Wenn Sie zum ersten Mal allein oder in einer WG wohnen, müssen Sie Miete, Einkäufe, Möbel und Haushaltsgeräte in Ihr Budget einplanen. Notieren Sie Ihre Ausgaben und planen Sie Ihre Einkäufe und vermeiden Sie mit einfachen Gewohnheiten Verschwendung und unnötigen Verbrauch.
Einen passenden Pauschalbetrag für den Haushalt gibt es nicht: Wohnort, Wohnform und Alltag machen einen großen Unterschied. Mit einer Übersicht sehen Sie, wie viel Geld übrig bleibt und wo Sie sparen können.
Haushaltskosten planen
Notieren Sie Ihre regelmäßigen Einnahmen und festen Ausgaben. Dazu gehören zum Beispiel Miete, Nebenkosten, Versicherungen, Telefon und Fahrtkosten. Auch Rechnungen, die nur jährlich oder halbjährlich kommen, sollten Sie einplanen: Teilen Sie den Betrag durch zwölf und legen Sie jeden Monat einen Teil dafür zurück.
Den Rest können Sie für Lebensmittel und Haushaltsmittel einplanen. Setzen Sie dafür eine Wochen- oder Monatsgrenze, die zu Ihrem Alltag passt. Notieren Sie zunächst einige Wochen lang Ihre Einkäufe und kleineren Ausgaben. So sehen Sie, ob Ihr Plan realistisch ist und welche Ausgaben regelmäßig dazukommen. Ein einfaches Haushaltsbuch auf Papier oder in einer Tabelle reicht dafür aus.
In einer Wohngemeinschaft lohnt sich eine klare Absprache über gemeinsame Anschaffungen und Verbrauchsartikel. Legen Sie fest, wer zum Beispiel Spülmittel oder Toilettenpapier besorgt und wie Sie die Kosten teilen. Das verhindert doppelte Einkäufe und Diskussionen.
Lebensmittel günstig einkaufen
Prüfen Sie vor dem Einkauf Kühlschrank, Gefrierfach und Vorratsschrank. Planen Sie danach einige Mahlzeiten, die zu Ihrem Wochenablauf passen, und schreiben Sie nur die fehlenden Zutaten auf die Einkaufsliste. Frische Lebensmittel können Sie für die Tage einplanen, an denen Sie sicher zu Hause essen; länger haltbare Zutaten eignen sich für spätere Mahlzeiten.
Vergleichen Sie bei verpackten Lebensmitteln den Grundpreis, also den Preis pro Kilogramm oder Liter. Eine große Packung lohnt sich nur, wenn Sie den Inhalt rechtzeitig verbrauchen. Gerade in einem Einpersonenhaushalt spart eine kleinere Menge oft mehr als ein Angebot, von dem am Ende etwas verdirbt.
Wenn Sie hungrig einkaufen oder ohne Liste durch den Laden gehen, landen leichter zusätzliche Produkte im Korb. Nehmen Sie im Alltag außerdem Essen und Getränke von zu Hause mit. So kaufen Sie unterwegs seltener spontan eine Mahlzeit oder ein Getränk.
Kochen und Reste nutzen
Wenn Sie selbst kochen, ist das häufig günstiger und Sie behalten die Kosten pro Mahlzeit im Blick. Wählen Sie Gerichte, für die sich Zutaten mehrfach verwenden lassen, etwa Gemüse für eine Pfanne und eine Suppe. Kochen Sie größere Mengen, wenn Sie das Essen am nächsten Tag mitnehmen oder einzelne Portionen einfrieren können.
Räumen Sie ältere Lebensmittel im Kühlschrank nach vorn und stellen Sie neue Ware dahinter. Beschriften Sie eingefrorene Portionen mit dem Inhalt und dem Einfrierdatum, damit sie nicht in Vergessenheit geraten. Halten Sie verderbliche Vorräte klein, wenn Sie noch nicht wissen, wie schnell Sie sie verbrauchen.
Das Mindesthaltbarkeitsdatum bedeutet nicht automatisch, dass ein Lebensmittel danach verdorben ist. Prüfen Sie Aussehen, Geruch und Geschmack. Leicht verderbliche Lebensmittel mit Verbrauchsdatum sollten Sie nach Ablauf des Datums nicht mehr essen.
Mit wenigen Mitteln putzen
Für den normalen Haushalt reichen wenige Reinigungsmittel. Für viele alltägliche Aufgaben genügen Handspülmittel und ein neutraler Allzweckreiniger, ergänzt durch ein Scheuermittel. Essigreiniger oder Zitronensäure können bei passenden Oberflächen zusätzlich helfen. Verwenden Sie säurehaltige Mittel jedoch nicht auf empfindlichem Naturstein wie Marmor und beachten Sie die Hinweise auf dem Produkt.
Mischen Sie Reinigungsmittel nicht beliebig miteinander. Das spart weder Zeit noch Geld und kann gefährlich sein. Entfernen Sie Schmutz möglichst zeitnah, bevor er eintrocknet. Wischen Sie Fliesen oder Fugen nach Bedarf trocken und spülen Sie benutztes Kochgeschirr ab, statt es lange stehen zu lassen. Wenn Sie diese kleinen Handgriffe regelmäßig erledigen, müssen Sie später weniger putzen.
Strom im Alltag sparen
Waschen Sie möglichst volle Maschinenladungen und nutzen Sie Eco-Programme, wenn sie für das jeweilige Gerät und die Wäsche passen. Niedrige Waschtemperaturen reichen bei vielen Alltagsladungen aus. Trocknen Sie Wäsche an der Luft, wenn Platz und Zeit dafür vorhanden sind. Beim Kochen verkürzt ein Deckel auf dem Topf die benötigte Energie; im Wasserkocher erhitzen Sie nur die Wassermenge, die Sie tatsächlich brauchen.
Für den Kühlschrank empfiehlt die Verbraucherzentrale etwa 7 °C im oberen Fach. Eine um 1 °C niedrigere Einstellung erhöht den Stromverbrauch laut Verbraucherzentrale um ungefähr 6 Prozent. Die genaue Wirkung auf Ihre Stromrechnung hängt jedoch vom Gerät und seiner Nutzung ab. Ersetzen Sie kaputte Leuchtmittel durch LEDs und schalten Sie Geräte aus, wenn sie nicht gebraucht werden.
Die Wohnung schrittweise einrichten
Kaufen Sie zuerst, was Sie zum Schlafen, Kochen, Essen und Waschen tatsächlich benötigen. Prüfen Sie, welche Möbel und Haushaltsgegenstände Sie schon besitzen, übernehmen oder leihen können. Gebrauchte Möbel und lokale Verschenkgruppen helfen dabei, die Einrichtung nach und nach aufzubauen.
Bei Elektrogeräten zählt neben dem Kaufpreis auch der Stromverbrauch. Prüfen Sie bei gebrauchten Geräten Alter und Energiebedarf, bevor Sie sich entscheiden. Für eine gemeinsame Wohnung sollten Sie außerdem absprechen, welche Geräte alle nutzen und welche bereits vorhanden sind. So vermeiden Sie, dass mehrere Personen dieselbe Ausstattung kaufen.