Für die erste eigene Wohnung brauchen Sie zwei Übersichten: eine für die einmaligen Einzugskosten und eine für die laufenden Ausgaben. Rechnen Sie mit Ihrem tatsächlichen Nettoeinkommen und den Beträgen aus dem Mietvertrag. Bundesweite Durchschnittswerte geben nur eine grobe Orientierung; entscheidend sind die Kosten Ihrer Wohnung und Ihres Alltags.
Führen Sie Miete, Verträge, Einkäufe und Rücklagen getrennt auf. So sehen Sie, wie viel nach den festen Kosten für den Alltag bleibt und ob Ihr Geld auch nach dem Einzug jeden Monat reicht.
Berechnen Sie Ihr verfügbares Budget
Tragen Sie zuerst Ihr monatliches Nettoeinkommen ein. Berücksichtigen Sie regelmäßige Einnahmen, mit denen Sie verlässlich rechnen können. Unregelmäßige Zahlungen sollten Sie nicht wie ein festes Monatsgehalt behandeln.
Ordnen Sie danach Ihre Ausgaben. Mit dieser Rechnung sehen Sie, wie viel für veränderliche Ausgaben und Rücklagen bleibt:
Monatliche Nettoeinnahmen – feste Monatsausgaben – monatliche Anteile für Jahreskosten = verfügbarer Betrag für Einkäufe, Freizeit und Rücklagen
Feste Ausgaben sind zum Beispiel Miete, Strom und Internet. Zu den Jahreskosten gehören etwa Versicherungsbeiträge, die nicht monatlich abgebucht werden. Schreiben Sie zuerst alle festen Ausgaben auf, bevor Sie den Rest verplanen.
Rechnen Sie Wohnkosten vollständig
Prüfen Sie im Mietvertrag, welche Kosten in der Miete enthalten sind. Die Nettokaltmiete ist die Miete ohne Betriebskosten. Hinzu kommen kalte Betriebskosten sowie gegebenenfalls Heiz- und Warmwasserkosten. Strom, Gas oder Wasser können auch direkt über einen Versorger abgerechnet werden. Dann stehen sie zusätzlich zur Miete in Ihrem Budget.
Nehmen Sie die monatlichen Vorauszahlungen aus dem Mietangebot. Fragen Sie bei Unklarheiten nach der letzten Betriebskostenabrechnung oder danach, welche Kosten direkt an Versorger gehen. Der Deutsche Mieterbund nennt für das Abrechnungsjahr 2024 durchschnittliche Betriebskosten von 2,67 Euro pro Quadratmeter und Monat. Dieser bundesweite Durchschnitt ersetzt keine konkrete Abrechnung; Die Kosten unterscheiden sich je nach Gebäude, Verbrauch und Energieträger.
Trennen Sie Einzugskosten vom Monatsbudget
Planen Sie Kaution, Umzug und notwendige Möbel in einem eigenen Budget für den Einzug. Sie fallen nicht jeden Monat an, können aber vor dem Einzug eine hohe Summe erfordern. Schreiben Sie auf, was Sie wirklich brauchen. Prüfen Sie dann, was Sie übernehmen, ausleihen oder gebraucht kaufen können.
Bei einer Geldkaution darf der Vermieter höchstens drei Nettokaltmieten verlangen, also drei Monatsmieten ohne die ausgewiesenen Betriebskosten. Sie können die Kaution in drei gleichen Monatsraten zahlen. Die erste Rate wird zu Beginn des Mietverhältnisses fällig, die beiden nächsten zusammen mit den folgenden Mietzahlungen.
Erfassen Sie laufende Ausgaben
Neben der Miete fallen je nach Wohnung eigene Verträge und regelmäßige Ausgaben an. Prüfen Sie, ob Sie Strom, Gas oder Wasser direkt bezahlen und welche Kosten für Internet und Telefon entstehen. Auch der Rundfunkbeitrag gehört in die Rechnung: Er beträgt 18,36 Euro pro Wohnung und Monat. In einer Wohngemeinschaft wird grundsätzlich nur ein Beitrag je Wohnung fällig; für bestimmte Lebenslagen gibt es Befreiungen.
