Paare mit zwei Einkommen können die gemeinsamen Ausgaben nach einer vereinbarten Methode aufteilen, statt sie automatisch zu halbieren. Ein gemeinsames Haushaltskonto deckt die gemeinsamen Kosten; beide behalten ihre persönlichen Konten. Legen Sie die Beiträge danach fest, wie hoch Ihre Einkommen und Ausgaben sind und welche Aufteilung Sie fair finden.

Legen Sie zuerst fest, welche Kosten die Haushaltskasse übernimmt. Dazu gehören etwa Miete und Energie sowie Lebensmittel und Kinderkosten. Planen Sie außerdem Geld für Jahresrechnungen und Reparaturen ein. So müssen Sie nicht darauf warten, dass am Monatsende etwas übrig bleibt.

Erst die Haushaltskosten erfassen

Schreiben Sie zuerst auf, wie viel Geld monatlich hereinkommt und wofür Sie es ausgeben. Zum Nettoeinkommen zählen die Beträge, die nach Steuern und Abzügen ausgezahlt werden. Erfassen Sie außerdem regelmäßige Familienleistungen, wenn Sie diese für den Haushalt einplanen.

Eine einfache Übersicht braucht nur drei Bereiche:

  • Regelmäßige Einnahmen: zum Beispiel Nettogehälter und Familienleistungen
  • Feste Kosten: etwa Miete, Strom, Versicherungen, Internet und Abos
  • Veränderliche Ausgaben: etwa Lebensmittel, Drogerieartikel, Kleidung und Freizeit

Nehmen Sie auch Jahres- und Halbjahresrechnungen in die Übersicht auf. Teilen Sie den Betrag durch die Zahl der Monate bis zur nächsten Rechnung und legen Sie jeden Monat diesen Anteil zurück. So belastet eine jährliche Versicherungsrechnung Ihr Budget nicht auf einmal.

Damit Sie einen guten Überblick bekommen, notieren Sie Ihre Ausgaben ein bis drei Monate lang. Schreiben Sie auch kleine Kartenzahlungen auf und bewahren Sie Belege auf. Dafür reichen ein Blatt Papier, eine Tabelle oder eine App. Ein Haushaltsbuch zeigt, wofür Sie Geld ausgeben, schafft aber kein zusätzliches Geld. Bleibt nach den notwendigen Kosten kaum etwas übrig, muss Ihr Plan das berücksichtigen.

Gemeinsame Kosten fair aufteilen

Jedes Paar kann gemeinsame Rechnungen anders aufteilen. Entscheiden Sie, ob Ihnen gleiche Beträge, eine ähnliche Belastung oder ein gemeinsamer Geldtopf wichtiger sind. Drei gängige Modelle sind:

Modell So funktioniert es Passt eher, wenn …
Hälfte für jede Person Beide zahlen 50 Prozent der vereinbarten Kosten. die Einkommen ähnlich hoch sind oder beide diese Aufteilung fair finden
Anteil nach Einkommen Jede Person zahlt entsprechend ihrem Anteil am gemeinsamen Nettoeinkommen. die Einkommen unterschiedlich hoch sind und beide die Kosten anteilig tragen möchten
Einkommen zusammenlegen Einnahmen fließen in einen gemeinsamen Topf, aus dem Kosten und vereinbarte Rücklagen bezahlt werden. beide ihre Finanzen gemeinsam verwalten und Ausgaben transparent besprechen

Bei ungleichen Nettoeinkommen zahlt die Person mit dem höheren Einkommen nach diesem Modell einen größeren Anteil der gemeinsamen Kosten. Bei hälftiger Teilung zahlen beide gleich viel.

Die Aufteilung nach Einkommen ist eine Rechenmethode, aber keine allgemeingültige Fairnessregel. Sie können auch vereinbaren, dass beiden nach den gemeinsamen Kosten ähnlich viel persönliches Geld bleibt. Berücksichtigen Sie außerdem, wer wie viel Sorge- und Hausarbeit übernimmt. Diese Arbeit steht nicht auf der Gehaltsabrechnung, prägt aber den Familienalltag.

