Wollpullover verfilzen, weil die feinen Schuppen auf der Faseroberfläche durch Reibung, Wärme und Feuchtigkeit aufquellen und sich ineinander verhaken. Das lässt sich meist nicht mehr rückgängig machen. Der Pullover wird kürzer, dichter und fühlt sich hart. Die richtige Waschmethode verhindert das Verfilzen und hält den Pullover über Jahre tragbar. Entscheidend sind Wassertemperatur, Waschmittel und Trocknungsart.
Pflegeetikett zuerst lesen
Das Pflegeetikett sitzt im Kragen oder an der Seitennaht. Es legt fest, wie der Pullover behandelt werden darf. Die Symbole zeigen die maximale Waschtemperatur, ob Handwäsche oder Maschinenwäsche erlaubt ist und ob der Pullover in die chemische Reinigung gehört. Ein durchgestrichener Waschbottich bedeutet: Der Pullover darf nicht mit Wasser gewaschen werden. Dann ist eine professionelle Reinigung der sichere Weg. Ein Symbol mit einer Hand im Bottich erlaubt Handwäsche. Ein Bottich mit einer Zahl gibt die maximale Temperatur in Grad an. Weichen Sie von diesen Angaben nicht ab, auch wenn der Pullover aus einer Mischfaser wie Wolle mit Polyamid besteht.
Handwäsche Schritt für Schritt
Handwäsche ist die schonendste Methode für Wollpullover, wenn Sie behutsam vorgehen. Füllen Sie ein Waschbecken oder eine Schüssel mit lauwarmem Wasser. Lösen Sie das Wollwaschmittel vollständig im Wasser auf, bevor Sie den Pullover hineinlegen. Drücken Sie den Pullover vorsichtig unter Wasser und lassen Sie ihn einige Minuten einweichen. Reiben oder kneten Sie nicht. Jede Reibung löst die Schuppen der Wollfasern und begünstigt das Verfilzen. Nach dem Einweichen heben Sie den Pullover heraus, lassen das schmutzige Wasser ab und spülen ihn in frischem, ebenfalls lauwarmem Wasser, bis keine Seifenreste mehr austreten. Drücken Sie das Wasser anschließend sanft aus, indem Sie den Pullover zwischen den Handflächen zusammendrücken. Wringen Sie niemals. Das verdreht die Fasern und zerstört die Form.
Maschinenwäsche im Wollwaschgang
Viele moderne Waschmaschinen haben einen eigenen Wollwaschgang. Er arbeitet mit niedriger Drehzahl, viel Wasser und geringer Bewegung. Dieser Gang eignet sich für Pullover, die laut Pflegeetikett maschinenwaschbar sind. Stecken Sie den Pullover vor dem Waschen in einen Wäschesack, damit er nicht zwischen anderen Teilen reibt. Wählen Sie kaltes oder lauwarmes Wasser. Stellen Sie die Schleuderdrehzahl auf die niedrigste Stufe oder schalten Sie das Schleudern ganz aus. Der Wollwaschgang schleudert meist ohnehin nur kurz und langsam. Der Wäschesack schützt den Pullover zusätzlich. Waschen Sie Wollpullover niemals zusammen mit Jeans, Handtüchern oder anderen schweren Textilien. Deren Bewegung strapaziert die Wolle.
Wollwaschmittel statt Vollwaschmittel
Normale Vollwaschmittel enthalten Enzyme und Bleichmittel. Diese greifen Wolle an und machen die Fasern rau. Verwenden Sie stattdessen ein spezielles Wollwaschmittel. Es ist pH-neutral und enthält keine Enzyme. Diese Mittel reinigen die Wolle schonend und erhalten den natürlichen Fettgehalt der Faser. Er macht die Wolle geschmeidig und wasserabweisend. Auch ein mildes Haarshampoo kann im Notfall als Ersatz dienen, weil es ebenfalls pH-neutral ist und keine aggressiven Zusätze enthält. Weichspüler ist bei Wolle überflüssig und kann die Fasern verkleben. Verzichten Sie darauf.
Trocknen und Formen
Nach dem Waschen ist das Trocknen der kritischste Schritt. Nasse Wolle ist schwer und dehnt sich unter ihrem eigenen Gewicht. Legen Sie den Pullover auf ein sauberes, trockenes Handtuch und rollen Sie beides vorsichtig zusammen, um überschüssiges Wasser aufzusaugen. Danach breiten Sie den Pullover flach auf einem Wäscheständer oder einem zweiten Handtuch aus. Formen Sie ihn mit den Händen in seine ursprüngliche Größe und Form. Schieben Sie den Stoff vorsichtig zurecht, ohne an den Ärmeln oder am Bund zu ziehen. Lassen Sie den Pullover an der Luft trocknen, aber nicht in der prallen Sonne und nicht auf der Heizung. Schnelles Trocknen durch Wärme macht die Fasern spröde. Hängen Sie Wollpullover niemals auf einen Bügel oder eine Leine. Das Gewicht des nassen Stoffes verformt die Schultern und lässt den Pullover ausleiern.
Professionelle Reinigung als Alternative
Wenn das Pflegeetikett nur chemische Reinigung erlaubt oder der Pullover stark verschmutzt ist, geben Sie ihn in eine professionelle Reinigung. Das gilt besonders für empfindliche Fasern wie Kaschmir, Angora oder sehr feine Merinowolle. Sie können auch bei Handwäsche schnell verfilzen. Eine gute Reinigung kennt die richtigen Lösungsmittel und Verfahren für Wolle. Sie kann auch Flecken entfernen, die zu Hause nicht herausgehen. Fragen Sie vorher, ob die Reinigung Erfahrung mit Wolltextilien hat und ob sie den Pullover nach der Reinigung in Form bringt. Das kostet mehr als das Waschen zu Hause, schützt aber den Pullover, wenn Sie unsicher sind oder das Etikett keine Wäsche erlaubt.