Fensterbeschläge – Griff, Scharniere, Dreh- und Kippmechanik, Verriegelungszapfen – bewegen sich bei jedem Öffnen und Schließen. Dabei sammeln sie Staub, Fett und Feuchtigkeit an.
Wenn Sie die Beschläge regelmäßig reinigen und ölen, bleibt die Mechanik gängig. Das schützt vor Korrosion und verhindert, dass Fenster klemmen oder undicht werden. Pro Fenster dauert das nur wenige Minuten mit einfachen Mitteln.
Warum Beschläge Pflege brauchen
Die beweglichen Teile eines Fensterbeschlags reiben bei jeder Benutzung aneinander. Das Werksfett verliert mit der Zeit seine Wirkung: Es wird zäh, nimmt Staub auf und verhärtet sich. Gleichzeitig setzen sich Schmutz und feine Partikel in den Gelenken und Führungen ab. Dadurch wird der Griff schwergängig, das Fenster schließt nicht sauber oder das Scharnier quietscht.
Ohne Pflege verschleißen die Metallteile schneller. Besonders die Verriegelungszapfen und die Gegenstücke im Rahmen müssen sauber bleiben, damit das Fenster dicht schließt und keine Zugluft entsteht. Auch die Beschichtung der Beschläge leidet, wenn Sie aggressive Reinigungsmittel oder falsches Öl verwenden. Wenn Sie die Beschläge regelmäßig pflegen, erhalten Sie ihre Funktion und verlängern die Lebensdauer der gesamten Fenstermechanik.
Das richtige Reinigungsmittel
Zum Reinigen von Fensterbeschlägen nehmen Sie eine milde Seifenlauge aus warmem Wasser und etwas Spülmittel oder Neutralseife. Damit entfernen Sie Staub, Fett und hartnäckige Verschmutzungen von den sichtbaren Teilen, ohne die Oberflächen anzugreifen. Nehmen Sie ein weiches Tuch oder einen weichen Pinsel, um auch in die Ecken und Falze zu kommen.
Vermeiden Sie aggressive Reiniger wie Scheuermittel, chlorhaltige Putzmittel oder säurehaltige Entkalker. Diese greifen die Schutzschicht der Beschläge an und können zu Korrosion führen. Auch Lösungsmittel wie Aceton oder Nitroverdünnung haben an Fensterbeschlägen nichts zu suchen, da sie Lacke und Kunststoffteile beschädigen. Bei stark verschmutzten Beschlägen hilft es, die Seifenlauge kurz einwirken zu lassen und dann mit klarem Wasser nachzuwischen.
So reinigen Sie Griffe und Scharniere
Beginnen Sie mit dem Griff. Wischen Sie die gesamte Griffstange und die Rosette mit dem feuchten Tuch ab. Bei Kunststoffgriffen genügt das Abwischen mit Seifenlauge. Bei Metallgriffen achten Sie darauf, dass keine Feuchtigkeit in die Mechanik eindringt. Trocknen Sie den Griff anschließend mit einem trockenen Tuch ab.
Für die Scharniere und die Drehmechanik öffnen Sie das Fenster und arbeiten Sie sich von oben nach unten vor. Entfernen Sie sichtbaren Schmutz mit einem Pinsel oder einem trockenen Tuch. Bei hartnäckigen Ablagerungen können Sie einen in Seifenlauge getränkten Pinsel verwenden und die Stellen anschließend trockenreiben. Die Mechanik muss nach der Reinigung vollständig trocken sein, bevor Sie Öl auftragen. Feuchtigkeit in den Gelenken führt sonst zu Rost.
Welches Öl für welche Stelle
Nicht jedes Öl eignet sich für Fensterbeschläge. Nehmen Sie ein dünnflüssiges, silikonfreies Pflegeöl oder ein spezielles Beschlagöl aus dem Fachhandel. Silikonhaltige Produkte können die Beschichtung angreifen und hinterlassen einen Film, der Staub anzieht. Auch Haushaltsöl wie Speiseöl oder Nähmaschinenöl eignet sich nicht, weil es schnell ranzig wird und verharzt.
Die Verriegelungszapfen, die in den Rahmen greifen, und die Scharnierbolzen brauchen ein paar Tropfen Öl. Tragen Sie das Öl sparsam auf und bewegen Sie den Griff und das Fenster anschließend mehrmals, damit sich das Öl gleichmäßig verteilt. Für die Führungsschienen der Dreh-Kipp-Mechanik eignet sich ein dünnflüssiges Öl, das Sie mit einem Pinsel oder direkt aus der Flasche auftragen. Bei stark beanspruchten Stellen, etwa den Scharnieren, kann ein spezielles Schmierfett die bessere Wahl sein, da es länger haftet.
Wischen Sie überschüssiges Öl nach dem Verteilen mit einem Tuch ab. Zu viel Öl sammelt Staub und kann auf die Dichtungen oder das Glas gelangen. Ein dünner, gleichmäßiger Film reicht völlig.
Häufige Fehler vermeiden
Der häufigste Fehler ist, zu viel Öl aufzutragen. Ein übermäßig geölter Beschlag zieht Schmutz an, und die Mechanik wird mit der Zeit schwergängiger statt leichter. Ölen Sie daher sparsam und wischen Sie Überschuss ab.
Ein weiterer Fehler ist das Ölen der Gummidichtungen. Dichtungen brauchen kein Öl, sondern eine gelegentliche Reinigung mit Wasser und einem weichen Tuch. Öl auf den Dichtungen führt dazu, dass sie aufquellen oder spröde werden und ihre Dichtfunktion verlieren. Nehmen Sie bei Bedarf ein spezielles Pflegemittel für Gummidichtungen auf Silikonbasis.
Auch zu viel Wasser beim Reinigen ist problematisch. Feuchtigkeit in der Mechanik führt zu Korrosion, wenn sie nicht vollständig abtrocknet. Arbeiten Sie daher immer mit einem leicht feuchten Tuch und trocknen Sie die Teile anschließend gründlich ab.
Wann Profis ran sollten
Wenn ein Fenster trotz Reinigung und Ölung weiterhin klemmt, nicht richtig schließt oder der Griff Spiel hat, liegt das möglicherweise an einem mechanischen Problem. In diesem Fall sollten Sie einen Fachbetrieb hinzuziehen. Auch wenn Beschläge sichtbar korrodiert oder beschädigt sind, ist eine Reparatur oder ein Austausch durch einen Profi sinnvoll. Ein geübter Handwerker kann die Mechanik justieren, verschlissene Teile ersetzen und so die Funktion des Fensters wiederherstellen.