Das Drei-Konten-Modell nutzen

Eine einfache Lösung sind zwei persönliche Konten und ein gemeinsames Konto. Beide überweisen ihren vereinbarten Beitrag auf das Haushaltskonto und bezahlen damit die Ausgaben, die sie gemeinsam übernehmen. Persönliche Käufe und Hobbys bezahlt jede Person vom eigenen Konto.

Legen Sie vorab fest, was als gemeinsame Ausgabe gilt. Miete, Strom, Internet, Lebensmittel und Kinderkosten gehören häufig dazu. Bei Urlaub, größeren Anschaffungen oder einzelnen Versicherungen brauchen Sie eine eigene Vereinbarung. Je klarer Sie das festlegen, desto seltener müssen Sie später einzelne Ausgaben ausgleichen.

Richten Sie die monatlichen Überweisungen nach den tatsächlichen Kosten aus. Liegen die Einnahmen an unterschiedlichen Tagen auf den Konten, sollte das gemeinsame Konto rechtzeitig vor den Abbuchungen gedeckt sein. Prüfen Sie nach den ersten Monaten, ob die Beiträge reichen und ob beide mit der Regelung zurechtkommen.

Gemeinsame Einkäufe vorher regeln

Lebensmittel und gemeinsam genutzte Dinge lassen sich über das Haushaltskonto oder ein gemeinsames Einkaufsbudget bezahlen. Für mehr Überblick können Sie Ausgaben beim Einkaufen grob nach Bereichen wie Essen, Drogerie und Kleidung festhalten. Entscheidend ist, dass beide dieselben Regeln verwenden.

Bei persönlichen Vorlieben hilft eine klare Abmachung: Übliche Lebensmittel und Dinge für den Haushalt bezahlt die gemeinsame Kasse. Möchte eine Person ein deutlich teureres Markenprodukt oder etwas nur für sich kaufen, kann sie den Aufpreis selbst zahlen. Das ist eine mögliche Vereinbarung, keine feste Regel. Treffen Sie sie vor dem Einkauf, damit niemand später von den Kosten überrascht wird.

Rücklagen fest einplanen

Legen Sie getrennt Geld für bekannte Rechnungen, geplante Ausgaben und unerwartete Kosten zurück. Teilen Sie bekannte Jahreskosten, etwa Versicherungsbeiträge, in monatliche Beträge auf. Für Urlaub oder eine größere Anschaffung legen Sie fest, wie viel Geld Sie bis wann sparen wollen. Eine weitere Rücklage hilft bei unerwarteten Kosten wie einer Reparatur, soweit das Haushaltsbudget es zulässt.

Tragen Sie diese Beträge als feste Posten in den Monatsplan ein. Warten Sie nicht darauf, dass am Monatsende zufällig etwas übrig bleibt. Für die Höhe eines Puffers gibt es keine Summe, die für jede Familie passt. Miete, laufende Kosten, Einkommen und mögliche Veränderungen im Familienalltag spielen dabei eine Rolle.

Haushaltsplan regelmäßig prüfen

Besprechen Sie regelmäßig, ob die gemeinsame Kasse die Ausgaben deckt. Vergleichen Sie die geplanten Beträge mit den tatsächlichen Rechnungen und Einkäufen. Wenn sich Einkommen, Arbeitszeit oder Betreuungskosten ändern, passen Sie die Einzahlungen an.

Auch bei einer Familiengründung oder einem Wechsel in Teilzeit kann der bisherige Schlüssel unpassend werden. Ändern sich Einkommen oder Sorgearbeit, sprechen Sie neu über Beiträge und persönliches Geld. Keine feste Formel passt zu jedem Paar. Wichtig ist, dass beide die Vereinbarung nachvollziehen können.