Die meisten Putzmittel stecken in Einwegflaschen und enthalten Chemikalien, die der Umwelt und der Gesundheit schaden. Für fast jedes Reinigungsprodukt gibt es eine plastikfreie Alternative aus dem Vorratsschrank: Essig, Zitronensäure, Natron und Backpulver ersetzen die meisten Putzmittel. Wer Schritt für Schritt umstellt statt alles auf einmal zu ersetzen, schafft die Umstellung in überschaubarer Zeit.

Warum sich der Umstieg lohnt

Konventionelle Reinigungsmittel haben mehrere Nachteile. Die Flaschen bestehen fast immer aus Kunststoff, oft aus schwer recycelbarem PP oder PE. Ein Teil davon landet nach dem Ausspülen im Restmüll oder in der Umwelt. Dazu kommen Duftstoffe, Konservierungsmittel und Tenside. Sie gelangen beim Putzen in die Raumluft und werden über die Haut aufgenommen. Für Allergiker und Haushalte mit Kindern oder Haustieren ist das ein realer Faktor. Zitronensäure, Natron und Essig sind biologisch abbaubar und hinterlassen meist keine problematischen Rückstände. Sie sind außerdem deutlich günstiger, weil Sie die Grundstoffe in Großpackungen kaufen und selbst dosieren.

Auch die Putzutensilien sind oft aus Kunststoff. Viele Schwämme und Scheuertücher bestehen aus Kunststofffasern und geben beim Waschen Mikroplastik ins Abwasser. Alternativen aus Zellulose, Baumwolle oder Holzfasern erfüllen denselben Zweck, halten oft länger und lassen sich am Ende kompostieren oder im Altpapier entsorgen. Dazu kommen Tücher aus Mikrofaser. Sie brauchen zwar weniger Putzmittel, geben beim Waschen aber ebenfalls Mikroplastik ab. Für eine plastikfreie Routine greifen Sie besser zu Baumwolle, Leinen oder Hanf.

Die Grundausstattung

Bevor Sie den Putzschrank umstellen, brauchen Sie ein paar wiederverwendbare Utensilien. Die Liste ist kurz, und die meisten Dinge nutzen Sie über Jahre:

  • Sprühflaschen aus Glas mit Sprühkopf aus Metall oder Holz. Sie bekommen sie im Fachhandel oder in Unverpackt-Läden. Wichtig: Beschriften Sie die Flaschen gut, damit Sie keine Lösungen verwechseln.
  • Putzlappen aus Baumwolle oder Leinen, am besten altes Geschirrhandtuch-Material oder ausgediente T-Shirts, in Streifen geschnitten. Die Tücher sind bei hoher Temperatur waschbar und saugen gut.
  • Wurzelbürsten und Handbürsten mit Naturborsten und Holzgriff. Sie ersetzen Kunststoffschrubber und sind robust genug für Fugen und Töpfe.
  • Ein Zelluloseschwamm als Alternative zum Kunststoffschwamm. Er besteht aus Holzfasern und kann später auf dem Kompost entsorgt werden.
  • Glas- oder Keramikgefäße für Natron, Zitronensäure und Sodapulver. Am besten mit Schraubdeckel, damit nichts feucht wird.
  • Ein Trockengestell oder Haken in der Nähe der Spüle, damit Lappen und Bürsten nach dem Gebrauch zügig trocknen.

Die Grundstoffe selbst sind im Supermarkt oder Reformhaus meist in Papier- oder Kartonverpackungen erhältlich: Natron als Backtriebmittel, Zitronensäure als Pulver und normaler Haushaltsessig. Für hartnäckigen Kalk lohnt sich Essigessenz, die Sie aber immer verdünnen.

So stellen Sie Ihren Putzschrank um

Der häufigste Fehler beim Umstieg ist, alle vorhandenen Produkte sofort wegzuwerfen. Das erzeugt unnötigen Abfall und kostet Geld. Besser funktioniert ein dreistufiger Plan.

Im ersten Schritt sortieren Sie den Schrank aus. Alles, was offensichtlich überflüssig ist, wie Spezialreiniger für einzelne Oberflächen, können Sie aufbrauchen oder verschenken. Leere Plastikflaschen kommen ins Recycling, sofern sie restlos entleert sind. Im zweiten Schritt wählen Sie einen Bereich aus, in dem Sie die Umstellung beginnen. Am besten die Küche, weil dort die meisten Reinigungsaufgaben anfallen und die Wirkung täglich sichtbar ist. Stellen Sie dort die ersten selbst gemischten Lösungen bereit und verwenden Sie die Reste der alten Produkte parallel auf, bis sie leer sind. Im dritten Schritt übertragen Sie das Muster auf das Bad und danach auf die restlichen Räume. So vermeiden Sie, an einem Tag eine teure Neuanschaffung zu tätigen, und gewinnen Routine, ohne sich überfordert zu fühlen.

Ein sinnvoller Zeitpunkt für den Start ist, wenn ein altes Produkt zur Neige geht. Statt eine neue Plastikflasche zu kaufen, mischen Sie die erste eigene Lösung. Nach spätestens zwei bis drei Monaten ist der Schrank auf diese Weise umgestellt, ohne dass Sie etwas wegwerfen müssen.

In der Küche

In der Küche fallen die häufigsten Putzaufgaben an, und die Hausmittel zeigen dort ihre beste Wirkung. Für den Alltag reichen Ihnen drei Grundlösungen.

