Die Gummidichtung an der Kühlschranktür verschließt die Tür luftdicht, damit die Kälte drinnen und warme, feuchte Luft draußen bleibt. In den Falten des Gummis sammeln sich Speisereste, Staub und Kondenswasser. Daraus entstehen hartnäckiger Schmutz und schwarze Schimmelflecken.
Mit milden Reinigungsmitteln und etwas Geduld wird die Dichtung wieder sauber; mit der richtigen Pflege bleibt das Gummi geschmeidig und dichtet zuverlässig ab.
Warum die Dichtung schmutzig wird
Jedes Mal, wenn Sie die Kühlschranktür öffnen, strömt warme Raumluft hinein. Diese Luft enthält Feuchtigkeit, die an der kalten Dichtung kondensiert. Gleichzeitig bleiben beim Ein- und Ausräumen kleine Mengen an Flüssigkeit und Krümeln an der Dichtung hängen. In den engen Falten des Gummis verdunstet das Wasser nur langsam. Dort finden Schimmelpilze ideale Bedingungen: Es ist feucht, dunkel und es gibt Speisereste als Nahrung.
Ein schwarzer Belag in den Dichtungsfalten ist daher fast immer Schimmel. Der Pilz ist nicht nur unschön. Er kann auch gesundheitliche Probleme auslösen, besonders bei Allergikern und Menschen mit geschwächtem Immunsystem. Zudem riecht ein verschimmelter Kühlschrank unangenehm, und der Geruch geht auf Lebensmittel über. Wenn Sie Schimmel an der Dichtung entdecken, sollten Sie nicht nur die betroffene Stelle behandeln. Reinigen Sie den gesamten Innenraum, denn die Sporen verteilen sich beim Öffnen der Tür im ganzen Gerät.
Die Dichtung richtig reinigen
Für die normale Reinigung, also wenn noch kein Schimmel sichtbar ist, reichen warmes Wasser und ein mildes Spülmittel. Mischen Sie beides in einer Schüssel, tauchen Sie ein weiches Tuch oder einen Schwamm hinein und wringen Sie ihn gut aus. Wischen Sie damit die gesamte Dichtung ab, und ziehen Sie dabei die Falten vorsichtig auseinander, damit Sie auch die Unterseite des Gummis erwischen. Ein weiches Tuch oder ein Schwamm ist besser als eine harte Bürste, denn kräftiges Scheuern beschädigt die raue Oberfläche des Gummis.
Hartnäckige Verschmutzungen in den engen Falten erreichen Sie mit einer alten Zahnbürste mit weichen Borsten. Tunken Sie die Bürste in die Spüllösung und arbeiten Sie den Schmutz vorsichtig aus den Falten heraus. Danach wischen Sie die Dichtung mit einem feuchten Tuch nach, um Seifenreste zu entfernen. Zum Schluss trocknen Sie das Gummi gründlich mit einem Küchentuch ab, denn Restfeuchtigkeit ist die Grundlage für neuen Schimmel.
Verwenden Sie keine aggressiven Reiniger. Scheuermittel, chlorhaltige Reiniger oder scharfe Lösungsmittel greifen das Gummi an, machen es porös und spröde. Auch Essig ist für die regelmäßige Reinigung nur bedingt geeignet: Er entfernt zwar Kalk und tötet viele Keime ab, kann aber bei empfindlichen Gummiarten auf Dauer das Material angreifen. Wenn Sie Essig verwenden möchten, verdünnen Sie ihn stark, etwa ein Teil Essig auf vier Teile Wasser, und spülen Sie die Dichtung danach gründlich mit klarem Wasser nach.
Schimmel an der Dichtung entfernen
Wenn sich bereits schwarzer Schimmel in den Falten gebildet hat, reicht Spülwasser allein nicht aus. Räumen Sie zuerst den gesamten Kühlschrank aus und legen Sie die Lebensmittel in eine Kühltasche oder in den Keller, wenn es dort kühl genug ist. Danach entfernen Sie den sichtbaren Schimmel mechanisch: Ziehen Sie die Dichtungsfalten auseinander und wischen Sie den Belag mit einem Papiertuch ab, das Sie danach sofort entsorgen. So verhindern Sie, dass Sie die Sporen nur im Gerät verteilen.
