Fliesenfugen werden dunkel, weil die feinen Poren der Fugenmasse Staub, Kalk und Fett aufnehmen; in feuchten Räumen kommt Schimmel dazu. Aggressive Reiniger entfernen den Schmutz, greifen aber die Fugenmasse an und verschlimmern das Problem langfristig. Wählen Sie das Mittel nach der Art der Verschmutzung: Bei hartnäckigem Schmutz wirken Dampf, Natron oder spezielle Fugenreiniger besser als Säure und Chlor.

Der Grund liegt im Baustoff: Normale Fugenmasse besteht aus Zement, Sand und Wasser und bleibt nach dem Aushärten porös. Was die glasierte Fliese unbeschadet übersteht, schadet der offenen Fuge. Deshalb reinigen Sie mit neutralen oder schwach alkalischen Mitteln. Sie lösen den Schmutz, ohne die Fugenmasse anzugreifen.

Warum aggressive Reiniger Fugen schädigen

Saure Reiniger sind der häufigste Grund für zerstörte Fugen. Essig, Zitronensäure und Entkalker lösen den Zement an der Oberfläche an. Die Fuge wird rau, sandig und saugfähiger. An diesen rauen Stellen setzt sich der nächste Schmutz besonders fest. Chlorhaltige Bleichmittel bleichen die Fuge aus, machen sie spröde und belasten die Atemwege, wenn Sie in fensterlosen Bädern arbeiten. Auch Scheuermittel mit harten Partikeln schaden, weil sie die Fugenmasse und die Glasur der Fliesen verkratzen.

So entsteht ein Teufelskreis: Die geschädigte Fuge nimmt mehr Schmutz auf, die nächste Reinigung wird aufwendiger, und der Griff zum schärferen Mittel liegt nahe. Wer dagegen von Anfang an auf milde Reiniger setzt, erhält die glatte, dichte Oberfläche, auf der Schmutz kaum Halt findet.

Neutrale und schwach alkalische Mittel sind die sichere Basis. Dazu gehören Spülmittel, pH-neutrale Allzweckreiniger und Seifenlösungen. Sie lösen Fett und normalen Schmutz, ohne die Fugenmasse anzugreifen. Viele Hersteller bieten inzwischen Fugenreiniger an, die ausdrücklich für Zementfugen entwickelt wurden. Diese Produkte sind die Wahl, wenn Spülmittel nicht mehr ausreicht.

Je nach Verschmutzung das richtige Mittel

Prüfen Sie zuerst, welche Fugen Sie haben. Die meisten Wohnräume haben Zementfugen. Sie sind porös und reagieren empfindlich auf Säuren. Epoxidharzfugen sind dicht, nehmen kaum Schmutz auf und vertragen Säuren besser. Sie kommen überwiegend in gewerblichen Räumen vor. Die folgenden Hinweise gelten für Zementfugen.

Vier Arten von Schmutz machen Fugen dunkel: normaler Haushaltsschmutz, Fett, Kalk und Schimmel. Jede Art braucht ein anderes Vorgehen.

  • Normaler Haushaltsschmutz lässt sich mit warmem Wasser und ein paar Tropfen Spülmittel lösen. Arbeiten Sie mit einer weichen Nylonbürste oder einer alten Zahnbürste und spülen Sie die Fuge mit klarem Wasser nach. Bei Böden genügt meist das normale Wischen. Die Fugen bürsten Sie nur gelegentlich gezielt.
  • Fettige Küchenfugen reinigen Sie mit einer Lösung aus Waschsoda und warmem Wasser. Waschsoda löst hartnäckiges Fett und bleibt für die Zementfuge verträglich. Tragen Sie Handschuhe und vermeiden Sie, dass die Lösung mit Aluminium in Kontakt kommt.
  • Kalkablagerungen entfernen Sie am schonendsten mit einem Dampfreiniger. Der heiße Dampf weicht den Kalk auf. Danach tragen Sie ihn mit einer Bürste ab. Alternativ gibt es Fugenreiniger, die ohne aggressive Säuren arbeiten und für Zementfugen freigegeben sind. Herkömmliche Entkalker gehören nicht in die Fuge, weil sie neben dem Kalk auch den Zement angreifen.
  • Entfernen Sie Schimmel schnell, weil die Sporen die Raumluft belasten. Heißer Dampf tötet die Sporen ab. Natron und Essig wirken nur an der Oberfläche und erreichen tief sitzende Pilzherde in den Poren nicht. Bleiben nach der Reinigung dunkle Flecken zurück, ist die Fugenmasse oft von Pilzgeflecht durchsetzt und muss entfernt werden.

