Nach dem Umstellen von Sofa, Schrank oder Bett bleiben oft deutliche Abdrücke im Teppich zurück. Sie entstehen, weil das Gewicht der Möbel die Fasern über Wochen oder Monate zusammendrückt. In den meisten Fällen lassen sich die Abdrücke mit einfachen Hausmitteln entfernen. Zwei Methoden haben sich bewährt: Kälte und Dampf. Beide brauchen nur wenige Hilfsmittel. Bei richtiger Anwendung richten sich die Fasern wieder auf.
Warum Möbel Druckstellen hinterlassen
Möbelbeine drücken die Teppichfasern an einer Stelle dauerhaft zusammen. Besonders betroffen sind Wollteppiche, Hochflor- und dicke Teppiche. Ihre Fasern sind zwar elastisch, richten sich nach langer Belastung aber nicht von allein wieder auf. Typische Verursacher sind Sofas und Sessel mit dünnen Beinen, Couchtische, Betten sowie Esszimmerstühle, die täglich am selben Platz stehen. Je länger die Möbel unbewegt bleiben, desto tiefer und hartnäckiger wird der Abdruck.
Eiswürfel-Methode für Naturfasern
Die Kältemethode eignet sich besonders für Wollteppiche und empfindliche Naturfasern, da sie ohne Hitze auskommt. Saugen Sie die Druckstelle zuerst gründlich ab, damit kein Schmutz beim Anfeuchten in die Fasern gerät. Legen Sie dann einen oder mehrere Eiswürfel direkt auf die Druckstelle. Bei größeren Abdrücken verteilen Sie mehrere Eiswürfel im Abstand von ein bis zwei Zentimetern über die Fläche. Lassen Sie die Eiswürfel vollständig schmelzen, das Wasser zieht dabei langsam in die Fasern ein. Anschließend trocknen Sie den Bereich mit einem Föhn und lockern die Fasern vorsichtig mit den Fingern oder einer weichen Bürste auf.
Dampfmethode für Synthetikteppiche
Bei stabilen Teppichen aus Synthetikfasern oder dichten Schlingenwaren kommen Sie mit der Dampfmethode schneller ans Ziel. Legen Sie ein sauberes Geschirr- oder Baumwollhandtuch über die Druckstelle und bügeln Sie mit einem Dampfbügeleisen darüber. Drücken Sie die Dampftaste mehrmals, damit der heiße Dampf durch das Tuch in die Fasern eindringt. Dabei sehen Sie, wie sich die Fasern wieder aufstellen. Alternativ befeuchten Sie ein weißes Baumwollhandtuch leicht, legen es auf die Druckstelle und geben einige Sekunden lang sanft Dampf durch das Tuch. Danach entfernen Sie das Handtuch, lassen den Teppich an der Luft trocknen und lockern die Fasern mit der Hand.
Das Tuch zwischen Bügeleisen und Teppich ist nicht optional. Es schützt die Fasern vor direkter Hitze und verhindert, dass empfindliche Materialien wie Wolle verbrennen oder verfilzen.
Methode nach Teppichmaterial wählen
Welche Methode passt, hängt vom Teppichmaterial ab. Bei Wollteppichen und anderen Naturfasern ist die Eiswürfel-Methode die schonendere Variante, weil sie ohne Hitze auskommt. Synthetische Teppiche aus Polypropylen oder Polyamid vertragen die Dampfmethode in der Regel gut und zeigen schneller Ergebnisse. Bei sehr alten oder empfindlichen Teppichen probieren Sie die Methode zuerst an einer unauffälligen Stelle aus. Wenn Sie unsicher sind, welches Material Ihr Teppich hat, prüfen Sie das Pflegeetikett oder fragen Sie den Hersteller.
Druckstellen künftig vermeiden
Die einfachste Vorbeugung ist, schwere Möbel regelmäßig zu bewegen. Stellen Sie Sofas und Schränke bei jedem Frühjahrsputz einige Zentimeter zur Seite, damit die Fasern sich erholen können. Möbelgleiter aus Filz unter den Beinen verteilen das Gewicht auf eine größere Fläche und verringern den Druck auf die Fasern deutlich. Bei sehr schweren Möbeln helfen breite Unterlegplatten, die das Gewicht noch gleichmäßiger verteilen. Wenn Sie die Möbel ohnehin umstellen, nutzen Sie die Gelegenheit, den Teppich gründlich zu saugen und die Stellen aufzulockern, an denen die Möbel gestanden haben.