Austretendes Wasser, ein Leck oder nasse Wände können Böden, Möbel und die Bausubstanz schnell beschädigen. Besonders gefährlich ist es, wenn Wasser in Steckdosen, elektrische Geräte oder Leitungen gelangt. Auch Wasser, das unbemerkt in Estrich, Dämmung oder Hohlräume eindringt, kann große Schäden verursachen.
Sichern Sie zuerst Menschen und Elektrik, stoppen Sie die Wasserzufuhr aber nur, wenn das gefahrlos möglich ist. Melden Sie den Schaden sofort, dokumentieren Sie den Zustand und lassen Sie die betroffenen Bauteile anschließend von Fachleuten trocknen. So begrenzen Sie Folgeschäden und senken das Schimmelrisiko.
Sichern Sie zuerst die Wohnung
Betreten Sie einen überfluteten Bereich nur, wenn dort keine Gefahr durch Strom, rutschige Böden, beschädigte Bauteile oder verunreinigtes Wasser besteht. Berühren Sie keine Steckdosen, Mehrfachsteckdosen, Verlängerungskabel, elektrischen Geräte oder Verteiler, die unter Wasser stehen oder nass geworden sein könnten. Das gilt auch für nasse Schalter und Kabel.
Arbeiten Sie nicht an der Hauselektrik. Öffnen Sie keine Verteiler, entfernen Sie keine Abdeckungen und prüfen Sie Geräte nicht selbst. Bei elektrischer Gefahr verlassen Sie den Bereich. Eine qualifizierte Fachkraft muss ihn sichern. Bei akuter Gefahr für Menschen oder Gebäude rufen Sie Hilfe.
Wasser nur gefahrlos abstellen
Bei einem Leitungsschaden können Sie die Wasserzufuhr schließen, wenn der Haupthahn sicher erreichbar ist. Dafür dürfen Sie keinen überfluteten Bereich betreten und weder elektrische Anlagen noch beschädigte Bauteile berühren müssen. Sie dürfen den Haupthahn schließen, müssen dafür aber keine Leitungen öffnen oder Reparaturen ausführen.
Stemmen Sie keine Wände oder Böden auf. Dichten Sie Leitungen nicht provisorisch ab und versuchen Sie nicht, einen Rohrbruch, eine Heizungsleitung oder eine eingefrorene Leitung selbst zu reparieren. Eingefrorene Leitungen sollten ausschließlich von einem Fachbetrieb aufgetaut werden. Unkontrollierte Wärme kann Leitungen beschädigen und zusätzliche Gefahren schaffen.
Wasser auf dem Boden können Sie nur dann aufnehmen, wenn der Bereich sicher ist. Nutzen Sie dafür Tücher, Eimer oder einen geeigneten Wassersauger nach Herstellerangaben. Verwenden Sie elektrische Geräte nicht in nasser Umgebung, wenn dadurch eine Stromgefahr entstehen kann.
Melden Sie den Schaden sofort
Mieterinnen und Mieter informieren unverzüglich die Hausverwaltung oder den Vermieter. Bei akuter Gefahr sollte die Meldung telefonisch erfolgen. Senden Sie anschließend möglichst eine schriftliche Nachricht, damit Zeitpunkt und Inhalt nachvollziehbar bleiben. Bei einer Eigentumswohnung ist je nach Ursache zusätzlich die zuständige Verwaltung und gegebenenfalls der Versicherer einzubeziehen.
Nennen Sie bei der Meldung:
- Ihre Wohnung und den betroffenen Raum,
- Datum und Uhrzeit der Entdeckung,
- die vermutete Ursache,
- ob weiterhin Wasser austritt,
- welche Wände, Decken, Böden und Möbel betroffen sind,
- sichtbare Flecken, Verfärbungen oder Gerüche,
- bereits gefahrlos getroffene Maßnahmen,
- mögliche elektrische Gefahren.
Die Meldung ersetzt keine Reparatur. Geeignete Fachleute müssen die Ursache finden und beheben. Lassen Sie sich außerdem sagen, wer die Leckageortung, die Reparatur und die Trocknung veranlasst.
