Jedes Jahr fällt im Herbst viel Laub an. Sie können einen Teil davon direkt im Garten verwenden, statt ihn gleich zu entsorgen. Eine dünne Schicht Laub schützt den Boden vor Frost und Austrocknung, unterdrückt Unkraut und wird von Bodenorganismen in Humus umgewandelt. Allerdings eignet sich nicht jede Fläche dafür. Entscheidend ist, wo Sie das Laub ausbringen, wie dick die Schicht ist und ob Sie die Blätter vorher zerkleinern. An manchen Stellen ist Laub als Mulch sinnvoll, an anderen richtet es Schaden an. Hier erfahren Sie, wo Laub liegen bleiben darf und wo Sie es besser entfernen.
Geeignete Flächen
Unter Bäumen, Sträuchern und Hecken kann Laub als Bodenbelag liegen bleiben. Eine lockere Schicht von etwa fünf Zentimetern schützt die Wurzeln vor starken Temperaturschwankungen, hält die Feuchtigkeit im Boden und bietet Kleintieren und Insekten Unterschlupf. Wichtig ist, dass das Laub nicht direkt an Stämme oder Stängel angehäuft wird. Bleibt die Feuchtigkeit dauerhaft an der Pflanzenbasis, können Krankheiten entstehen und Nagetiere finden dort Unterschlupf. Halten Sie daher einen kleinen Abstand zur Pflanze.
Auch zwischen Stauden kann Herbstlaub weitgehend liegen bleiben. Nicht vollständig zurückgeschnittene Pflanzen bremsen das Verwehen der Blätter. Wenn Sie vor allem Winterschutz und einen Unterschlupf für Tiere möchten, lassen Sie das Laub locker und möglichst ganz liegen. Soll das Beet ordentlicher aussehen und das Laub schneller verrotten, zerkleinern Sie es vorher. Ein Rasenmäher mit Fangkorb ist dafür praktisch. Sie mähen das Laub ab und verteilen das Häckselgut auf den Beeten.
Abgeräumte Gemüsebeete profitieren ebenfalls von einer Laubdecke über den Winter. Sie schützt den Boden vor Erosion, mindert den Unkrautaufwuchs und wird im Frühjahr teilweise eingearbeitet oder zwischen die neu gepflanzten Kulturen verteilt. Bedenken Sie: Eine dicke, geschlossene Laubschicht hält den Boden im Frühjahr länger kühl und feucht. Sobald sich der Boden erwärmt, sollten Sie die Decke lockern, zur Seite harken oder ganz abtragen, bevor Sie aussäen oder pflanzen.
Laub eignet sich auch für den Kompost. Bringen Sie es in dünnen Lagen zwischen Küchen- und Gartenabfällen sowie gehäckseltem Gehölzschnitt ein. Vorher zerkleinertes Laub verrottet schneller. Bei sehr großen Mengen können Sie etwas stickstoffreiches Material wie Rasenschnitt dazwischen schichten, damit der Abbau besser funktioniert.
Problembereiche
Auf dem Rasen stört Laub am meisten. Eine geschlossene Blattschicht nimmt den Gräsern Licht und Luft, schwächt sie und begünstigt Pilzkrankheiten. Deshalb sollten Sie Laub von intensiv und extensiv genutzten Rasenflächen grundsätzlich entfernen. Fein zerkleinerte Blätter in moderater Menge können dagegen liegen bleiben. Dafür mähen Sie das trockene Laub mit einem hoch eingestellten Rasenmäher, am besten mit Mulchfunktion, und fahren bei größeren Mengen mehrfach über die Fläche. Nach dem Mähen sollte höchstens etwa ein Fünftel der Rasenfläche noch mit Blattresten bedeckt sein. Liegen dicke, ganze Blattschichten auf dem Rasen, müssen Sie diese entfernen, sonst entstehen kahle Stellen, die sich im Frühjahr nur langsam erholen.
Wege, Terrassen, Zufahrten und Hauseingänge sind tabu für Laubmulch. Feuchtes oder gefrorenes Laub wird schnell rutschig und gefährdet die Verkehrssicherheit. Hier muss das Laub vollständig entfernt werden. Auch Regenrinnen und Ablaufgitter sollten Sie freihalten, denn eine dicke, nasse Laubschicht kann die Abflüsse verstopfen und zu Überlaufschäden führen. Ebenso gehört Laub nicht in Gartenteiche: Eingetragenes Laub reichert das Wasser mit Nährstoffen an und fördert im nächsten Jahr das Algenwachstum. Nehmen Sie Falllaub rechtzeitig aus dem Teich.
Krankes Pflanzenmaterial erfordert eine gesonderte Entscheidung. Laub mit deutlichen Krankheitssymptomen – etwa Sternrußtau an Rosen oder Blattbräune am Buchsbaum – sollten Sie unter den betroffenen Gehölzen entfernen und nicht wieder unter derselben Pflanzenart als Mulch verwenden. Sonst riskieren Sie eine Neuinfektion im nächsten Jahr. Sie können krankes Laub über die Biotonne oder die kommunale Grünabfallsammlung entsorgen. Normale Hauskompostierung ist nicht für alle Erreger zuverlässig genug. Gesundes Laub können Sie dagegen bedenkenlos im Gartenkreislauf belassen.
Laub zerkleinern und verteilen
Die Art des Laubs beeinflusst, wie schnell es verrottet und wie gut es sich verarbeiten lässt. Weiche Blätter von Hasel oder Holunder zersetzen sich vergleichsweise schnell. Lederartige Blätter von Walnuss, Kastanie oder Eiche brauchen länger. Das ist kein Grund, diese Laubarten pauschal zu meiden. Sie sind genauso nutzbar, sollten aber eher zerkleinert und in dünneren Schichten aufgebracht werden, damit sie nicht zu einer dichten, luftundurchlässigen Matte verkleben.
Für die Zerkleinerung gibt es mehrere Wege. Ein handelsüblicher Rasenmäher – egal ob mit oder ohne spezielles Mulchmesser – zerkleinert trockenes Laub meist ausreichend. Bei sehr nassem Laub verstopft der Mäher jedoch schneller. Arbeiten Sie dann in mehreren Durchgängen oder nur mit kleinen Mengen. Ein Mäher mit Fangkorb nimmt das Häckselgut gleich auf, sodass Sie es direkt auf die Beete verteilen können. Der Rechen ist die materialschonendste Methode, besonders auf Wegen, Beeten und an empfindlichen Flächen. Laubbläser sind laut und stören die Umwelt, zudem sind ihre Einsatzzeiten oft kommunal beschränkt. Laubsauger schädigen Nützlinge und sollten nach Möglichkeit vermieden werden.
Die ideale Schichtdicke für die Beete liegt bei etwa drei bis fünf Zentimetern. Das Laub sollte locker aufliegen und nicht als nasse, luftdichte Matte den Boden bedecken. Achten Sie darauf, dass die Pflanzenbasis frei bleibt. Im Frühjahr kontrollieren Sie die Beete: Sobald sich der Boden erwärmt, harken Sie überschüssiges Laub zur Seite oder kompostieren es. Auf dem Rasen verschwinden fein zerkleinerte Reste von selbst zwischen den Gräsern. Dicke Auflagen müssen Sie jedoch entfernen.