Feuchte Kellerwände, muffiger Geruch oder weiße Salzkrusten am Putz: Die Kosten für das Trockenlegen hängen von der Feuchtigkeitsursache, dem Gebäudealter und der gewählten Methode ab. Eine Trockenlegung beseitigt die Ursache dauerhaft, zum Beispiel aufsteigende Feuchtigkeit aus dem Erdreich oder drückendes Grundwasser. Eine Abdichtung verschließt nur die Wandoberfläche.
Bevor Sie Angebote einholen oder Arbeiten beginnen, brauchen Sie eine Diagnose. Die falsche Methode ist der häufigste Grund für vergeudetes Geld. Eine Fachfirma klärt vor Ort, woher die Feuchtigkeit kommt und welche Maßnahme zur Bausubstanz passt.
Warum die Kosten stark schwanken
Die Kosten für eine Keller-Trockenlegung liegen weit auseinander, weil jede Ursache eine andere Maßnahme verlangt. Feuchtigkeit kann seitlich durch das Erdreich an die Wand drücken, aus dem Fundament im Mauerwerk aufsteigen oder als Kondenswasser an kalten Wänden entstehen. Je nach Ursache kommen unterschiedliche Verfahren infrage, und die unterscheiden sich deutlich im Aufwand.
Auch das Gebäudealter spielt eine Rolle. In Altbauten fehlt häufig eine Horizontalsperre, also eine Sperrschicht im Mauerwerk, die aufsteigende Feuchtigkeit stoppt. Bei neueren Gebäuden ist eine Horizontalsperre in der Regel vorhanden. Tritt dort Feuchtigkeit auf, liegt die Ursache eher an einer beschädigten Abdichtung, undichten Leitungen oder unzureichender Belüftung. Erst eine Untersuchung vor Ort zeigt, welche Maßnahme nötig ist und was sie kostet.
Wann eine Abdichtung nicht reicht
Eine Abdichtung verschließt die Wandoberfläche mit einer Sperrschicht. Eine Trockenlegung beseitigt die Ursache der Feuchtigkeit und stellt dauerhaft trockene Kellerwände her. Bei Altbauten ohne Horizontalsperre oder bei drückendem Wasser von außen reicht die bloße Abdichtung oft nicht aus.
Aufsteigende Feuchtigkeit erkennen Sie an Salzausblühungen und feuchten Streifen im unteren Wandbereich. Das Wasser steigt kapillar, also wie in einem Schwamm, durch das Mauerwerk von unten nach oben und transportiert dabei Salze aus dem Erdreich mit. An der Wandoberfläche verdunstet das Wasser, die Salze bleiben als weiße oder graue Ablagerungen zurück. Auch abblätternder Putz und ein muffiger Geruch weisen auf dieses Problem hin.
Wenn Sie eine solche Wand nur oberflächlich abdichten, verschieben Sie das Problem. Die Feuchtigkeit steigt hinter der Beschichtung weiter, der Putz platzt ab, und die eigentliche Trockenlegung wird später umso aufwendiger. Klären Sie deshalb zuerst die Ursache, bevor Sie über eine Trockenlegung entscheiden. Ein günstiges Angebot ersetzt keine Diagnose.
Drei Methoden und ihr Aufwand
Welche Methode infrage kommt, entscheidet die Ursache. Wenn Feuchtigkeit seitlich durch das Erdreich an die Wand drückt, ist die Trockenlegung von außen eine der gängigen Lösungen. Dafür wird das Erdreich neben der Kellerwand abgetragen, die Wand gereinigt und von außen abgedichtet, häufig ergänzt durch eine Drainage, die das Wasser ableitet. Der Aufwand ist hoch, weil die Erde bewegt werden muss. Die Maßnahme behandelt die Ursache an der Quelle.
Steigt die Feuchtigkeit aus dem Fundament auf, hilft eine Horizontalsperre. Dabei wird im Mauerwerk eine Sperrschicht eingebracht, etwa durch Injektion eines Dichtmittels oder Einschneiden einer Bahn. Die Sperre unterbricht den kapillaren Aufstieg und wird entlang der Wand eingebaut; eine Baugrube ist dafür nicht zwingend nötig.
