Wer den Haushalt entlasten will, denkt an praktische Geräte oder an eine Person, die regelmäßig putzt. Die meisten Fragen betreffen die zweite Variante. Ob eine Haushaltshilfe günstig oder teuer wird, hängt stärker davon ab, wie die Beschäftigung angemeldet ist, als vom Stundenlohn. Wer eine Putzkraft schwarz beschäftigt, spart kurzfristig Geld und riskiert langfristig Nachzahlungen, Strafen und hohe Kosten nach einem Unfall.
Vor der ersten Buchung oder Anstellung stellen sich konkrete Fragen: Was kostet eine angemeldete Haushaltshilfe, welche Risiken hat Schwarzarbeit, was leisten Reinigungsportale und woran erkennt man einen seriösen Anbieter?
Warum Schwarzarbeit im Haushalt häufig ist
Bei haushaltsnahen Dienstleistungen liegt der Anteil der Schwarzarbeit Schätzungen zufolge bei 80 bis 90 Prozent, so hoch wie in keiner anderen Branche. Rund 3,8 Millionen Haushalte in Deutschland beschäftigen eine Haushaltshilfe, die in vielen Fällen nicht angemeldet und damit auch nicht abgesichert ist.
Die Arbeit passiert in der Privatwohnung, es gibt keine Kollegen, keine Zeiterfassung und oft eine Barzahlung ohne Beleg. Viele Haushalte kennen die helfende Person persönlich oder haben sie über Bekannte vermittelt bekommen. Die Hemmschwelle, das Geld offiziell zu melden, ist niedrig, und die Kontrolle ist schwierig. Was im Privaten bleibt, fällt aus jedem Schutzsystem heraus.
Risiken von Schwarzarbeit
Schwarzarbeit ist kein Kavaliersdelikt. Wer eine Putzkraft ohne Anmeldung beschäftigt, macht sich unter Umständen des Sozialbetrugs schuldig. Später können die Sozialversicherungsbeiträge nachgefordert werden, und zwar über mehrere Jahre. Dazu kommen mögliche Bußgelder.
Der größte Kostenfaktor ist aber ein Unfall. Verletzt sich eine nicht angemeldete Haushaltshilfe bei der Arbeit in Ihrer Wohnung, greift keine gesetzliche Unfallversicherung. Die Behandlungskosten bleiben dann an der helfenden Person hängen, und Sie als Auftraggeber haften. Ein Sturz von der Leiter beim Fensterputzen kann schnell teuer werden. Auch die helfende Person trägt ein Risiko: Sie arbeitet ohne Versicherungsschutz und ohne Anspruch auf Lohnfortzahlung im Krankheitsfall.
Haushaltshilfe korrekt anmelden
Der einfachste legale Weg für eine regelmäßige, geringfügige Beschäftigung ist der Haushaltsscheck über die Minijob-Zentrale. Sie melden die Haushaltshilfe dort an, zahlen einen pauschalen Abgabenbetrag, und die helfende Person ist sozialversichert. Die Anmeldung dauert wenige Minuten, die Abgaben werden monatlich abgeführt, und Sie erhalten einen Nachweis, der im Streitfall oder nach einem Unfall zählt.
Die Kosten hängen von der gewählten Form ab. Bei einer geringfügigen Beschäftigung zahlen Sie den Lohn plus den pauschalen Abgabenbetrag. Beauftragen Sie ein Dienstleistungsunternehmen, zahlen Sie dessen Stundenpreis. Der Preis enthält Lohn, Versicherung, Verwaltung und Gewinn. Diese Variante ist teurer, dafür übernimmt das Unternehmen die Anmeldung, die Versicherung und die Haftung. Für viele Haushalte ist sie der Kompromiss zwischen Sicherheit und Aufwand.
Was Reinigungsportale leisten
Portale wie Helpling oder Book a Tiger vermitteln Haushaltshilfen für einzelne Termine oder regelmäßige Einsätze. Die Stiftung Warentest hat die Anbieter getestet und kam zu einem gemischten Ergebnis: Viele Putzkräfte arbeiteten gut, aber einige Portale sicherten die Haushaltshilfen und die Kunden nicht ausreichend ab. Der Test stammt aus dem Jahr 2018, die Lage kann sich bei einzelnen Anbietern seitdem geändert haben.
Bei manchen Portalen ist die helfende Person angestellt und versichert, bei anderen arbeitet sie als Selbstständige oder auf Honorarbasis. Im zweiten Fall tragen Sie als Kunde mehr Verantwortung, als die Buchungsseite vermuten lässt. Prüfen Sie vor der ersten Buchung, wer Ihr Vertragspartner ist und welche Versicherung im Schadensfall greift.
Seriöse Anbieter erkennen
Ein seriöser Anbieter beantwortet klare Fragen ohne Ausflüchte. Fragen Sie vor der Buchung schriftlich: Ist die Person bei Ihnen angestellt und gesetzlich versichert? Was passiert, wenn etwas zu Bruch geht oder sich die Person bei der Arbeit verletzt? Gibt es einen schriftlichen Vertrag mit klaren Preisen und Stornobedingungen?
Wenn die Antworten vage bleiben oder Sie nur mündlich beruhigt werden, ist das ein Warnsignal. Gleiches gilt für Zahlungsmodelle, die auf Barzahlung ohne Beleg drängen, oder für Preise, die deutlich unter dem üblichen Niveau liegen. Ein seriöser Anbieter hat kein Interesse daran, die Versicherungsfrage offen zu lassen, weil er im Schadensfall selbst haftet.
Pflegeleichte Haushaltsgeräte
Auch ohne fremde Hilfe lässt sich der Aufwand senken, wenn die Geräte zum eigenen Putzverhalten passen. Ein Akkusauger, der immer griffbereit hängt, wird häufiger benutzt als ein schwerer Bodenstaubsauger, der im Schrank steht. Ein Dampfmopp entfernt Fett und Kalk in Küche und Bad ohne zusätzliche Reinigungsmittel; ein Trockner spart das Aufhängen und reduziert das Bügeln.
Der Maßstab ist einfach: Ein Gerät hilft nur, wenn es selbst pflegeleicht ist. Filter, die Sie nach jedem Einsatz reinigen müssen, oder Wischsysteme mit vielen Einzelteilen werden schnell zur zusätzlichen Aufgabe. Kaufen Sie lieber ein einfaches Gerät, das Sie regelmäßig nutzen, als ein vielseitiges, das nach dem ersten Monat im Schrank verschwindet.