Staub setzt sich nicht nur auf der sichtbaren Oberfläche eines Heizkörpers ab, sondern auch zwischen den Platten und Rippen. Ein normaler Lappen erreicht diese Zwischenräume nicht, deshalb bleibt der Staub dort oft monatelang liegen. Dadurch gibt der Heizkörper weniger Wärme an den Raum ab, die Heizung läuft länger und verbraucht mehr Energie. Zugleich wirbelt die aufsteigende warme Luft den abgelagerten Staub im Raum auf. Wer die Zwischenräume regelmäßig entstaubt, hält die Heizleistung hoch und verbessert das Raumklima.

Welche Methode passt, hängt von der Bauform ab. In den meisten modernen Wohnungen stehen Plattenheizkörper, also flache Heizkörper aus mehreren Blechplatten mit schmalen Zwischenräumen. Rippenheizkörper dagegen bestehen aus vielen einzelnen, sichtbaren Rippen. Sie sind oft ältere Modelle aus Gusseisen. Dafür brauchen Sie andere Methoden, um den Staub zwischen den Rippen zu entfernen.

Warum Staub die Heizleistung senkt

Eine Staubschicht auf dem Metall wirkt wie eine Isolierung. Sie sitzt zwischen dem warmen Heizkörper und der Raumluft und bremst die Wärmeübertragung. Ein stark verstaubter Heizkörper kann dadurch bis zu 25 Prozent weniger Heizleistung bringen. Der Raum heizt sich dann langsamer auf, und weil die Heizung länger läuft, steigen auch die Heizkosten.

Die warme Luft steigt am Heizkörper auf und nimmt dabei Staubpartikel mit, die sich im Raum verteilen. Die trockene, staubbeladene Luft reizt die Schleimhäute, belastet Allergiker und schwächt die Abwehrkräfte der Schleimhäute. Gerade in Räumen, in denen Sie viel Zeit verbringen, lohnt sich die Reinigung deshalb nicht nur wegen der Wärme.

Heizkörper kalt stellen und Boden schützen

Stellen Sie die Heizung ab und warten Sie, bis der Heizkörper vollständig ausgekühlt ist. An einem warmen Heizkörper verbrennen Sie sich leicht, und die aufsteigende warme Luft verteilt den gelösten Staub direkt im Raum. Feuchte Tücher hinterlassen auf warmen Flächen außerdem Schlieren, weil das Wasser zu schnell verdunstet.

Legen Sie unter den Heizkörper einen Schutz für den Boden. Geeignet sind ein Stück Pappe, ein altes Bettlaken oder eine Plastikfolie. Beim Bürsten fällt Staub nach unten, und wenn Sie mit einem leicht feuchten Tuch arbeiten, tropft auch Wasser auf den Boden. Danach falten Sie den Schutz einfach zusammen und entsorgen ihn.

Halten Sie vorher alles bereit, was Sie brauchen: einen Staubsauger mit schmaler Fugendüse, also dem flachen Aufsatz für Spalten, eine schlanke Heizkörperbürste und Mikrofasertücher. Für die Außenseite eignet sich bei Bedarf ein milder Allzweckreiniger.

Plattenheizkörper mit Bürste und Staubsauger reinigen

Plattenheizkörper bestehen aus mehreren flachen Blechplatten, die in schmalen Abständen hintereinander sitzen. Dazwischen sammelt sich Staub, besonders im unteren Bereich und im Inneren des Heizkörpers. Ein Staubsauger und ein Lappen allein erreichen diese Stellen nicht.

Eine spezielle Heizkörperbürste hat einen langen, schlanken Griff und weiche Borsten. Sie müssen den Heizkörper dafür nicht auseinanderbauen. Führen Sie die Bürste von oben in den Zwischenraum und ziehen Sie sie langsam nach unten, damit sich der Staub löst und nach unten fällt. Halten Sie dabei die Fugendüse des Staubsaugers direkt an den Spalt, oder saugen Sie den herabgefallenen Staub anschließend auf.

Wiederholen Sie das an jedem Zwischenraum. Zum Schluss wischen Sie die sichtbaren Außenflächen mit einem leicht feuchten Mikrofasertuch ab. Bei hartnäckigen Verschmutzungen hilft etwas mildes Spülmittel im Wasser.

