In einer kleinen Wohnung wiegt jeder Fehlkauf schwer: Lebensmittel belegen knappen Stauraum, selten genutzte Geräte kosten Geld und zusätzliche Möbel versperren Wege oder Heizkörper. Nutzen Sie vorhandene Dinge und Vorräte, bevor Sie Neues kaufen.
Prüfen Sie vor dem Einkauf Ihre Vorräte, kaufen Sie passende Mengen und behalten Sie die Kosten für Heizung, Warmwasser und Strom im Blick. So senken Sie Ihre Ausgaben, ohne Stauraum mit Vorräten oder Aufbewahrungsprodukten zu füllen.
Kaufen Sie passend ein
Sehen Sie vor dem Einkauf in Kühlschrank, Gefrierfach und Vorratsschrank. Planen Sie Mahlzeiten mit dem, was bereits da ist, und notieren Sie nur die fehlenden Zutaten. Eine Liste hilft, spontane Käufe zu vermeiden. Sehen Sie auf dem Kassenbon nach, für welche Produkte Sie besonders viel ausgegeben haben.
Ein Wochenplan kann Besorgungen bündeln und unnötige Wege verringern. Kaufen Sie dafür trotzdem nur Mengen, die Sie voraussichtlich verbrauchen und unterbringen können. Eine große Packung lohnt sich nur, wenn der Inhalt nicht verdirbt oder im Schrank liegen bleibt. Deshalb raten Verbraucherzentrale und Umweltbundesamt dazu, Vorräte klein zu halten, wenn Sie größere Mengen wegwerfen müssten.
Das Umweltbundesamt nennt rund 75 Kilogramm weggeworfene Lebensmittel pro Person und Jahr. Die Zahl zeigt, wie viel Essen weggeworfen wird, nicht wie viel Geld eine einzelne Person dadurch verliert. Sichtbare, übersichtliche Vorräte helfen, Lebensmittel rechtzeitig zu verbrauchen: Stellen Sie ältere Packungen nach vorn und schreiben Sie bei Eingefrorenem das Datum auf die Verpackung. Viele Lebensmittel lassen sich nach Angaben des Umweltbundesamts sechs bis zwölf Monate einfrieren.
Auch saisonale Lebensmittel und preisgünstige Zutaten wie Gemüse oder Hülsenfrüchte können den Einkauf günstiger machen. Entscheidend bleibt, was zu Ihren Mahlzeiten passt. Ein billiger Artikel spart nichts, wenn Sie ihn später wegwerfen.
Ordnen Sie vorhandene Vorräte
Richten Sie für Lebensmittel eine begrenzte, gut sichtbare Vorratszone ein. Prüfen Sie zunächst, welche Regale und Behälter Sie bereits haben, bevor Sie Boxen oder zusätzliche Möbel kaufen. Wenn Lebensmittel feste Plätze haben, sehen Sie schneller, was noch da ist, und können den nächsten Einkauf besser planen.
Lagern Sie häufig genutzte Lebensmittel so, dass Sie sie ohne Umräumen erreichen. Beschriften Sie eingefrorene Reste mit Inhalt und Datum. Wenn Sie etwas nachkaufen, prüfen Sie zuerst, ob es noch vorhanden ist. Feste Plätze und Datumsangaben helfen Ihnen, Lebensmittel rechtzeitig zu verbrauchen und Doppelkäufe zu vermeiden. Sie schaffen allerdings keinen zusätzlichen Platz.
Zusätzliche Regale und Schränke brauchen selbst Platz und kosten Geld. Stellen Sie Möbel nicht vor Heizkörper und rücken Sie sie nicht direkt an kalte Außenwände. Verdeckte Heizkörper geben Wärme schlechter ab; an kalten Wänden kann sich Feuchtigkeit sammeln und Schimmel begünstigen.
