Mit der richtigen Methode entfernen Sie eingebranntes Fett in wenigen Schritten vom Ofenrost. Sie müssen nicht stundenlang mit Drahtbürste und Putzmittel schrubben. Weichen Sie zuerst das Fett auf, dann wählen Sie das Reinigungsmittel passend zum Material des Rosts.
Ein Reiniger für verchromte Roste kann eine emaillierte Oberfläche beschädigen. Ein gusseiserner Rost verträgt weder aggressive Chemie noch langes Einweichen.
Erst das Material bestimmen
Bevor Sie ein Mittel auftragen, müssen Sie wissen, woraus Ihr Rost besteht. Die gängigsten Varianten sind verchromter Stahl, emaillierter Stahl, Edelstahl und Gusseisen. Auf der Rückseite des Rosts oder in der Bedienungsanleitung des Herdes steht die Materialangabe meist direkt dabei. Falls nicht, hilft ein Magnet: Verchromter Stahl und emaillierter Stahl sind magnetisch, Aluminium und manche Edelstähle nicht.
Verchromte Roste finden sich häufig in älteren oder günstigeren Herden. Die Chromschicht ist dünn und empfindlich. Aggressive Reiniger oder Stahlwolle zerkratzen sie, und sobald die Schicht beschädigt ist, rostet der Rost von unten. Emaillierte Roste vertragen mehr, aber keine Stöße: Emaille springt leicht ab. Edelstahl ist am unempfindlichsten gegenüber Reinigungsmitteln, aber Kratzer bleiben sichtbar. Gusseisenrost braucht eine eigene Behandlung, weil er rostet, wenn er nass bleibt.
Einweichen löst die meiste Arbeit
Bevor Sie zu Reinigern greifen, weichen Sie den Rost ein. Das löst angebrannte Reste, ohne dass Sie mechanisch nachhelfen müssen. Legen Sie den Rost in die Spüle oder in eine große Schüssel und bedecken Sie ihn mit möglichst heißem Wasser. Ein Spritzer Spülmittel hilft, das Fett zu lösen. Nach einer halben Stunde lässt sich vieles mit einem weichen Schwamm abwischen. Bei stark eingebrannten Resten hilft es, das Wasser nach einer Stunde zu wechseln oder den Rost über Nacht einweichen zu lassen.
Wichtig ist, dass der Rost vollständig unter Wasser liegt. Stücke, die herausragen, trocknen an und bleiben hart. Wenn der Rost zu groß für die Spüle ist, legen Sie ein Handtuch in die Badewanne oder nutzen Sie einen großen Eimer. Bei verchromten Rosten schadet langes Einweichen nicht, solange das Wasser keine Reinigungsmittel enthält. Emaillierte Roste vertragen das ebenfalls problemlos.
Backpulver und Natron als mildes Mittel
Für regelmäßige Reinigung reicht meist eine Paste aus Backpulver oder Natron mit etwas Wasser. Sie tragen die Paste dick auf die verschmutzten Stellen auf, lassen sie zwanzig bis dreißig Minuten einwirken und wischen sie mit einem feuchten Tuch ab. Die Paste wirkt leicht alkalisch und löst Fett, ohne die Oberfläche anzugreifen. Bei hartnäckigen Rändern können Sie die Paste mit einem Schwamm leicht verreiben, aber vermeiden Sie scheuernde Schwämme auf verchromten oder emaillierten Flächen.
Bei verchromten Rosten ist Backpulver die sicherste Wahl, weil es weder die Chromschicht angreift noch Kratzer hinterlässt, solange Sie nicht mit Stahlwolle arbeiten. Bei emaillierten Rosten verträgt die Oberfläche auch etwas mehr Druck, aber auch hier gilt: Die Paste einwirken lassen und dann abspülen ist schonender als Reiben.
Wann stärkere Reiniger sinnvoll sind
Wenn das Einweichen nicht reicht, kommen stärkere Mittel infrage. Backofenspray löst hartnäckiges Fett zuverlässig, greift aber empfindliche Oberflächen an. Verwenden Sie es nur auf emaillierten oder Edelstahlrosten, und lassen Sie es nicht auf verchromten Teilen oder Aluminium einwirken. Die Lauge im Backofenspray kann die Chromschicht anlösen und Aluminium verfärben. Tragen Sie das Spray gleichmäßig auf, lassen Sie es nach Packungsangabe einwirken und spülen Sie gründlich ab. Arbeiten Sie mit Handschuhen und bei geöffnetem Fenster.
