Wer einen großen Teil seines Budgets für Miete oder Wohnfinanzierung ausgibt, hat weniger Geld für andere Ausgaben wie Lebensmittel und Verkehr. Zu den Wohnkosten zählen Grundmiete sowie Betriebs- und Heizkosten; auch Strom und Warmwasser gehören dazu. Um Ihre Ausgaben zu senken, betrachten Sie alle laufenden Kosten gemeinsam.

Notieren Sie zuerst Ihre festen Wohnkosten und veränderlichen Ausgaben und prüfen Sie, welche davon Sie beeinflussen können. Kleine Änderungen beim Heizen und Warmwasser helfen oft im Alltag, gleichen eine hohe Miete jedoch nicht aus.

Was zu den Wohnkosten zählt

Die Grundmiete oder die monatliche Zahlung für eine eigene Wohnung ist nur ein Teil der Rechnung. Hinzu kommen etwa Nebenkosten, Heizung und Strom. Eigentümerinnen und Eigentümer sollten außerdem Geld für Instandhaltung einplanen. Warmwasser gehört ebenfalls in die Übersicht, besonders wenn es mit Strom erhitzt wird.

Prüfen Sie Ihre Abrechnungen und Kontoauszüge getrennt nach diesen Posten. So sehen Sie zum Beispiel, ob Ihre monatliche Zahlung bereits Heizkosten enthält oder ob eine zusätzliche Stromrechnung dazukommt. Die Warmmiete allein zeigt nicht immer, wie viel die Wohnung insgesamt kostet.

Wie Wohnkosten das Budget belasten

Wohnen ist für viele Haushalte der größte einzelne Ausgabenposten. Laut Einkommens- und Verbrauchsstichprobe des Statistischen Bundesamts entfielen 2023 durchschnittlich 37,5 Prozent der privaten Konsumausgaben auf Wohnen, Energie und Wohnungsinstandhaltung. Lebensmittel machten im selben Jahr durchschnittlich 436 Euro, Verkehr 361 Euro aus.

Diese 37,5 Prozent beziehen sich auf die Konsumausgaben, nicht auf das Einkommen. Eine andere Kennzahl beantwortet die Frage, wie stark Wohnkosten das verfügbare Einkommen belasten: 2025 galten in Deutschland 11,2 Prozent der Bevölkerung als durch Wohnkosten überbelastet. Sie lebten in Haushalten, die mehr als 40 Prozent ihres verfügbaren Einkommens für Wohnkosten aufbrachten. Die beiden Werte messen Verschiedenes und lassen sich nicht direkt vergleichen.

Auch die Haushaltsgröße macht einen Unterschied. Einpersonenhaushalte gaben 2023 im Durchschnitt 817 Euro monatlich für Wohnen, Energie und Instandhaltung aus. Der Anteil an den Konsumausgaben lag bei Einpersonenhaushalten dennoch höher: bei 42,6 Prozent gegenüber 34,0 Prozent. Diese Durchschnittswerte zeigen nicht, was ein einzelner Haushalt ausgibt. Wohnfläche, Einkommen, Wohnort und Verbrauch spielen ebenfalls eine Rolle.

Wohn- und Haushaltsausgaben erfassen

Notieren Sie für einen Monat, was regelmäßig vom Konto abgeht und was Sie im Alltag ausgeben. Teilen Sie Ihre Ausgaben in drei Bereiche ein:

  • Wohnen: Grundmiete oder Wohnfinanzierung, Nebenkosten, Heizung und Strom sowie gegebenenfalls Instandhaltung
  • Haushalt: Lebensmittel, Wasser und Haushaltsbedarf
  • Weitere Ausgaben: Verkehr, Versicherungen, Telefon, Abonnements und Freizeit

Vergleichen Sie anschließend die festen Kosten mit den Ausgaben, die Sie von Woche zu Woche beeinflussen können. Kontoauszüge helfen, vergessene Abonnements oder regelmäßig wiederkehrende Zahlungen zu finden. Legen Sie für Einkäufe und Freizeit ein Wochenbudget fest, nachdem Sie die festen Ausgaben abgezogen haben. So erkennen Sie schneller, wenn Ihre variablen Ausgaben das Budget überschreiten.

