Das EU-Energielabel macht ähnliche Geräte nach einheitlichen Regeln vergleichbar. Farbskala und Buchstabe fallen sofort auf. Für ein verlässliches Gesamturteil reichen sie aber nicht.
Prüfen Sie zuerst die Produktgruppe, dann die Bezugsgröße und erst danach die Effizienzklasse. So vergleichen Sie keinen Kühlschrank mit einem Fernseher. Außerdem ordnen Sie frühere Plusklassen richtig ein und verwechseln Prüfwerte nicht mit Ihrem tatsächlichen Verbrauch.
Die Skala nur innerhalb einer Produktgruppe vergleichen
Die heutige Skala reicht grundsätzlich von A bis G. A ist die effizienteste Klasse innerhalb einer Produktgruppe, G die am wenigsten effiziente. Die Farben von Dunkelgrün bis Rot helfen bei der schnellen Orientierung.
Die Buchstaben lassen sich aber nicht über verschiedene Produktgruppen hinweg vergleichen. Ein Kühlschrank der Klasse C ist nicht automatisch effizienter oder schlechter als eine Waschmaschine der Klasse B. Für beide gelten unterschiedliche Messverfahren, Referenzgrößen und Grenzwerte. Auch ein Fernseher der Klasse E lässt sich nicht sinnvoll mit einem Geschirrspüler der Klasse E vergleichen.
Die erste Prüffrage beim Kauf lautet daher: Gehören die Geräte zur selben gesetzlich definierten Produktgruppe? Danach sollten Sie die technischen Rahmenbedingungen abgleichen:
- Haben die Geräte eine ähnliche Kapazität oder ein ähnliches Nutzvolumen?
- Beziehen sich die Werte auf dasselbe Programm oder denselben Betriebsmodus?
- Sind Bildschirmgröße, Auflösung oder Lichtstrom vergleichbar?
- Werden dieselben zusätzlichen Eigenschaften betrachtet?
Auch innerhalb einer Produktgruppe können vorschnelle Schlüsse entstehen. Eine große Kühl-Gefrier-Kombination kann mehr Energie verbrauchen als ein kleiner Kühlschrank, obwohl beide eine ähnliche Effizienzklasse haben. Das größere Gerät ist deshalb nicht automatisch schlechter konstruiert. Es kühlt mehr Nutzvolumen und kann anders aufgeteilt sein.
Die Rückkehr zu A bis G soll wieder mehr Abstand zwischen den Klassen schaffen. Bei manchen Produktgruppen waren die oberen Bereiche der früheren Skalen mit A+, A++ und A+++ zunehmend voll. Alte und neue Skalen lassen sich trotzdem nicht direkt umrechnen. Ein altes A+++ entspricht nicht automatisch einem neuen A, B oder C. Neue Prüfprogramme, Berechnungen und Grenzwerte können die Einstufung ändern, ohne dass sich der tatsächliche Geräteverbrauch im selben Maß ändert.
Nicht alle Produktgruppen verwenden bereits dieselbe Skala. Bei bestimmten Backöfen, Dunstabzugshauben, Heizungen, Warmwasserbereitern, Lüftungs- und Klimageräten können weiterhin andere Skalen vorkommen. Prüfen Sie deshalb immer das konkrete Label und verlassen Sie sich nicht auf die Annahme, jedes EU-Energielabel reiche inzwischen von A bis G.
Verbrauchswert und Bezugsgröße richtig lesen
Die Effizienzklasse ordnet ein Gerät im Vergleich ein. Für den Gerätevergleich brauchen Sie außerdem den konkreten Verbrauchswert und seine Einheit. Ein Wert pro 100 Zyklen ist nicht dasselbe wie ein Wert pro Jahr oder pro 1.000 Betriebsstunden.
Bei Waschmaschinen bezieht sich das Label auf das standardisierte Programm „Eco 40–60“. Der Energieverbrauch wird pro 100 Betriebszyklen angegeben. Das Verfahren berücksichtigt verschiedene Beladungszustände. Neben dem Energieverbrauch nennt das Label meist Fassungsvermögen, Wasserverbrauch pro Waschzyklus, Programmdauer, Schleuderwirkung und Geräuschentwicklung.
