Zementfugen sind porös. Deshalb werden sie schneller grau als die Fliesen. Kalk, Seifenreste, Fett und Staub setzen sich in der rauen Oberfläche fest und bilden mit der Zeit eine harte Schicht. Aggressive Reiniger lösen diese Schicht, greifen aber auch den Fugenmörtel an und machen ihn noch poröser.
Auch ohne aggressive Chemie bekommen Sie die Fuge sauber. Dazu führen Sie drei Schritte in dieser Reihenfolge aus: mild reinigen, mechanisch nachhelfen, gründlich nachwischen. Diese Schritte entfernen frischen Oberflächenschmutz und Ablagerungen, die bereits in die obere Fugenschicht eingedrungen sind.
Warum Fugen grau werden
Zementfugen haben eine feinkörnige Oberfläche und saugen Wasser auf. Beim Duschen, Kochen oder Wischen gelangt Wasser in die Fuge und trägt Kalk, Seifenreste und Fett hinein. Verdunstet es, bleiben die Stoffe in den feinen Poren zurück. Aus diesen Rückständen entstehen mit der Zeit graue oder schwarze Verfärbungen, die sich mit einem feuchten Tuch nicht mehr abwischen lassen.
Die Methode hängt davon ab, ob der Schmutz nur auf der Oberfläche liegt oder in die Fuge eingedrungen ist. Frischer Schmutz, Staub und leichte Seifenfilme liegen nur auf der Oberfläche; warmes Wasser mit einem milden Reiniger und ein weiches Tuch genügen, um sie abzunehmen. Kalk, eingetrocknete Seifenreste und Fett dagegen dringen in die obere Fugenschicht ein. Sie sitzen in der Fuge, nicht auf ihr. Deshalb ist mechanische Arbeit nötig: Die Bürste muss die verstopfte Schicht erst lösen, bevor der Reiniger an die tieferen Poren herankommt.
Milde Reinigung
Für die regelmäßige Reinigung reichen warmes Wasser und ein neutraler Allzweckreiniger oder etwas Spülmittel. Tragen Sie die Lösung auf die Fugen auf, lassen Sie sie kurz einwirken und wischen Sie anschließend die Fläche ab. Für die Fugen nehmen Sie eine weiche Bürste, für die Fliesen ein Mikrofasertuch. So schleifen Sie den Fugenmörtel nicht unnötig ab.
Verzichten Sie auf Scheuermilch mit harten Schleifkörnern, Stahlwolle und starke Säuren. Diese Mittel entfernen den Schmutz, greifen aber auch den Zement an. Die Fuge wird rauer, saugt mehr Wasser auf und verschmutzt beim nächsten Mal schneller. Chlorhaltige Reiniger bleichen außerdem die Fugenfarbe aus und reizen die Atemwege. Für den Haushalt sind sie nicht nötig.
Mit der Bürste nachhelfen
Der wichtigste Schritt ist die mechanische Arbeit. Die Ablagerungen sitzen in der oberen Fugenschicht. Ein Reiniger löst sie allein nicht. Er weicht die Schicht an, die Bürste trägt sie ab. Nutzen Sie eine Fugenbürste mit festen Borsten oder für schmale Fugen eine alte Zahnbürste. Führen Sie die Bürste entlang der Fugenlinie und arbeiten Sie den gelösten Schmutz nach oben heraus.
Für hartnäckige Stellen hilft eine Paste aus Natron und Wasser. Natron wirkt leicht schleifend. Es ist aber alkalisch und greift den Zement nicht an. Rühren Sie Natron mit etwas Wasser zu einer dickflüssigen Paste an, streichen Sie sie auf die Fugen und lassen Sie sie einige Minuten einwirken. Danach schrubben Sie die Fugen gründlich. Reicht eine Behandlung nicht, wiederholen Sie sie, statt mehr von dem Mittel zu verwenden.
Hartnäckige Ablagerungen lösen
Nicht jeder Fleck braucht dieselbe Methode, weil Kalk, Seifenreste und eingedrungener Schmutz aus unterschiedlichen Stoffen bestehen. Sie lösen sich deshalb unterschiedlich.
Kalk entsteht durch hartes Wasser und sitzt als weißliche, krümelige Schicht auf der Fuge. Säure löst ihn, greift aber auch den Zement an, weil Zement basisch ist. Verwenden Sie Zitronensäure oder Essigessenz nur verdünnt und gezielt bei Kalkflecken. Wischen Sie die Fugen danach gründlich mit klarem Wasser nach.
Seifenreste und Fett bilden einen fettigen Film, den Säure kaum angreift. Warmes Wasser mit Spülmittel oder die Natronpaste löst ihn. Die alkalische Paste löst das Fett besser von der Fuge als ein saurer Reiniger.
Eingedrungener Schmutz, der die Fuge grau gefärbt hat, lässt sich weder mit Säure noch mit Fettlöser entfernen. Er steckt fest in der Porenschicht und kommt nur mit der Bürste ab, notfalls in mehreren Durchgängen.
Mischen Sie niemals Reiniger, denn Säuren zusammen mit chlorhaltigen Mitteln bilden giftige Dämpfe. Mischen Sie auch Natron und Essig nicht: Sie neutralisieren sich gegenseitig, das Sprudeln hat keine Reinigungswirkung. Arbeiten Sie immer mit einem Mittel und spülen Sie zwischen zwei Behandlungen gut nach.
Gründlich nachwischen
Nach dem Schrubben bleiben Reinigungsreste und gelöster Schmutz in der Fuge zurück. Wenn Sie diese Reste nicht entfernen, trocknen sie ein und bilden die nächste Schmutzschicht. Wischen Sie die behandelten Flächen deshalb mit einem nur leicht feuchten Tuch und klarem Wasser nach, am besten zweimal. Nach einer Säurebehandlung ist das Nachwischen besonders wichtig, weil Säurereste den Zement dauerhaft angreifen.
Prüfen Sie nach dem Trocknen, ob die Fuge wieder ihre normale Farbe hat. Bleibt sie grau, wiederholen Sie die Behandlung mit der Bürste. Ein stärkeres Mittel brauchen Sie dafür nicht; mehr Geduld und ein zweiter Durchgang reichen.
Fugen sauber halten
Vorbeugen ist einfacher als Nacharbeiten. Wischen Sie Fliesen und Fugen nach dem Duschen oder Baden mit einem Abzieher oder Tuch trocken, damit Kalk und Seifenreste nicht antrocknen. Lüften Sie Küche und Bad nach dem Kochen oder Duschen, damit die Feuchtigkeit abzieht und sich kein Schimmel bildet. Bei der normalen Bodenreinigung bürsten Sie die Fugen einmal pro Woche mit warmem Wasser. Mit dieser kurzen Routine verhindern Sie, dass sich eine feste Schicht bildet.