Heizkosten ohne Komfortverlust senken

Eine passende Raumtemperatur hängt von der Wohnung und den Menschen ab, die darin leben. Das Umweltbundesamt nennt etwa 20 °C für Wohnräume als Orientierung, sofern sich die Temperatur angenehm anfühlt; für Schlafzimmer werden häufig 16 bis 18 °C empfohlen. Sie müssen nicht in jedem Raum dieselbe Temperatur einstellen: Heizen Sie Räume danach, wie Sie sie nutzen. Halten Sie die Heizkörper frei, damit die Wärme in den Raum gelangt.

Lüften Sie in der Heizsaison regelmäßig kurz mit weit geöffnetem Fenster, statt Fenster dauerhaft gekippt zu lassen. Dauerhaftes Kippen verschwendet Heizenergie. Regelmäßiges Lüften führt außerdem Feuchtigkeit aus den Räumen ab. Wie oft Sie lüften, hängt davon ab, wie Sie die Räume nutzen und ob dort beispielsweise gekocht, geduscht oder Wäsche getrocknet wird.

Senken Sie die Temperatur bei Abwesenheit nur so weit, wie es zu Ihrer Heizung passt. Bei Wärmepumpen und Fußbodenheizungen bringt eine starke Absenkung oder das Abschalten oft wenig und kann die Effizienz verschlechtern. Wenn Sie nicht wissen, wie Ihre Heizung reagiert, prüfen Sie die Hinweise des Herstellers oder fragen Sie eine Fachperson.

Warmwasser und Strom prüfen

Warmwasser kostet Energie. Die Verbraucherzentrale schätzt, dass Warmwasser rund ein Sechstel der Energiekosten eines Durchschnittshaushalts ausmacht. Der tatsächliche Anteil hängt von Wohnung, Heizungsanlage und Nutzung ab. Wird Warmwasser elektrisch bereitet, fällt sparsameres Duschen auch bei der Stromrechnung ins Gewicht.

Ein Sparduschkopf oder ein Strahlregler kann den Wasserverbrauch senken. Weitere einfache Maßnahmen sind, beim Händewaschen kaltes Wasser zu nutzen, Waschmaschine und Geschirrspüler möglichst voll zu beladen und passende Eco-Programme zu wählen. Beim Kochen spart ein Deckel Energie; den Wasserkocher sollten Sie nur mit der benötigten Wassermenge füllen. Wäsche an der Luft zu trocknen vermeidet den Stromverbrauch eines Wäschetrockners.

Prüfen Sie auch Geräte, die im Stand-by-Modus, also im Bereitschaftsbetrieb, laufen. Eine schaltbare Steckdosenleiste erleichtert es, mehrere Geräte gemeinsam vollständig auszuschalten. Bei einem alten, stromintensiven Gerät lohnt sich ein Neukauf erst nach einem Vergleich. Ob er sich lohnt, hängt vom tatsächlichen Verbrauch und der Nutzung des alten Geräts sowie von den Kosten des Ersatzgeräts ab. Prozentangaben zu möglichen Einsparungen gelten nicht automatisch für jeden Haushalt.

Variable Ausgaben mitplanen

Wenn Wohnen und Energie viel kosten, bleibt oft weniger Geld für andere Ausgaben. Lebensmittel und Verkehr gehören zu den großen Posten im Haushaltsbudget. Planen Sie deshalb Einkäufe und Wege gemeinsam mit den Wohnkosten, statt nur auf einzelne Rechnungen zu schauen.

Bei Lebensmitteln helfen ein Essensplan und ein Einkaufszettel, spontane Käufe zu begrenzen. Vergleichen Sie den Grundpreis, nutzen Sie saisonale Alternativen und kaufen Sie nur Mengen, die Sie voraussichtlich verbrauchen. Bei der Mobilität können Sie Ihre tatsächlichen monatlichen Kosten für Fahrkarten, Kraftstoff und Fahrzeughaltung neben die Wohnkosten stellen. Ein Zusammenhang zwischen Wohnlage und Verkehrskosten lässt sich nicht für jeden Haushalt pauschal annehmen; die persönliche Rechnung zeigt, ob ein anderer Wohn- oder Arbeitsweg finanziell einen Unterschied macht.