Die Universallösung besteht aus einem Teil Essig und einem Teil Wasser. Sie eignet sich für Arbeitsplatten, Spüle, Kühlschrankaußenseiten und Fliesen. Füllen Sie sie in die Glasflasche, sprühen Sie die Fläche ein und wischen Sie mit dem Baumwolltuch nach. Wichtig: Essig greift Naturstein wie Marmor an und löst den Kalk im Material. Auf Granit und Marmor verwenden Sie stattdessen eine milde Seifenlauge, zum Beispiel Kernseife oder neutrale Schmierseife.

Gegen Kalkablagerungen in Wasserkocher oder auf Armaturen hilft Zitronensäure. Geben Sie einen Esslöffel Zitronensäurepulver in den Wasserkocher, füllen Sie ihn zur Hälfte mit Wasser und kochen Sie ihn auf. Danach kurz ziehen lassen, ausgießen und mit klarem Wasser nachspülen. Für Armaturen mischen Sie einen Teelöffel Zitronensäure in einem Liter Wasser und wischen die Stelle damit ab. Die Säure löst den Kalk, ohne zu schrubben.

Für fettige Herdplatten und Backofentüren ist Natron das Mittel der Wahl. Vermischen Sie Natron mit etwas Wasser zu einer Paste. Tragen Sie sie auf das Fett auf, lassen Sie sie zehn Minuten einwirken und wischen Sie mit einem feuchten Tuch ab. Bei eingebranntem Fett wiederholen Sie den Vorgang oder lassen die Paste über Nacht wirken. Backofengitter legen Sie in die Spüle und übergießen sie mit heißem Wasser und einer halben Tasse Natron. Nach ein paar Stunden lösen sich die Rückstände.

Für die Geruchsneutralisation reicht es, eine offene Schale mit Natron in den Kühlschrank zu stellen und alle paar Wochen auszutauschen. Das Natron bindet Gerüche, ohne dass Sie zusätzlich putzen müssen.

Im Bad

Im Bad geht es vor allem um Kalk, Seifenreste und gelegentlichen Schimmel an Fugen. Auch hier kommen Sie mit wenigen Mitteln aus.

Für Duschkabinen, Fliesen und Armaturen sprühen Sie die Essig-Wasser-Lösung auf, lassen sie kurz einwirken und wischen nach. Bei starken Kalkrändern wiederholen Sie die Anwendung oder verwenden die Zitronensäure-Lösung mit einem Teelöffel Pulver pro Liter Wasser. Die Säure löst auch hartnäckige Rückstände an Duschköpfen. Dazu den Duschkopf abschrauben und in einem Gefäß mit warmer Zitronensäurelösung einlegen.

Für das WC verwenden Sie eine Kombination aus Natron und Essig. Streuen Sie ein bis zwei Esslöffel Natron in die Schüssel, geben Sie eine halbe Tasse Essig dazu und lassen Sie das Gemisch schäumend zehn Minuten einwirken. Die Kohlensäure, die bei der Reaktion entsteht, löst Verschmutzungen mechanisch. Danach mit der Bürste nacharbeiten und spülen. Diese Methode ist schonend für die Toilette und greift die Keramik nicht an.

Gegen Schimmel in den Fugen hilft Essig nur bedingt, weil er nicht jeden Schimmel zuverlässig beseitigt. Hier ist Vorsicht geboten: Wenn Sie sichtbaren Schimmel haben, verwenden Sie ein handelsübliches Schimmelmittel oder eine Alkohollösung, und prüfen Sie die Ursache, etwa eine undichte Abdichtung. Essig ist als Vorbeugung nützlich, ersetzen Sie aber bei bestehendem Schimmel nicht die gründliche Reinigung.

Waschbecken und Spiegel: Verwenden Sie für den Spiegel ein trockenes Baumwolltuch statt eines feuchten. Das verhindert Schlieren. Die Waschbeckenflächen wischen Sie mit der Essiglösung oder, wenn Sie es parfümfrei mögen, mit einem Tuch und etwas Wasser.

Aufbewahrung und Pflege

Die wiederverwendbaren Tücher, Bürsten und Schwämme brauchen etwas Aufmerksamkeit, damit sie sauber bleiben und lange halten. Baumwoll- und Leinentücher waschen Sie bei hoher Temperatur in der Maschine, am besten zusammen mit Handtüchern. Sie können Essig als Weichspüler verwenden. Geben Sie eine halbe Tasse in das Weichspülerfach. Das entfernt Kalkreste und Gerüche. Zelluloseschwämme werden nach dem Gebrauch gründlich ausgewrungen und trocknen gelassen. Sie halten normalerweise zwei bis vier Wochen, danach können Sie sie auf den Kompost geben.

Bürsten mit Holzgriff trocknen am besten an der Luft. Stellen Sie sie mit den Borsten nach oben in einen Becher oder hängen Sie sie an einen Haken, damit das Wasser ablaufen kann. Wenn Sie sie in der Spüle liegen lassen, quillt das Holz und die Borsten lösen sich. Die Sprühflaschen aus Glas reinigen Sie gelegentlich mit einem Schuss Essig und klarem Wasser, um Ablagerungen im Sprühkopf zu vermeiden. Beschriften Sie jede Flasche mit einem wasserfesten Stift oder einem Etikett, damit Sie nicht versehentlich Essig statt Wasser versprühen.

Wenn Sie die Lösungen länger aufbewahren, stellen Sie die Flaschen an einen dunklen Ort. Essig und Zitronensäure vertragen Licht, aber direktes Sonnenlicht kann die Lösungen mit der Zeit verändern und die Sprühköpfe spröde machen. Ein Schrank unter der Spüle ist ideal, wobei Sie darauf achten sollten, dass die Flaschen dicht verschlossen sind, damit Essigdunst nicht im Schrank bleibt.