Dieser Wert sagt Ihren persönlichen Jahresverbrauch nicht voraus. Ihr tatsächlicher Verbrauch hängt unter anderem von Beladung, Programm, Temperatur und Nutzungshäufigkeit ab. Vergleichen Sie deshalb zwei Waschmaschinen mit demselben Programm und ähnlicher Kapazität. Bei einem Waschtrockner müssen Sie außerdem den reinen Waschzyklus vom kombinierten Wasch-und-Trocken-Zyklus unterscheiden.
Bei Geschirrspülern gehören Energieverbrauch pro 100 Spülzyklen, Maßgedecke, Wasserverbrauch pro Zyklus, Programmdauer und Geräuschpegel zusammen. Ein kleineres Gerät kann einen niedrigeren absoluten Verbrauch aufweisen, nimmt aber auch weniger Geschirr auf. Für einen Haushalt mit regelmäßig großen Spülmengen ist die Kapazität daher eine notwendige Vergleichsgröße.
Kühl- und Gefriergeräte weisen typischerweise den jährlichen Energieverbrauch, das Volumen der Kühl- und Frischefächer, das Gefriervolumen sowie Geräuschpegel und Geräuschklasse aus. Vergleichen Sie möglichst Geräte mit ähnlicher Aufteilung und ähnlichem Nutzvolumen. Ein reiner Kühlschrank, eine Kühl-Gefrier-Kombination, ein Gefrierschrank und ein Weinkühler erfüllen unterschiedliche Aufgaben, auch wenn sie im Handel nebeneinanderstehen.
Bei Fernsehern und Monitoren kommt es auf den Betriebsmodus an. Das Label kann den Verbrauch und die Effizienzklasse für den Standard-Dynamikbereich, kurz SDR, ausweisen. Unterstützt das Gerät HDR, also einen erweiterten Kontrast- und Helligkeitsbereich, gibt es dafür zusätzliche Angaben. Bildschirmdiagonale, Auflösung, Helligkeitseinstellungen und Betriebsdauer beeinflussen die Einordnung im Alltag. Vergleichen Sie daher Modelle mit ähnlicher Größe und achten Sie darauf, ob Sie den SDR- oder HDR-Wert betrachten.
Bei Leuchtmitteln lesen Sie die Effizienzklasse zusammen mit dem Lichtstrom in Lumen. Watt beschreibt die elektrische Leistung, Lumen die Helligkeit. Farbtemperatur, Bauform, Abstrahlwinkel und Dimmbarkeit entscheiden darüber, ob eine Lampe für den vorgesehenen Einsatz geeignet ist. Eine gute Effizienzklasse ersetzt diese Prüfung nicht.
Symbole und Zusatzangaben zuordnen
Jedes Symbol steht für einen bestimmten Messwert oder eine Produkteigenschaft. Lesen Sie es immer zusammen mit Einheit und Bezugsgröße. Kilogramm stehen bei einer Waschmaschine für die Nennkapazität, Liter beim Kühlschrank für das Volumen und Dezibel für die Geräuschentwicklung. Keiner dieser Werte zeigt allein die Effizienz.
Bei Waschmaschinen kann die Geräuschklasse die Dezibelangabe ergänzen. Die Klasse fasst den Messwert in eine Kategorie ein, während die Dezibelzahl den konkreten Pegel nennt. Bei Geschirrspülern und Kühlgeräten gilt dieselbe Regel: Für die Auswahl zählt der konkrete Wert, wenn Ihnen ein leiser Betrieb besonders wichtig ist.
Seit 2025 tragen Wäschetrockner eine neue Kennzeichnung mit A bis G. Dort stehen unter anderem der Energieverbrauch pro 100 Trocknungszyklen, Nennkapazität, Programmdauer, Geräuschentwicklung und Kondensationseffizienz. Wegen der neuen Bezugsgrößen dürfen Sie die Angaben nicht direkt mit einem älteren Label von A+++ bis D gleichsetzen.
Smartphones und Tablets tragen seit dem 20. Juni 2025 ein erweitertes Label. Neben der Energieeffizienz können dort Batterielaufzeit pro vollständiger Ladung, Akkulebensdauer, Robustheit, Schutz gegen Staub und Wasser sowie ein Reparierbarkeitsindex stehen. Diese Angaben sind getrennt voneinander zu lesen. Eine gute Energieeffizienzklasse beweist weder hohe Verarbeitungsqualität noch lange Haltbarkeit oder einfache Reparatur.