Halten Sie den Zustand fest
Fotografieren Sie den Schaden, wenn das sicher möglich ist. Nehmen Sie zuerst den ganzen Raum auf. Fotografieren Sie danach Wasserläufe, nasse Stellen, aufgequollene Sockelleisten, beschädigte Böden und betroffene Gegenstände aus der Nähe. Halten Sie auch Schäden an Decken oder Wänden in angrenzenden Räumen fest.
Erstellen Sie zusätzlich ein kurzes Protokoll. Notieren Sie:
- Datum und Uhrzeit der Entdeckung,
- die Entwicklung des Schadens,
- vermutete Ursache,
- Zeitpunkt und Empfänger der Meldung,
- sichtbare Schäden und Gerüche,
- vorläufige Maßnahmen,
- Namen beteiligter Personen oder Firmen.
Bewahren Sie später Angebote, Arbeitsberichte, Feuchtigkeitsmessungen und Messprotokolle der Trocknungsfirma auf. Eine solche Dokumentation hilft bei der Abstimmung mit Vermieter, Hausverwaltung, Fachbetrieben und gegebenenfalls Versicherern. Sie ist jedoch keine verbindliche Einschätzung, wer Kosten trägt oder haftet.
Lassen Sie nasse Bauteile fachgerecht trocknen
Schnelles Trocknen senkt das Schimmelrisiko. Schimmel braucht für sein Wachstum ausreichend Feuchtigkeit. Schimmelsporen kommen grundsätzlich in Innenräumen vor. Auf dauerhaft feuchten Oberflächen können sie sich vermehren. Nach einem Wasserschaden muss die Feuchtigkeit deshalb schnell aus den betroffenen Materialien entfernt werden.
Wasser bleibt oft an Stellen zurück, die von außen trocken aussehen. Es kann in Estrich, Dämmung, Wandaufbauten, Decken, Hohlräume, Gipskartonplatten oder hinter Sockelleisten eindringen. Ein trockener Teppich oder eine trockene Tapete beweist deshalb nicht, dass das Bauteil vollständig trocken ist.
Die Ursache kommt vor der Trocknung
Eine technische Trocknung ist erst sinnvoll, wenn die Ursache gefunden und beseitigt ist. Trocknungsgeräte entfeuchten die Raumluft, stoppen aber kein weiter austretendes Wasser. Bei unklarer Ursache sollte eine Fachfirma für Leckageortung oder Sanitärtechnik den Schaden untersuchen.
Informieren Sie die Trocknungsfirma über die Entstehung des Schadens und über sichtbaren Schimmel. Die Fachleute sollten den Schaden zunächst aufnehmen, Feuchtigkeitsmessungen durchführen und den Aufbau von Wand, Boden oder Decke bewerten. Daraus ergibt sich, ob beispielsweise eine Oberflächentrocknung genügt oder ob Estrich, Dämmung und Hohlräume untersucht werden müssen.
Achten Sie auf ein nachvollziehbares Trocknungskonzept und eine Kontrolle des Verlaufs. Lassen Sie sich dokumentieren, welche Bauteile gemessen wurden, welche Geräte zum Einsatz kamen und wann die Trocknung abgeschlossen ist. Die Messwerte und Arbeitsberichte sollten Sie aufbewahren.
Gebläse und Heizlüfter nicht unüberlegt einsetzen
Ein Ventilator, Heizlüfter oder Bautrockner kann bei einem kleinen, oberflächlichen Feuchteproblem helfen. Nach einem Leitungswasserschaden reicht das aber oft nicht aus. In Estrich, Dämmung oder Hohlräumen kann die Feuchtigkeit weiter vorhanden sein.
Bei sichtbarem Schimmel können Gebläse Staub und Sporen im Raum verteilen. Das Trocknungsverfahren muss deshalb zum Material und zum Schaden passen. Fachfirmen setzen je nach Aufbau unterschiedliche Verfahren ein, etwa Geräte zur Luftentfeuchtung oder saugende Verfahren für bestimmte Estrich- und Hohlraumschäden. Welche Methode passt, sollte eine Fachfirma entscheiden.
