Viele fragen sich: Ist das stundenlange Eco-Programm teurer als ein kurzer Durchlauf? Das Eco-Programm spart Energie, weil es die Heizleistung senkt und die längere Laufzeit für die Reinigung nutzt. Entscheidend sind die Menge und Temperatur des erhitzten Wassers. Für den normalen Haushalt ist das Eco-Programm daher meist die effizienteste Wahl, wenn Sie das Programm an die Verschmutzung anpassen.
Energie sparen im Eco-Programm
Der größte Energieverbrauch eines Geschirrspülers entsteht durch das Erhitzen des Wassers. Das Eco-Programm senkt diesen Bedarf auf zwei Wegen: Es reduziert die Wassertemperatur auf etwa 50 Grad Celsius und verwendet oft weniger Wasser pro Spülgang. Die längere Laufzeit entsteht, weil das Gerät die Verschmutzungen länger einweicht und die Umwälzpumpe länger laufen lässt. Diese Pumpe verbraucht aber deutlich weniger Strom als ein Heizstab.
Die Europäische Kommission hat das Eco-Programm als Referenzprogramm für das Energielabel bestimmt. Die Verbrauchswerte auf dem Label gelten daher immer für dieses Programm. Moderne Geräte verbrauchen im Eco-Programm unter einer Kilowattstunde und rund 10 Liter Wasser pro Spülgang, so das Umweltbundesamt. Ein Beispiel aus der Herstellerdokumentation zeigt: Ein aktuelles Gerät mit 14 Maßgedecken verbraucht im Eco-Programm 54 kWh pro 100 Zyklen bei einer Laufzeit von knapp fünf Stunden. Ein baugleiches Modell mit kürzerer Laufzeit von 3:35 Stunden verbraucht mit 65 kWh pro 100 Zyklen deutlich mehr Strom. Die lange Laufzeit ist also kein Zeichen von Ineffizienz, sondern ein zentraler Teil der Sparstrategie.
Wann das Eco-Programm passt
Für den normalen Haushalt mit durchschnittlich verschmutztem Geschirr und voller Beladung ist das Eco-Programm die sparsamste Wahl. In manchen Situationen ist ein anderes Programm sinnvoller.
Stark verschmutzte Töpfe und Pfannen mit eingebrannten Resten brauchen oft ein Intensivprogramm mit Temperaturen von 65 bis 70 Grad und mehr Wasserdruck. Es verhindert oft einen zweiten Spülgang und spart so insgesamt Ressourcen. Bei leicht verschmutztem Geschirr und Zeitdruck kann ein Kurzprogramm bei frischen Resten reichen. Eine Studie aus dem Jahr 2024 zeigt: Ein Kurzprogramm bei niedriger Temperatur kann in bestimmten Fällen sogar weniger Energie verbrauchen als das Eco-Programm. Das ist aber stark vom Modell abhängig. Die Expressfunktion vieler Geräte erhöht den Energieverbrauch im Schnitt um über 40 Prozent, während die Laufzeit um mehr als die Hälfte fällt. Sie sollten daher prüfen, ob die Zeitersparnis den höheren Verbrauch aufwiegt.
Für empfindliche Gläser und Kristall eignet sich ein Glasprogramm mit niedriger Temperatur und sanftem Wasserdruck. Kunststoff trocknet im Eco-Programm oft schlecht, weil die Trocknungsphase auf ein Minimum reduziert ist. Geräte mit automatischer Türöffnung oder speziellen Trocknungssystemen wie Zeolith liefern hier bessere Resultate. Bei besonderen Hygieneanforderungen, etwa für Schneidebretter oder Babyflaschen, empfiehlt sich ein Hygiene- oder Intensivprogramm, das die Temperatur länger hochhält. Ein normales Eco-Programm ist nicht unhygienisch, aber für spezielle Anforderungen sind die höheren Temperaturen die sicherere Wahl.
Weniger Verbrauch
Unabhängig vom Programm haben Sie als Nutzer großen Einfluss auf den tatsächlichen Verbrauch Ihrer Spülmaschine. Die wichtigste Stellschraube ist die volle Beladung der Maschine. Ein Eco-Programm spart pro Spülgang, nicht pro Geschirrteil. Eine halbvolle Maschine ist ineffizient, egal welches Programm Sie wählen. Warten Sie daher, bis die Maschine voll beladen ist.
Das Umweltbundesamt rät davon ab, das Geschirr unter fließendem Wasser vorzuspülen. Es reicht, Speisereste grob abzustreifen. Moderne Geschirrspüler sind darauf ausgelegt, angetrocknete Speisereste zu entfernen. Das Vorspülen verbraucht unnötig Wasser und Zeit. Ein verstopfter Filter oder verkalkte Sprüharme verschlechtern die Reinigung und können den Verbrauch erhöhen. Reinigen Sie den Filter regelmäßig und lassen Sie die Maschine gelegentlich im heißen Leerlauf mit einem Maschinenpfleger laufen.
Die größte Einsparung erzielen Sie, wenn Sie das Programm der Verschmutzung anpassen. Ein Intensivprogramm für drei Tassen ist genauso unnötig wie ein Eco-Programm für eingebrannte Auflaufformen. Die moderne Sensorik erleichtert die Wahl, aber die Entscheidung liegt bei Ihnen.