Wenn Sie günstiger leben möchten, geben Sie Geld bewusster aus: Behalten Sie Ausgaben bei, die Ihnen wichtig sind, und kürzen Sie Ausgaben, die Ihnen wenig bringen. Dafür müssen Sie weder Freizeitaktivitäten streichen noch pauschal beim Essen oder Wohnen sparen.
Verschaffen Sie sich zuerst einen Überblick über Ihre Ausgaben. So erkennen Sie, was sich im Alltag leicht ändern lässt. Miete und Arbeitsweg lassen sich dagegen nicht für alle kurzfristig beeinflussen.
Prüfen Sie Ihre Ausgaben
Notieren Sie einen Monat lang, wofür Sie Geld ausgeben, ohne sich sofort etwas zu verbieten. Sortieren Sie die Ausgaben anschließend in feste Kosten wie Miete und Versicherungen sowie veränderliche Ausgaben wie Lebensmittel, Kleidung und Freizeit. Rechnen Sie jährliche Kosten, etwa für Versicherungen oder Kfz-Steuer, auf einen Monatsbetrag herunter. So sehen Sie, welcher Betrag nach den festen Kosten tatsächlich übrig bleibt.
Ein Haushaltsbuch, eine Tabelle oder eine Banking-App reicht dafür aus. Prüfen Sie besonders Abonnements, die Sie kaum nutzen, spontane Einkäufe und Dinge, die Sie doppelt kaufen. Kündigen oder ändern Sie nur, was Sie im Alltag nicht vermissen würden. Legen Sie zugleich fest, welche Ausgaben bleiben sollen, etwa der Sportkurs, der regelmäßige Besuch bei Freunden oder ein bestimmtes Lebensmittel.
Kleine Alltagssparmaßnahmen lösen nicht jedes Budgetproblem. Gerade Miete und Mobilität lassen sich oft nicht kurzfristig ändern.
Planen Sie den Einkauf
Prüfen Sie vor dem Einkauf, was bereits im Kühlschrank und Vorratsschrank liegt. Planen Sie einige Mahlzeiten danach, was bald verbraucht werden muss, und schreiben Sie die fehlenden Zutaten auf. Berücksichtigen Sie auch Tage, an denen wenig Zeit zum Kochen bleibt. So kaufen Sie eher passend ein und werfen weniger weg.
Vergleichen Sie bei verpackten Lebensmitteln den Grundpreis, also den Preis pro Kilogramm oder Liter. Handelsmarken und einfache Grundzutaten können eine preiswertere Wahl sein, wenn Qualität und Geschmack für Sie passen. Auch größere Mengen oder mehrere Portionen lohnen sich, wenn Sie das Essen tatsächlich verbrauchen oder Reste einfrieren.
Ein Rabattaufkleber allein sagt noch nicht, ob ein Produkt günstig ist. Bei einem Marktcheck der Verbraucherzentralen aus dem Jahr 2025 waren in 15 von 27 Produktvergleichen nicht reduzierte Alternativen zum regulären Preis günstiger als die reduzierte Ware. Der Check umfasste 119 Kühlprodukte in zehn Supermärkten und vier Bundesländern, ist also nicht repräsentativ für alle Lebensmittelgeschäfte. Nehmen Sie reduzierte Ware mit, wenn sie ohnehin auf Ihrem Plan steht, der Grundpreis stimmt und Sie sie rechtzeitig verbrauchen.
Heiz- und Stromkosten senken
Schon eine passende Einstellung der Heizung hilft. Die Verbraucherzentrale nennt als Orientierung etwa 20 °C im Wohnzimmer, 18 °C im Schlafzimmer und 16 °C in wenig genutzten Räumen. Nach ihrer Angabe senkt ein Grad weniger die Heizenergie um ungefähr sechs Prozent. Die sechs Prozent beziehen sich auf den Heizenergieverbrauch. Ihre gesamte Haushaltsrechnung sinkt dadurch nicht im gleichen Maß.
Lassen Sie Räume nicht stark auskühlen: Die Verbraucherzentrale rät, 16 °C nicht zu unterschreiten, weil sonst Schimmel drohen kann. Halten Sie Heizkörper frei von Möbeln und Vorhängen und lüften Sie regelmäßig, um Feuchtigkeit abzuführen. Die passenden Temperaturen hängen auch vom Gebäude und der Feuchtigkeit ab; pauschales Frieren ist keine sinnvolle Sparmaßnahme.
Beim Strom helfen einfache Gewohnheiten. Lassen Sie die Waschmaschine möglichst voll laufen und schalten Sie Geräte aus, statt sie unnötig im Stand-by zu lassen. Wenn ein Gerät ersetzt werden muss, vergleichen Sie den Energieverbrauch der Modelle. Ein Neukauf lohnt sich allein wegen eines niedrigen Verbrauchs aber nicht automatisch: Entscheidend sind auch Kaufpreis, Zustand des alten Geräts und tatsächliche Nutzung.
Kaufen Sie seltener neu
Bei Dingen, die Sie nur gelegentlich brauchen, lohnt sich ein Blick auf Gebrauchtkauf, Ausleihe oder gemeinsame Nutzung. Bücher, Werkzeug, Möbel und Kleidung müssen nicht immer neu sein. Prüfen Sie Zustand und Preis und überlegen Sie, ob Sie den Gegenstand oft genug nutzen, um ihn selbst zu besitzen.
Vor einer Reparatur vergleichen Sie den Kostenvoranschlag mit dem Preis eines passenden Ersatzgeräts. Bei größeren Reparaturen empfiehlt das Umweltbundesamt, mehrere Angebote einzuholen. Bei manchen Gegenständen helfen Repair Cafés. Üblicherweise übernehmen sie keine Haftung für Mängel. Reparieren lohnt sich also je nach Zustand und Kosten, nicht grundsätzlich in jedem Fall.
Wählen Sie passende Sparmaßnahmen
Setzen Sie zuerst bei Ausgaben an, die Sie wenig nutzen oder leicht verändern können. Wenn Sie bei einer Maßnahme dauerhaft Aufwand oder Unzufriedenheit spüren, prüfen Sie, ob sie wirklich zu Ihrem Alltag passt. Wenige Sparmaßnahmen, die Sie dauerhaft beibehalten, helfen mehr als ein strenger Plan, den Sie bald aufgeben.
Wenn das Einkommen trotz sparsamer Planung dauerhaft nicht für die festen Kosten reicht, liegt das nicht zwingend an einzelnen Alltagsausgaben. Die Verbraucherzentrale empfiehlt, eine kostenlose Schuldnerberatung aufzusuchen, wenn das Geld regelmäßig nicht ausreicht oder die festen Ausgaben zu hoch sind.