Die Innenabdichtung ist die dritte Variante. Sie wird auf der Raumseite der Wand aufgebracht und hält die Feuchtigkeit vom Raum fern, trocknet das Mauerwerk aber nicht. Sie kommt vor allem dann infrage, wenn eine Außenabdichtung nicht möglich ist, etwa weil das Gebäude dicht an der Grundstücksgrenze steht. Bei drückendem Wasser ist sie nur bedingt geeignet, weil der Wasserdruck von außen gegen die Beschichtung arbeitet.
Zeit und Ablauf einplanen
Eine Trockenlegung besteht aus drei Phasen: Ursachenklärung, Bauarbeiten und Austrocknung. Die Ursachenklärung steht am Anfang. Eine Fachfirma besichtigt den Keller, prüft die Durchfeuchtung und bestimmt, woher das Wasser kommt. Erst danach können Sie die passende Methode wählen und ein belastbares Angebot einholen.
Die Bauarbeiten selbst sind je nach Methode unterschiedlich aufwendig. Arbeiten an der Außenwand erfordern eine Baugrube und sollten in einer trockenen Jahreszeit stattfinden, damit sich die Grube nicht mit Regenwasser füllt und die Wand nach der Abdichtung abtrocknen kann. Arbeiten im Innenraum erzeugen Staub und Lärm; räumen Sie den Keller vorher leer und schützen Sie Gegenstände, die dort lagern.
Nach der Maßnahme braucht das Mauerwerk Zeit zum Austrocknen. Wie lange das dauert, hängt davon ab, wie stark die Wand durchfeuchtet war. Rechnen Sie damit, dass Sie den Keller nicht sofort neu verputzen oder streichen können, sonst staut sich die Restfeuchte hinter der neuen Beschichtung.
Vor allem sollten Sie nicht zu lange warten. Je länger die Feuchtigkeit im Mauerwerk bleibt, desto stärker leiden Putz, Holzbalken und Leitungen, und desto umfangreicher wird die spätere Sanierung.
Angebote vergleichen und Förderung prüfen
Weil die Kosten so stark schwanken, sollten Sie mehrere schriftliche Angebote von Fachfirmen einholen. Eine seriöse Firma besichtigt den Keller vor Ort und nennt erst danach einen Preis. Seien Sie vorsichtig bei Angeboten, die am Telefon ohne Ortstermin entstehen. Ohne Diagnose kann niemand den Aufwand seriös beziffern.
Achten Sie darauf, dass das Angebot die Ursache benennt und die vorgesehene Methode beschreibt. Ein Angebot, das nur eine Pauschale für Abdichtung nennt, sagt nichts darüber, ob die Maßnahme zur Ursache passt. Vergleichen Sie nicht nur den Preis, sondern auch, welche Arbeiten enthalten sind, etwa das Entfernen alten Putzes, die Entsorgung des Aushubs oder die Wiederherstellung der Oberflächen.
Für die Trockenlegung gibt es Förderprogramme von Bund, Ländern und Kommunen, die Sanierungsmaßnahmen bezuschussen. Prüfen Sie, ob Sie dafür infrage kommen. Viele Programme verlangen, dass der Antrag vor Beginn der Arbeiten gestellt wird. Erkundigen Sie sich frühzeitig bei Ihrer Kommune oder der zuständigen Stelle, welche Voraussetzungen gelten.
Selber machen oder Fachfirma beauftragen
Ob Sie selbst Hand anlegen können, hängt von der Methode ab. Vorbereitende Arbeiten wie das Ausräumen des Kellers, das Entfernen von abblätterndem Putz oder das Freilegen der Wände können Sie selbst erledigen. Die eigentliche Trockenlegung gehört dagegen in die Hand einer Fachfirma. Das Einbringen einer Horizontalsperre, das Abdichten der Außenwand oder das Verlegen einer Drainage erfordert Erfahrung und spezielle Geräte.
Der wichtigste Grund für eine Fachfirma ist das Risiko einer falschen Methode. Wer eine Wand mit aufsteigender Feuchtigkeit nur oberflächlich abdichtet, spart zunächst Geld, muss aber später mit größerem Aufwand nachbessern. Eine Fachfirma klärt die Ursache, wählt die passende Methode und übernimmt die Gewährleistung für die Arbeiten.