchen Zeit, um in die Poren und ins Silikon einzudringen. Wer den Reiniger nach einer Minute abspült, entfernt nur die oberflächlichen Sporen. Der Rest bleibt und wächst weiter. Auf der Verpackung steht eine Einwirkzeit. Halten Sie sich daran. Bei hartnäckigem Schimmel hilft es, die Stelle während der Einwirkzeit feucht zu halten, damit der Wirkstoff nicht antrocknet.

Mit scheuernden Schwämmen arbeiten

Scheuerschwämme, Stahlwolle und harte Bürsten sind für Töpfe gedacht, nicht für Silikonfugen. Sie zerkratzen die glatte Oberfläche des Silikons. In den feinen Rillen setzen sich Schmutz und Feuchtigkeit fest, und neuer Schimmel findet dort sofort Halt. Die Fuge sieht nach der Reinigung sauber aus, wird aber schneller wieder schmutzig. Verwenden Sie für Silikon einen weichen Schwamm, ein Mikrofasertuch oder eine weiche Bürste. Wenn sich hartnäckiger Schmutz nicht lösen lässt, ist ein Reiniger mit längerer Einwirkzeit die bessere Wahl als mehr Druck.

Falsche Reinigungsmittel verwenden

Nicht jeder Reiniger verträgt sich mit Silikon. Starke Entkalker auf Säurebasis sind für Armaturen und Fliesen gedacht. Auf Silikon können sie die Oberfläche angreifen, wenn sie zu lange einwirken oder regelmäßig angewendet werden. Die Fuge wird stumpf und rau. Lösemittelhaltige Reiniger können das Silikon aufweichen, sodass es seine Haftung verliert. Chlorhaltige Schimmelentferner sind wirksam, aber aggressiv; spülen Sie sie gründlich ab. Mischen Sie niemals zwei Reiniger: Chlor und Säure ergeben Chlorgas, das die Atemwege reizt. Testen Sie einen neuen Reiniger zuerst an einer unauffälligen Stelle. Wird die Fuge dort stumpf oder rau, lassen Sie das Mittel weg.

Schimmel zu früh neu versiegeln

Viele denken bei schwarzen Fugen sofort an die Silikonspritze. Das ist oft unnötig. Solange die Fuge intakt ist, keine Risse hat und an Fliese und Wanne fest haftet, lässt sich Schimmel in vielen Fällen entfernen. Erst wenn das Silikon rissig, brüchig oder abgelöst ist, muss es raus. Eine intakte Fuge herauszuschneiden kostet Zeit und Geld und riskiert Schäden an den Fliesen. Prüfen Sie zuerst: Drücken Sie mit dem Finger auf die Fuge. Gibt sie elastisch nach und federt zurück, ist sie intakt. Bleibt eine Delle oder löst sie sich vom Rand, muss sie erneuert werden.

Nur oberflächlich reinigen

Viele Reinigungsmethoden entfernen nur das, was auf der Oberfläche sitzt. Der Schmutz in der Fuge bleibt. Das fällt oft nicht sofort auf, weil die Fuge nach dem Abwischen sauber aussieht. Sobald sie trocken ist, kommt der Grauschleier zurück. Arbeiten Sie den Reiniger mit einer weichen Bürste in die Fuge ein, statt nur darüberzuwischen. Für Ecken und schmale Fugen eignen sich Wattestäbchen oder eine alte Zahnbürste mit weichen Borsten.

Silikonfugen richtig reinigen

Reinigen Sie die Fuge in der richtigen Reihenfolge. Waschen Sie sie zuerst mit einem milden Reiniger und einem weichen Schwamm ab, um losen Schmutz zu entfernen. Dann tragen Sie den passenden Reiniger auf: gegen Kalk Essig oder Zitronensäure, gegen Schimmel einen Schimmelentferner auf Sauerstoff- oder Chlorbasis. Lassen Sie das Mittel einwirken, bearbeiten Sie die Fuge mit einer weichen Bürste, spülen Sie gründlich ab und reiben Sie sie trocken. Silikonfugen sollten nach der Reinigung nicht nass bleiben, denn Feuchtigkeit ist die Grundlage für neuen Schimmel. Lüften Sie das Bad nach der Reinigung und halten Sie die Fuge trocken.