Fliesenfugen mit Dampf und Natron reinigen

Der Dampfreiniger ist die chemiefreie Allzwecklösung für Fugen. Aktuelle Haushaltsgeräte haben schmale Düsen und Bürstenaufsätze, mit denen Sie auch schmale Fugen erreichen. Der heiße Dampf löst Schmutz, Fett und Kalk, tötet Bakterien und Schimmel ab und hinterlässt keine Rückstände. Wichtig: Verwenden Sie den Dampfreiniger nur an intakten Fugen. Wenn die Fugenmasse bereits bröckelt, spült der Druck lose Reste heraus und vergrößert den Schaden.

Natron ist das bewährte Hausmittel, wenn Fugen wieder hell werden sollen. Mischen Sie Natron, also Natriumhydrogencarbonat, mit etwas Wasser zu einer dickflüssigen Paste. Tragen Sie die Paste mit einem Pinsel auf, lassen Sie sie kurz einwirken und bürsten Sie mit einer weichen Nylonbürste nach. Die Paste wirkt leicht schleifend und schwach alkalisch. Sie zerstört die Fugenmasse nicht. Backpulver ist kein gleichwertiger Ersatz. Es enthält zusätzlich Säure und Stärke, die beim Reinigen nichts bewirken.

Nutzen Sie weiche Nylonborsten, alte Zahnbürsten und Mikrofasertücher. Sie reinigen gründlich, ohne zu kratzen. Drahtbürsten, Stahlwolle und Scheuerschwämme gehören nicht auf Fugen. Auf größeren Flächen erleichtern Bürstenaufsätze für die Bohrmaschine die Arbeit. Auch sie eignen sich nur für feste, intakte Fugen, weil sie weiche Fugenmasse sonst ausfräsen.

Fugen versiegeln und Verschmutzung vorbeugen

Sauber bleiben Fugen am längsten, wenn sie trocken sind. Nasse Fugen sind der ideale Untergrund für Schimmel. Ziehen Sie nach dem Duschen die Fliesen mit einem Abzieher ab. Öffnen Sie das Fenster oder schalten Sie den Badlüfter ein. In der Küche wischen Sie Spritzer an Wand und Arbeitsplatte sofort ab, bevor sie eintrocknen.

Eine Fugenversiegelung oder Imprägnierung schützt die poröse Oberfläche vor Wasser, Kalk und Schmutz. Sie wirkt nur auf sauberen, trockenen Fugen. Versiegeln Sie deshalb erst nach einer gründlichen Reinigung und lassen Sie die Fugen gut trocknen. Je nach Produkt hält die Schutzschicht mehrere Jahre. Danach erneuern Sie sie. Achten Sie beim Kauf auf den Hinweis, dass das Mittel für Zementfugen geeignet ist.

Rechtzeitig reparieren spart die große Sanierung. Rissige oder ausgewaschene Fugen lassen Wasser hinter die Fliesen gelangen. Dort kann es Mauerwerk und Estrich schädigen. Erneuern Sie solche Stellen, sobald Sie sie bemerken. Für neue Fugen verwenden Sie einen Fugenmörtel mit wasserabweisender und schimmelhemmender Wirkung. Er hält Feuchtigkeit fern und bleibt länger hell.

Wann Sie Fugen erneuern sollten

Hartnäckige dunkle Fugen sind nicht immer ein Reinigungsproblem. Wenn die Fugenmasse tief durchgefärbt, krümelig oder ausgehöhlt ist, holt kein Reinigungsmittel die alte Struktur zurück. Schimmel, der bis ins Innere der Fuge gewachsen ist, erreicht keine Oberflächenbehandlung. In beiden Fällen ist das Erneuern der Fuge die sauberste Lösung.

Mit einem Fugenkratzer entfernen Sie die alte Masse bis auf wenige Millimeter Tiefe. Danach saugen Sie den Staub aus der Fuge, drücken frischen Fugenmörtel ein und ziehen die Oberfläche mit einem feuchten Schwamm glatt. Wer viele Fugen erneuern muss, arbeitet mit einem oszillierenden Multifunktionswerkzeug und Fugenfräser deutlich schneller als von Hand.

Für die Silikonfugen an Badewanne, Dusche und Waschbecken gelten andere Regeln. Silikon bleibt elastisch, nimmt aber leicht Schimmel an. Dunkle Verfärbungen bekommen Sie mit Putzmitteln selten heraus. Ist das Silikon erst einmal schwarz, hilft meist nur, das alte Silikon zu entfernen und neu zu verfugen.