Eine Backofenscheuerpaste aus Natron und etwas Wasser ist die mildere Alternative. Sie reicht bei den meisten Verkrustungen aus, riecht nicht aggressiv und greift keine der üblichen Oberflächen an. Tragen Sie die Paste dick auf und lassen Sie sie zwanzig bis dreißig Minuten einwirken. Danach wischen Sie sie mit einem Schwamm ab. Bei angebrannten Stellen können Sie die Paste mit einem feuchten Tuch etwas einreiben, aber üben Sie nur leichten Druck aus.
Spülmaschinentabs und ihre Grenzen
Lösen Sie einen Spülmaschinentab in einem großen Gefäß mit heißem Wasser auf und legen Sie den Rost hinein. Weil die enthaltenen Enzyme und Bleichmittel Fett zersetzen, löst er auch hartnäckige Rückstände. Nach ein bis zwei Stunden lässt sich der Schmutz meist mit einem Schwamm abwischen. Diese Methode eignet sich für Edelstahl und Emaille, nicht für verchromte Roste, weil die Reinigungslösung die Chromschicht angreifen und stumpf oder fleckig machen kann.
Aluminiumteile, etwa manche Einsatzroste oder Verkleidungen, vertragen keine stark alkalischen Reiniger. Sie dunkeln nach oder bilden eine weiße Schicht. Wenn Sie nicht sicher sind, woraus ein Teil besteht, testen Sie den Reiniger an einer unauffälligen Stelle, bevor Sie den ganzen Rost einlegen.
Gusseisenrost braucht eine eigene Behandlung
Gusseiserne Roste kommen in vielen Herden und Grills vor. Sie dürfen nicht lange einweichen. Wasser und Spülmittel entfetten das Eisen und fördern Rost. Stattdessen entfernen Sie grobe Rückstände, solange der Rost noch warm ist, und reiben ihn mit einem trockenen Tuch ab. Festgebrannte Reste lösen Sie mit einer weichen Bürste oder einem Kunststoffschaber. Danach reiben Sie den Rost dünn mit Speiseöl ein. Das schützt vor Rost und erhält die Antihaftwirkung der eingebrannten Schicht.
Wenn sich auf einem Gusseisenrost bereits Rost gebildet hat, entfernen Sie ihn mit einer Drahtbürste oder Stahlwolle, spülen den Rost ab, trocknen ihn gründlich und ölen ihn anschließend ein. Verwenden Sie dafür ein hitzebeständiges Öl mit hohem Rauchpunkt, etwa Rapsöl oder Traubenkernöl.
Backofenreiniger sicher anwenden
Für stark eingebrannte Roste aus Edelstahl oder Emaille ist Backofenreiniger wirksam. Sprühen Sie den Rost ein, legen Sie ihn in einen Müllsack oder eine Wanne und halten Sie die Einwirkzeit ein, die auf der Dose steht. Der Reiniger arbeitet ohne Scheuern. Spülen Sie den Rost danach gründlich mit klarem Wasser ab, damit keine Rückstände bleiben, die später beim Aufheizen Dämpfe abgeben können.
Backofenreiniger gehört nicht auf verchromte Roste und nicht auf Aluminium. Die aggressive Lauge frisst sich in die Chromschicht und in das Aluminium. Auch bei Gusseisen ist Vorsicht geboten: Der alkalische Reiniger entfernt die eingebrannte Patina, die den Rost vor Korrosion schützt. Für Gusseisen bleibt die schonendste Variante das Einweichen mit Spülmittel und das vorsichtige Ablösen mit einem Holz- oder Kunststoffschaber.
Was bei verchromten Rosten hilft
Verchromte Roste sind der heikelste Fall. Die Chromschicht ist dünn, und sobald sie beschädigt ist, rostet der Rost darunter. Deshalb gehören hier weder Stahlwolle noch kratzende Schwämme noch aggressive Reiniger hin. Eine Paste aus Backpulver und wenig Wasser, sanft mit einem weichen Tuch aufgetragen, entfernt Fett, ohne die Schicht zu zerkratzen. Nach dem Reinigen trocknen Sie den Rost sofort ab, damit keine Feuchtigkeit unter die Chromschicht zieht.
Hartnäckige, eingebrannte Stellen auf verchromten Rosten behandeln Sie am besten mit einem heißen Spülbad und etwas Geduld. Legen Sie den Rost für mehrere Stunden oder über Nacht in heißes Wasser mit Spülmittel. Wenn sich danach noch Reste lösen, helfen ein Kunststoffschaber oder eine weiche Bürste.
