Kalkflecken an Wasserhähnen, Mischbatterien und Duscharmaturen entstehen, wenn hartes Wasser an der Oberfläche verdunstet und die gelösten Mineralien als weiße Ränder zurückbleiben. Armaturen sind hier die sichtbaren Wasserauslässe und Mischer in Küche und Bad.

Die Flecken sind hartnäckig. Übliche Entkalker greifen neben dem Kalk auch die Oberfläche der Armatur an. Schonend entfernen bedeutet: ein Mittel, das zur Beschichtung passt, eine kurze Einwirkzeit und vorher ein Test an einer unauffälligen Stelle.

Warum kurze Einwirkzeiten zählen

Kalklöser enthalten Säure. Zitronensäure, Essig und handelsübliche Entkalker lösen die Kalkkruste auf, aber die Säure hört danach nicht auf. Sobald die Kalkschicht durchbrochen ist, greift die Säure das Metall oder die Beschichtung darunter an. Je länger das Mittel auf der Armatur bleibt, desto eher wird die Verchromung stumpf, bekommt Edelstahl Flecken oder verliert eine Farbbeschichtung ihren Glanz.

Halten Sie die Einwirkzeit kurz. Das schützt die Oberfläche. Auch hartnäckige Flecken brauchen meist nur einige Minuten, wenn das Mittel die Stelle gut benetzt. Spülen Sie danach gründlich mit klarem Wasser ab. Lassen Sie Essig oder Zitronensäure nie eintrocknen. Beim Trocknen wird die Säurelösung konzentrierter und die Oberfläche stärker beansprucht.

Herstellerfreigabe prüfen

Bevor Sie ein Mittel auf die Armatur bringen, lesen Sie die Bedienungsanleitung. Viele Hersteller schreiben dort, welche Reinigungsmittel erlaubt sind und welche nicht. Bei manchen Armaturen sind säurehaltige Entkalker verboten. Bei beschichteten oder matten Oberflächen sind oft nur milde Reiniger zugelassen. Halten Sie die aktuellen Pflegehinweise bereit. Viele Firmen stellen sie auch online ein.

Wenn die Anleitung ein Mittel nicht nennt, behandeln Sie die Armatur vorsichtig. Milde Seifenlauge und ein weiches Tuch entfernen leichten Kalkfilm, ohne die Oberfläche anzugreifen. Für stärkere Krusten nehmen Sie nur das Mittel, das der Hersteller ausdrücklich freigibt. Beachten Sie, dass die Freigabe auch für Dichtungen und Innenteile gelten muss, nicht nur für die sichtbare Fläche.

An einer unauffälligen Stelle testen

Auch ein freigegebenes Mittel kann an Ihrer Armatur anders reagieren, etwa weil die Beschichtung bereits mikrofein beschädigt ist. Testen Sie es deshalb immer zuerst an einer Stelle, die niemand sieht: an der Rückseite des Auslaufs, an der Unterseite der Armatur oder an der Wandseite eines Halters.

Tragen Sie eine kleine Menge auf. Lassen Sie sie so lange einwirken, wie Sie es am sichtbaren Bereich vorhaben, und wischen Sie ab. Prüfen Sie die Stelle bei gutem Licht. Bleibt die Oberfläche gleichmäßig und glänzend, können Sie die sichtbaren Flächen behandeln. Zeigt die Teststelle matte Flecken, Verfärbungen oder raue Stellen, wählen Sie ein milderes Mittel oder verzichten Sie auf die chemische Entkalkung.

Chrom, Edelstahl und beschichtete Oberflächen

Welche Methode schonend ist, hängt von der Oberfläche ab.

Verchromte Armaturen sind im Haushalt am häufigsten. Die Chromschicht ist dünn und verträgt Säure nur kurz. Verdünnen Sie Zitronensäure oder Essig mit Wasser. Arbeiten Sie zügig und spülen Sie gründlich nach. Scheuerschwämme, Stahlwolle und harte Bürsten schaden der Chromschicht mehr als der Kalk. Nehmen Sie ein weiches Tuch oder einen Schwamm ohne raue Seite.

Edelstahl verträgt Säure besser, aber nicht jede Säure. Chlorhaltige Reiniger und Salzsäure greifen den Stahl an und können Punktschäden hinterlassen, die wie Rostflecken aussehen. Nehmen Sie Mittel, die ausdrücklich für Edelstahl freigegeben sind, und reiben Sie die Oberfläche zum Schluss in Schliffrichtung trocken. Stahlwolle gehört auch hier nicht an die Armatur, denn zurückbleibende Stahlpartikel rosten und hinterlassen braune Schlieren.

Beschichtete Armaturen, etwa farbige oder matte Modelle, reagieren am empfindlichsten. Säuren, starke Lösungsmittel und abrasive Reiniger können die Beschichtung dauerhaft schädigen. Sie wird fleckig, matt oder löst sich an Kanten ab. Bei diesen Armaturen zählt die Herstellerfreigabe am meisten. Der Test an unauffälliger Stelle ist Pflicht. Erlaubt sind meist nur milde, säurearme Reiniger.

Die richtige Säure wählen

Zitronensäure und Essig lösen Kalk gut und kosten wenig. Essigessenz sollten Sie vor der Anwendung verdünnen. Handelsüblicher Essig ist bereits gebrauchsfertig. Zitronensäurepulver lösen Sie in Wasser auf, bis sich das Pulver vollständig aufgelöst hat. Ein paar Tropfen Spülmittel in der Lösung verbessern die Benetzung. So haftet das Mittel an senkrechten Flächen und perlt nicht ab.

Kommerzielle Entkalker enthalten oft stärkere Säuren. Sie lösen dicke Krusten schneller, greifen die Oberfläche aber auch schneller an. Nehmen Sie sie nur an Armaturen, für die sie freigegeben sind. Halten Sie die Einwirkzeit strikt ein. Natron und Backpulver allein lösen keinen Kalk. Kalk löst sich nur in Säure. Als Paste mit etwas Wasser wirken sie leicht schleifend. Sie eignen sich nur für sehr dünne Flecken auf robusten Flächen.

Der Strahlregler im Auslauf, das kleine Sieb am Ende des Wasserhahns, ist eine eigene Baustelle. Dort sammelt sich Kalk besonders schnell, weil die feinen Düsen Wasser und Luft mischen. Schrauben Sie den Strahlregler ab und legen Sie ihn getrennt für einige Minuten in die verdünnte Lösung. So erreicht der Entkalker jede Ecke, ohne dass die Armatur lange benetzt bleibt. Danach abspülen und wieder einschrauben.

Gründlich nachspülen und trocknen

Nach dem Entkalken spülen Sie die Armatur mit klarem Wasser ab, auch an Übergängen und Fugen. Säurereste wirken sonst weiter, auch wenn Sie sie nicht sehen. Danach reiben Sie die Armatur mit einem weichen, trockenen Tuch ab. Das entfernt Wasserreste, die sonst die nächsten Kalkflecken bilden. Es bringt Chrom und Edelstahl wieder zum Glänzen.