Auch der Reparierbarkeitsindex zeigt nicht die Kosten an. Er bewertet bestimmte Bedingungen für Reparaturen nach festgelegten Kriterien. Er sagt aber nicht voraus, wie teuer Ersatzteile, Arbeitszeit oder ein bestimmter Kundendienst sind. Bei vielen anderen Haushaltsgeräten gehört Reparierbarkeit außerdem nicht zur Energieeffizienzklasse.
QR-Code und EPREL gezielt nutzen
Der QR-Code auf dem Label führt zur europäischen Produktdatenbank EPREL. Dort können Sie das konkrete Modell identifizieren und das offizielle Produktdatenblatt mit weiteren technischen Angaben abrufen. Die Datenbank ermöglicht Vergleiche innerhalb einer Produktgruppe und bietet je nach Produkt zusätzliche Filter und Informationen.
Beim Onlinekauf prüfen Sie zuerst die Modellnummer und öffnen danach den QR-Code oder suchen das Modell in EPREL. Stimmen Modellbezeichnung, Kapazität und Produktart nicht überein, ist der Vergleich unsicher. Achten Sie beim Öffnen des QR-Codes außerdem darauf, dass die angezeigte Adresse zur offiziellen EU-Domain gehört.
EPREL stellt technische Daten übersichtlich bereit. Die Datenbank ersetzt aber nicht die Prüfung, ob ein Gerät zu Ihrem Alltag passt. Sie zeigt nicht automatisch, welches Gerät für Ihren Haushalt geeignet ist, wie zuverlässig es langfristig arbeitet, wie gut es sich bedienen lässt oder wie schnell ein Kundendienst reagiert. Auch die tatsächliche Reparaturdauer und konkrete Reparaturkosten können Sie daraus nicht ableiten.
Im Onlinehandel sollten Sie nicht nur die Produktübersicht betrachten. Prüfen Sie auch die Detailseite und das Produktdatenblatt. Fehlt das Label, ist es unvollständig oder passt es nicht eindeutig zur Modellnummer, sollten Sie den Anbieter um eine korrekte Kennzeichnung bitten oder ein anderes Angebot prüfen.
Die Klasse nicht mit Qualität verwechseln
Das Energielabel bewertet den Energieparameter nach den Regeln der jeweiligen Produktgruppe. Es sagt deshalb nicht automatisch etwas über Lebensdauer, Materialqualität, Reinigungsleistung, Trocknungsleistung, Bedienung, Reparierbarkeit oder Kundendienst aus.
Für eine Kaufentscheidung können deshalb mehrere Angaben gleichzeitig entscheidend sein. Die Kriterien unterscheiden sich je nach Gerät: Eine Waschmaschine beurteilen Sie etwa nach Kapazität, Wasserverbrauch, Programmdauer, Schleuderwirkung und Geräuschpegel. Beim Fernseher müssen Bildschirmgröße, SDR- und HDR-Verbrauch sowie Standby- und Netzwerkbetrieb zusammenpassen. Für ein Kühlgerät sollten Nutzvolumen, Aufteilung und Geräuschentwicklung zur Küche und zum Haushalt passen.
Die Werte entstehen unter standardisierten Prüfbedingungen. Andere Programme, Teilbeladungen, Raumtemperaturen, Einstellungen, Zusatzfunktionen oder häufigere Nutzung verändern das Ergebnis. Das Label liefert daher einen vergleichbaren Referenzwert, aber keine Zusage für Ihren individuellen Verbrauch.
Für den Vergleich genügt ein festes Schema:
- Bestimmen Sie zunächst Produktgruppe und Gerätetyp.
- Prüfen, ob alte oder neue Skala verwendet wird.
- Effizienzklasse und konkreten Verbrauchswert ablesen.
- Einheit und Bezugsgröße markieren.
- Kapazität, Volumen, Bildschirmgröße oder Lichtstrom einbeziehen.
- Relevante Zusatzwerte wie Wasser, Geräusch oder Programmdauer vergleichen.
- Modellnummer über Produktdatenblatt oder EPREL kontrollieren.
- Qualität, Haltbarkeit und Reparaturmöglichkeiten separat bewerten.