Rippenheizkörper Rippe für Rippe reinigen

Rippenheizkörper haben tiefere und breitere Zwischenräume als Plattenheizkörper. Der Staub sitzt hier oft weit hinten, direkt am Metall. Arbeiten Sie die Rippen einzeln ab, damit Sie nichts übersehen.

Eine flexible Bürste oder ein langes, schmales Tuch eignen sich gut. Ziehen Sie das Tuch wie einen Putzstreifen durch den Spalt zwischen zwei Rippen und bewegen Sie es ein paar Mal auf und ab. Den gelösten Staub saugen Sie direkt mit der Fugendüse ab. Für festgesetzten Schmutz können Sie ein feuchtes Mikrofasertuch um einen flachen, stumpfen Gegenstand wickeln und durch den Spalt ziehen. Achten Sie darauf, die Lackierung nicht zu verkratzen.

Bei alten Gusseisen-Heizkörpern ist die Oberfläche oft rau, dort haftet Staub besonders hartnäckig. Auch hier gilt: erst bürsten oder durchziehen, dann absaugen, dann die Außenseite abwischen.

Geeignete Werkzeuge wählen und Staub schonend aufnehmen

Die wichtigsten Werkzeuge sind eine schlanke Heizkörperbürste mit weichen Borsten, eine Fugendüse für den Staubsauger und Mikrofasertücher. Heizkörperbürsten gibt es in verschiedenen Breiten und mit abgewinkeltem Kopf. Für enge Spalte wählen Sie ein schmales Modell, für breite Rippenabstände ein breiteres.

Damit der Staub nicht durch den Raum gewirbelt wird, saugen Sie direkt dort, wo Sie bürsten. Halten Sie die Düse an den Spalt, während die Bürste den Staub löst. Ein leicht feuchtes Mikrofasertuch nimmt Staub auf, statt ihn nur zu verschieben. Trockenes Wischen mit einem Staubtuch verteilt dagegen einen Teil des Staubs wieder in der Luft.

Für die Außenseite reicht lauwarmes Wasser mit etwas Spülmittel. Wischen Sie die Flächen mit einem gut ausgewrungenen Tuch ab, damit keine Feuchtigkeit in die Öffnungen des Heizkörpers läuft.

Diese Werkzeuge schaden dem Heizkörper

Nicht jedes Werkzeug ist für die Reinigung geeignet. Harte oder metallische Bürsten zerkratzen die Lackierung. Auf Stahlheizkörpern kann an diesen Stellen mit der Zeit Rost entstehen. Auch scharfe Gegenstände wie Schraubenzieher, Messer oder Metalllineale haben zwischen den Platten und Rippen nichts verloren. Sie beschädigen den Lack und können dünne Blechrippen verbiegen.

Hochdruckreiniger und Dampfstrahler sind ebenfalls ungeeignet. Sie pressen Wasser in Ventile, Thermostatköpfe und Verschraubungen, wo es Schäden anrichten kann. Auf lackierten Flächen kann heißer Dampf die Beschichtung angreifen. Verzichten Sie auch auf aggressive oder scheuernde Reinigungsmittel, denn sie greifen die Oberfläche an.

Den Thermostatkopf und die Ventile reinigen Sie am besten nur mit einem leicht feuchten Tuch. Achten Sie darauf, dass dort kein Wasser eindringt.

Wann Sie die Heizkörper reinigen sollten

Der beste Zeitpunkt für die gründliche Reinigung ist vor Beginn der Heizsaison, also im Spätsommer oder frühen Herbst. Dann ist der Heizkörper noch kalt, und der Staub aus dem Sommer lässt sich entfernen, bevor die Heizung wieder dauerhaft läuft. Ein zweiter Durchgang am Ende der Heizperiode entfernt den Staub, der sich über den Winter angesammelt hat, bevor er in der warmen Jahreszeit festbackt.

Zweimal im Jahr reicht für die meisten Haushalte. In Haushalten mit Haustieren oder in Räumen mit viel Staubbelastung kann eine häufigere Reinigung sinnvoll sein. Zwischendurch genügt es, die sichtbaren Flächen ab und zu mit dem Staubsauger abzusaugen.