Kartoffeln und Zwiebeln gehören zu den wenigen Gemüsesorten, die sich über Monate lagern lassen, wenn sie kühl, dunkel und luftig stehen. Fäulnis entsteht dort, wo Feuchtigkeit nicht abziehen kann, etwa in dicht gepackten Kisten oder Plastiktüten.

Der zweite häufige Fehler ist die gemeinsame Lagerung. Zwiebeln geben ein Gas ab, das Kartoffeln schneller keimen lässt. Kartoffeln geben Feuchtigkeit ab, die Zwiebeln weich macht und schimmeln lässt. Getrennt aufbewahrt und richtig belüftet bleiben beide Monate lang genießbar.

Warum Kartoffeln und Zwiebeln getrennt gehören

Zwiebeln geben das Reifegas Ethylen ab, das Obst und Gemüse schneller reifen lässt. Wie sich das auf Kartoffeln auswirkt, erklärt die Ernährungsexpertin Anja Schwengel-Exner von der Verbraucherzentrale Bayern: „Zwiebeln geben das Reifegas Ethylen ab. Das kann dazu führen, dass Kartoffeln schneller keimen, schrumpfen und verderben. Auch der Geschmack kann sich verändern."

Der zweite Grund ist die Feuchtigkeit, die Kartoffeln über ihre Schale abgeben. Liegen Zwiebeln daneben, saugen sie diese Feuchtigkeit auf, werden weich und schimmeln schneller. Schon im selben Regal beeinflussen sich beide Sorten. Deshalb gilt: getrennt lagern, am besten in verschiedenen Regalen oder Räumen.

So lagern Sie Kartoffeln richtig

Kartoffeln brauchen Temperaturen zwischen 4 und 8 Grad. In diesem Bereich bleiben die Knollen am längsten ruhig: Sie keimen kaum, verlieren wenig Feuchtigkeit und behalten ihre Konsistenz. Wärmer gelagert treiben sie aus und werden schrumpelig.

Dunkelheit ist genauso wichtig. Unter Lichteinfluss bilden Kartoffeln Solanin, einen giftigen Bitterstoff, und die Schale färbt sich grün. Grüne Stellen und Keime schneiden Sie großzügig weg, stark vergrünte Kartoffeln gehören in den Abfall. Gut geeignet sind ein dunkler Kellerraum, eine Speisekammer oder eine spezielle Kartoffelkiste. In der Wohnung stellen Sie die Kiste an einen kühlen, dunklen Platz, etwa an eine Außenwand, aber nicht neben die Heizung.

Zur Verpackung: Papiertüten, Pappkartons und Jutesäcke lassen Luft an die Knollen und nehmen Feuchtigkeit auf. Plastiktüten sind ungeeignet, weil sich darin Kondenswasser bildet und die Kartoffeln anfangen zu faulen. Füllen Sie den Behälter nicht randvoll, damit ein wenig Luft um die Kartoffeln bleibt.

So lagern Sie Zwiebeln richtig

Zwiebeln brauchen einen sehr trockenen und luftigen Platz. Papiertüten, Netze oder offene Körbe sind ideal, weil sie die Luft an die Zwiebeln lassen. Ein dunkler Vorratsschrank oder ein trockener Dachboden ist ein guter Ort. Direktes Sonnenlicht bekommen Zwiebeln nicht, etwas Helligkeit stört sie aber nicht.

Zwiebeln gehören nicht in den Kühlschrank. Die feuchte Kühlluft macht sie weich und lässt sie schimmeln, außerdem wandelt die Kälte Stärke in Zucker um, wodurch sie schneller keimen. Im trockenen Vorratsraum halten sie deutlich länger.

Fäulnis durch Lüften verhindern

Fehlende Luftbewegung ist der häufigste Grund für Fäulnis in der Vorratshaltung. Kartoffeln und Zwiebeln geben dauerhaft Feuchtigkeit ab. Wenn diese Feuchtigkeit in dicht gepackten Behältern hängen bleibt, entsteht ein feuchtes Klima, in dem Schimmelpilze und Fäulnisbakterien sich schnell ausbreiten.

Deshalb braucht jeder Behälter Abstand. Stellen Sie Kisten und Körbe nicht direkt an die Wand und nicht zu dicht zusammen. Ein Regal oder eine Palette hält sie vom Boden fern, wo die Luft am feuchtesten ist. Zwischen den Behältern bleibt genug Platz, dass die Luft vorbeistreichen kann.

Auch der Raum selbst braucht regelmäßigen Luftaustausch. Bei trockenem Wetter öffnen Sie das Fenster im Vorratsraum kurz und weit, damit die feuchte Innenluft abziehen kann. An regnerischen, feuchten Tagen bleibt das Fenster besser zu, sonst strömt feuchte Außenluft hinein und das Problem wird größer. Räume, in denen Wäsche trocknet, eignen sich nicht als Vorratsraum, weil die Verdunstung die Luftfeuchtigkeit dauerhaft hoch hält.

Zum Heizen gilt: Ein Lagerraum muss kühl, aber frostfrei sein. Frost zerstört die Zellstruktur von Kartoffeln und Zwiebeln, sie werden matschig und faulen nach dem Auftauen schnell. Wenn Sie den Raum im Winter beheizen, genügt eine niedrige Grundtemperatur. Starkes Aufheizen ist kontraproduktiv: Warme Luft nimmt mehr Feuchtigkeit auf, und sobald sie abkühlt, schlägt sich diese Feuchtigkeit an Wänden, Regalen und Behältern nieder.

Atmungsaktive Behälter auswählen

Nicht jedes Material hält Kartoffeln und Zwiebeln gleich gut frisch. Atmungsaktiv sind Materialien, die Feuchtigkeit aufnehmen oder durchlassen: Papier, Pappe, Jute, Geflechte und Netze. Dichte Kunststoffbehälter, Glas und Metall sperren die Luft aus, an der Innenseite bildet sich Kondenswasser, und die Vorräte beginnen zu schwitzen.

Manche Hersteller verkaufen Lagerbehälter aus Tonkeramik und weisen darauf hin, dass die offenen Poren überschüssige Feuchtigkeit aufnehmen und bei Bedarf wieder abgeben. Dadurch bleibt das Klima im Inneren ausgeglichener als in Plastik oder Glas. Solche Gefäße sind eine brauchbare Option für die Lagerung in der Wohnung. Sie ersetzen aber weder einen kühlen Standort noch die regelmäßige Kontrolle der Vorräte.

Anzeichen für Fäulnis erkennen

Auch bei guter Lagerung sollten Sie die Vorräte regelmäßig durchsehen. Achten Sie bei Zwiebeln auf weiche Stellen und Schimmel, bei Kartoffeln auf lange Keime, grüne Verfärbungen und einen süßlich-fauligen Geruch. Befallene Stücke sortieren Sie sofort aus. Eine faule Kartoffel gibt Feuchtigkeit und Sporen ab und steckt auf diese Weise die danebenliegenden Knollen an. Deshalb lohnt es sich, nicht nur die oberste Lage zu kontrollieren, sondern die Kiste gelegentlich komplett umzuschichten.