Für die eigentliche Reinigung hat sich eine Paste aus Backpulver und etwas Wasser bewährt. Rühren Sie das Backpulver mit ein paar Tropfen Wasser zu einer dickflüssigen Paste an. Tragen Sie sie mit einem weichen Tuch oder einer Zahnbürste auf die betroffenen Stellen auf und lassen Sie sie etwa zehn Minuten einwirken. Danach schrubben Sie die Falten vorsichtig mit der Zahnbürste und wischen die Paste mit einem feuchten Tuch vollständig ab. Backpulver wirkt leicht scheuernd, ist aber sanft genug für das Gummi und neutralisiert Gerüche.
Alternativ können Sie eine Lösung aus Wasser und etwas Spülmittel mit einem Schuss Alkohol verwenden. Der Alkohol tötet Schimmelsporen ab, ohne das Gummi anzugreifen. Voraussetzung ist eine niedrige Konzentration, etwa ein Teil Alkohol auf drei Teile Wasser. Auch hier gilt: Nach der Behandlung gründlich mit klarem Wasser nachwischen und die Dichtung komplett trocknen.
Wenn der Schimmel trotz gründlicher Reinigung immer wiederkehrt oder das Gummi bereits porös und rissig ist, hilft keine Reinigung mehr. Dann müssen Sie die Dichtung austauschen. Eine defekte Dichtung schließt nicht mehr dicht, der Kühlschrank verbraucht mehr Strom, und durch die eindringende Feuchtigkeit entsteht immer wieder neuer Schimmel. Ersatzdichtungen gibt es für die meisten Geräte beim Hersteller oder im Fachhandel, und der Wechsel ist mit etwas Geschick selbst machbar.
Das Gummi nach der Reinigung pflegen
Nach der Reinigung braucht das Gummi Pflege, damit es geschmeidig bleibt und nicht austrocknet. Ein einfacher Test zeigt Ihnen, ob die Dichtung Pflege benötigt: Drücken Sie mit der Fingerspitze auf das Gummi. Fühlt es sich hart oder brüchig an, ist es Zeit für eine Behandlung. Fühlt es sich weich und elastisch an, reicht die regelmäßige Reinigung vorerst aus.
Geeignete Pflegemittel sind Hausmittel, die das Gummi geschmeidig halten, ohne es anzugreifen. Hirschtalg, Talkum oder Glycerin eignen sich dafür gut. Tragen Sie eine kleine Menge auf ein weiches Tuch auf und reiben Sie die gesamte Dichtung dünn damit ein. Das Pflegemittel zieht in das Gummi ein, macht es weich und gibt ihm seine Farbe zurück. Bei Talkum genügt eine ganz dünne Schicht, denn überschüssiges Pulver staubt und kann sich in den Falten absetzen.
Von Vaseline sollten Sie bei der Gummipflege die Finger lassen. Vaseline besteht aus Erdölprodukten, die das Gummi auf Dauer angreifen. Das Material wird porös, verliert seine Elastizität und reißt schließlich. Das Gleiche gilt für andere ölhaltige Pflegeprodukte aus dem Baumarkt, die nicht ausdrücklich für Gummidichtungen an Kühlschränken gedacht sind. Wenn Sie ein kommerzielles Pflegemittel kaufen möchten, achten Sie auf die Angabe, dass es für Kühlschrankdichtungen geeignet ist, und befolgen Sie die Anwendungshinweise des Herstellers.
So prüfen Sie die Dichtigkeit
Nach der Reinigung und Pflege sollten Sie kontrollieren, ob die Dichtung noch richtig schließt. Ein einfacher Test: Legen Sie ein Blatt Papier zwischen Dichtung und Kühlschrankrahmen und schließen Sie die Tür. Ziehen Sie das Papier heraus. Spüren Sie einen deutlichen Widerstand, sitzt die Dichtung an dieser Stelle fest. Lässt sich das Papier ohne Widerstand herausziehen, schließt die Dichtung dort nicht mehr richtig. Wiederholen Sie den Test an mehreren Stellen rund um die Tür, denn oft ist nur ein Abschnitt betroffen.
Ein weiteres Anzeichen für eine undichte Dichtung ist vermehrte Eisbildung im Gefrierfach oder ein dauerhaft laufender Kompressor. Wenn der Kühlschrank ständig nachkühlen muss, weil kalte Luft entweicht, steigt der Stromverbrauch spürbar. In diesem Fall hilft es, die Dichtung zunächst gründlich zu reinigen und zu pflegen, denn oft liegt es nur an hartem, verschmutztem Gummi, das nicht mehr richtig anliegt. Wenn das nicht hilft, müssen Sie die Dichtung austauschen.