Gusseisen einölen, Emaille einweichen
Gusseisenroste sitzen in vielen Gasgrills und manchen Backöfen. Sie dürfen nicht mit Spülmittel eingelegt werden. Das Spülmittel greift die eingebrannte Patina an, die den Rost vor Rost schützt. Reiben Sie grobe Reste mit einem trockenen Tuch ab, oder brennen Sie den Rost im leeren Ofen bei hoher Temperatur aus und bürsten Sie die Asche anschließend ab. Nach der Reinigung ölen Sie den Rost dünn ein, am besten mit einem geschmacksneutralen Speiseöl, und wischen überschüssiges Öl ab.
Emaillierte Roste, etwa in günstigeren Backöfen oder bei manchen Grillrosten, vertragen Spülmittel und Einweichen gut. Vermeiden Sie Scheuermittel und Stahlwolle, weil sie die Glasur zerkratzen. Abgeplatzte Emaille sollten Sie nicht mechanisch bearbeiten, weil der freiliegende Grundkörper Rost ansetzen kann.
Verchromte Roste ohne Säure und Scheuermittel reinigen
Verchromte Roste finden sich vor allem in älteren Backöfen und in manchen Kompaktgeräten. Die Chromschicht ist dünn und kann abplatzen, sobald sie an einer beschädigten Stelle nass wird oder mit Säure in Kontakt kommt. Deshalb gilt für Chrom: Essig, Zitronensäure und Scheuermittel dürfen Sie nicht verwenden. Wenn die Schicht einmal beschädigt ist, lässt sie sich nicht reparieren, und der Rost beginnt an dieser Stelle zu rosten. Weichen Sie verchromte Roste nur mit warmem Wasser und etwas Spülmittel ein und trocknen Sie sie direkt ab.
Was Sie bei der Reinigung im Backofen beachten sollten
Wenn Sie den Rost im Backofen lassen und die Selbstreinigung starten, verbrennt das Fett zu Asche. Das funktioniert bei Pyrolyseöfen gut, belastet aber die Raumluft und verbraucht viel Strom. Bei Öfen mit Dampfreinigung löst sich eingebranntes Fett nur teilweise, hartnäckige Stellen müssen Sie danach noch einmal nacharbeiten. Wenn Sie den Rost lieber von Hand reinigen, nehmen Sie ihn vorher heraus. Das schont die Ofeninnenwände und verkürzt die Reinigungszeit.
Bei sehr hartnäckigem, mehrfach eingebranntem Fett hilft oft nur eine Kombination aus Einweichen und leichtem Nacharbeiten; verwenden Sie dafür einen Nylon- oder Kunststoffschwamm und keine Stahlwolle. Bei Edelstahl können Sie nach dem Einweichen mit einem mikrofaserfreien Tuch oder einem Kunststoffschaber arbeiten. Die Klinge eines Ceranfeldschabers eignet sich, um dicke Krusten an emaillierten oder Edelstahlrosten vorsichtig abzuheben. Achten Sie darauf, die Klinge flach anzulegen, damit Sie die Oberfläche nicht zerkratzen.
Erst einweichen, dann stärker reinigen
Beginnen Sie immer mit der schonendsten Methode und steigern Sie nur, wenn nötig. Erst einweichen, dann mit Schwamm und Spülmittel reinigen, dann bei Bedarf ein Hausmittel wie Backpulver oder Spülmaschinentab einsetzen. Chemische Backofenreiniger sind für Roste aus Edelstahl und Emaille geeignet, sofern Sie die Einwirkzeit und Schutzausrüstung beachten. Diese Mittel sind stark alkalisch und greifen Haut und Atemwege an. Tragen Sie Handschuhe, arbeiten Sie bei geöffnetem Fenster und spülen Sie den Rost danach gründlich ab. Auf Aluminium und verchromten Teilen dürfen Sie sie nicht anwenden.
Wann Sie den Rost besser austauschen
Ein Rost muss nicht neu gekauft werden, nur weil er dunkel verfärbt ist. Eingebranntes Fett auf Edelstahl ist unbedenklich, solange sich keine losen Partikel lösen. Tauschen sollten Sie den Rost, wenn die Beschichtung abblättert, etwa bei emaillierten oder teflonbeschichteten Rosten, oder wenn sich Rostflecken bilden, die nicht mehr abgehen. Bei verchromten Rosten ist eine abgeplatzte Stelle ein Grund für den Austausch, weil der Rost darunter weiterarbeitet und Chrompartikel in Lebensmittel gelangen können. Wenn der Rost nur oberflächlich rostet und aus massivem Edelstahl besteht, reicht meist gründliches Reinigen. Bei Gusseisen können Sie oberflächlichen Rost abschleifen und den Rost neu einölen, solange das Material nicht durchgerostet oder gerissen ist.