Nutzen Sie kleine Helfer
Eine Einkaufsliste, ein Stift zum Beschriften und ein Blick in den Vorratsschrank kosten wenig und helfen Ihnen, Geld zu sparen. Wenn Sie Werkzeuge oder Elektrogeräte selten brauchen, prüfen Sie zuerst, ob Sie sie ausleihen oder mit anderen teilen können. Rechnen Sie Gebühren und Kaution ein und prüfen Sie die Vertragsbedingungen. Vergleichen Sie die Ausleihkosten mit dem Kaufpreis.
Ein Strommessgerät zeigt, wie viel Strom ein einzelnes Gerät verbraucht. Viele Verbraucherzentralen verleihen solche Geräte. Messen Sie zuerst, bevor Sie ein funktionierendes Gerät ersetzen: Das Alter allein sagt nicht, ob sich ein Neukauf rechnet. Besonders bei alten Kühl- und Gefriergeräten empfiehlt sich ein genauer Vergleich von Verbrauch und Anschaffungskosten. Laut Verbraucherzentrale fällt die mögliche Ersparnis bei einem Austausch von Wasch- und Spülmaschinen geringer aus.
Auch beim Putzen reicht eine kleine Auswahl an Reinigungsmitteln. Als Grundausstattung für Küche und Bad reichen laut Umweltbundesamt unter anderem Allzweckreiniger, Handspülmittel, Scheuermilch und saurer Sanitärreiniger. Dosieren Sie nach Packungsangabe. Konzentrate können beim Kauf teurer wirken, reichen laut Umweltbundesamt aber für mehr Anwendungen.
Senken Sie laufende Kosten
Warmwasser macht nach Angaben der Verbraucherzentrale ungefähr ein Sechstel der Energiekosten eines durchschnittlichen Haushalts aus. Kürzeres Duschen und das Abstellen des Wassers beim Einseifen senken den Verbrauch, ohne dass Sie etwas kaufen müssen. Die Kosten hängen unter anderem von Wassermenge, Temperatur und Art der Wassererwärmung ab.
Ein Sparduschkopf kostet laut Verbraucherzentrale etwa 20 Euro und kann den Warmwasserverbrauch um bis zu 50 Prozent senken. Das ist ein Höchstwert, keine feste Einsparung für jeden Haushalt. Als Richtwert empfiehlt die Verbraucherzentrale einen Durchfluss von weniger als neun Litern pro Minute. Bei einem hydraulischen Durchlauferhitzer, der die Heizleistung über den Wasserdurchfluss steuert, kann ein zu geringer Durchfluss Probleme verursachen. Prüfen Sie daher vor dem Kauf, ob der Duschkopf zu Ihrer Warmwassertechnik passt.
Als Faustregel gilt beim Heizen: Ein Grad weniger Raumtemperatur senkt den Energieverbrauch um ungefähr sechs Prozent. Senken Sie die Temperatur schrittweise und lassen Sie wenig genutzte Räume nicht unter 16 Grad beziehungsweise Thermostatstufe 2 auskühlen. Große Temperaturunterschiede zwischen Räumen können Schimmel begünstigen; die Verbraucherzentrale warnt vor Unterschieden von mehr als fünf Grad. Halten Sie Heizkörper frei und lüften Sie kurz mit weit geöffneten Fenstern, statt sie in der Heizperiode dauerhaft gekippt zu lassen.
Um die Stromkosten zu berechnen, prüfen Sie zuerst den Verbrauch einzelner Geräte und rechnen Sie mit Ihrem Tarif. Als Rechenbeispiel nutzt die Verbraucherzentrale 40 Cent pro Kilowattstunde: Ein Gerät mit 100 Watt kostet bei diesem Ansatz vier Cent pro Betriebsstunde. Ihr tatsächlicher Betrag hängt von Ihrem Strompreis und der Nutzungsdauer ab. Ein Messgerät zeigt, ob ein Gerät viel Strom verbraucht. Danach können Sie abwägen, ob sich ein Austausch lohnt.