Nutzen Sie eine Tabelle, um feste Kosten, Alltagsausgaben und Rücklagen auseinanderzuhalten. Tragen Sie zunächst Ihre tatsächlichen Beträge ein und ergänzen Sie fehlende Zahlen, sobald Sie Angebote oder Verträge haben.
| Bereich | Beispiele |
|---|---|
| Wohnen | Nettokaltmiete, Betriebskosten, Heizung und Warmwasser |
| Direktverträge | Strom, gegebenenfalls Gas oder Wasser, Internet und Telefon |
| Alltag | Lebensmittel, Getränke, Drogerie- und Reinigungsmittel |
| Weitere Ausgaben | Mobilität, Versicherungen, Gesundheit, Abos und Freizeit |
| Rücklagen | Jahresrechnungen, notwendige Anschaffungen und unerwartete Ausgaben |
Erfassen Sie Lebensmittel- und Haushaltsausgaben
Setzen Sie für Lebensmittel und Haushaltsbedarf nicht automatisch einen Durchschnittswert als persönliches Ziel. Das Statistische Bundesamt weist für Einpersonenhaushalte in der Einkommens- und Verbrauchsstichprobe 2023 durchschnittlich 254 Euro monatlich für Nahrungsmittel, Getränke und Tabakwaren aus. Der Durchschnitt umfasst also mehr als Lebensmittel und beruht auf den Ausgaben verschiedener Haushalte. Er entspricht nicht Ihrer persönlichen Einkaufsliste.
Notieren Sie in den ersten Wochen Ihre Ausgaben für Lebensmittel, Drogerie und Haushalt sowie Essen außer Haus. Erfassen Sie auch kleine Beträge und Kartenzahlungen. Nach einigen Wochen erkennen Sie, welche Ausgaben regelmäßig anfallen und wie viel Sie pro Woche für Ihren Alltag brauchen.
Legen Sie Rücklagen an
Teilen Sie jährliche oder halbjährliche Rechnungen in Monatsbeträge auf. Kostet eine Rechnung zum Beispiel jedes Jahr einen bestimmten Betrag, teilen Sie ihn durch zwölf und legen jeden Monat diesen Anteil zurück. So steht das Geld bereit, wenn die Rechnung kommt.
Für einen Notgroschen gibt es keine Summe, die für alle passt. Bauen Sie Rücklagen auf, soweit es Ihre Einnahmen erlauben, und orientieren Sie sich an Ihren festen Kosten und absehbaren Ausgaben. Ein Haushaltsbuch zeigt Ihnen, wofür Sie Geld ausgeben. Es erhöht aber nicht das Geld, das Ihnen zur Verfügung steht. Wenn nach den festen Kosten kaum etwas übrig bleibt, prüfen Sie zuerst die tatsächlichen Verträge und Ausgaben, statt eine pauschale Sparquote anzusetzen.
Prüfen Sie Ihr Budget monatlich
Vergleichen Sie am Monatsende Ihre geplanten Beträge mit den tatsächlichen Ausgaben. Passen Sie die Ansätze für Einkäufe und Freizeit an, wenn Ihre Aufzeichnungen zeigen, dass sie zu niedrig oder zu hoch waren. Prüfen Sie bei den Wohnkosten auch, ob eine Vorauszahlung durch die nächste Abrechnung angepasst werden muss.
Durchschnittswerte geben eine grobe Orientierung. So weist die Erhebung von 2023 für Einpersonenhaushalte im Schnitt 817 Euro monatlich für Wohnen, Energie und Wohnungsinstandhaltung aus. Dieser Gesamtbetrag sagt nicht voraus, wie hoch Ihre Miete ausfällt, und lässt sich nicht direkt mit einzelnen Mietkosten vergleichen.