Lüften unterstützt die Abfuhr von Feuchtigkeit aus der Raumluft. Es ersetzt keine technische Trocknung, wenn Bauteile durchfeuchtet sind. Heizen und regelmäßiges Lüften helfen vor allem nach der Ursachenbeseitigung und bei der Raumluft. Wandverkleidungen, Tapeten oder Sockelleisten sollten Sie nicht vorschnell wieder schließen, solange die Bauteile nicht überprüft und ausreichend trocken sind.
Eine allgemeingültige Trocknungsdauer gibt es nicht. Wassermenge, Einwirkzeit, Material, Bauteilaufbau, Raumtemperatur, Luftfeuchtigkeit und Trocknungsverfahren beeinflussen das Ergebnis. Die sichtbare Oberfläche entscheidet daher nicht über den Trocknungserfolg. Fachliche Feuchtigkeitsmessungen und eine dokumentierte Kontrolle sind verlässlicher.
Beugen Sie Schimmel gezielt vor
Achten Sie nach der Trocknung auf muffigen Geruch, neue Flecken und wiederkehrende Feuchte. Rücken Sie Möbel von betroffenen Wänden ab, damit Luft an die Oberflächen gelangt, und lüften Sie regelmäßig nach außen. Beheizen Sie die Räume außerdem angemessen. Bleiben Gerüche oder Verfärbungen bestehen, sollte die Ursache erneut fachlich geprüft werden.
Kleine Flecken richtig einordnen
Einen kleinen, oberflächlichen Schimmelbefall von weniger als 0,5 Quadratmetern können Sie unter bestimmten Voraussetzungen selbst beseitigen. Das gilt nur, wenn die Ursache der Feuchtigkeit bekannt und behoben ist, der Schimmel tatsächlich nur oberflächlich sitzt und keine gesundheitlichen Gründe dagegensprechen.
Personen mit Schimmelallergie, chronischen Atemwegserkrankungen oder geschwächtem Immunsystem sollten Schimmel nicht selbst entfernen. Auch bei tiefem Befall oder porösen Materialien wie Gipskarton, Tapeten, Dämmstoffen und aufgequollenem Holz reicht eine einfache Oberflächenreinigung meist nicht aus.
Bei einer kleinen Stelle sollten Sie den Bereich möglichst begrenzen und eine Staubverteilung vermeiden. Bürsten, Schleifen oder trockenes Abreiben kann Sporen und Partikel in der Raumluft verteilen. Geeignete Schutzmaßnahmen und die Hinweise des Umweltbundesamtes sollten Sie beachten. Wenn die Ursache unklar ist, der Fleck wiederkehrt oder weitere Stellen hinzukommen, beauftragen Sie eine Fachfirma.
Größerer Befall von mehr als 0,5 Quadratmetern sollte fachkundig saniert werden. Der Flächenwert ist eine Orientierung und keine starre Freigrenze. Entscheidend sind auch die Tiefe des Befalls, das betroffene Material, die Ursache und die gesundheitliche Situation der Bewohner.
Desinfektionsmittel lösen das Problem nicht
Desinfektionsmittel oder andere biozide Mittel großflächig aufzutragen, ersetzt keine Sanierung. Diese Mittel beseitigen weder die Ursache der Feuchtigkeit noch automatisch befallene Materialien. Bei einer fachgerechten Sanierung wird zuerst die Ursache geklärt. Danach werden betroffene Materialien entfernt oder gereinigt. Außerdem muss verhindert werden, dass sich Schimmel und Staub weiter verteilen.
Seien Sie vorsichtig bei Angeboten, die Schimmel ausschließlich besprühen oder überstreichen wollen. Ein veränderter sichtbarer Eindruck bedeutet nicht, dass die Feuchtigkeit oder der Befall verschwunden ist. Bei einem Wasserschaden müssen Ursache und Bauteilfeuchte gemeinsam betrachtet werden.
Feuchte und schimmelige Innenräume können die Gesundheit belasten. Möglich sind unter anderem Reizungen von Nase und Augen, allergieähnliche Beschwerden sowie eine Verschlechterung bestehender Atemwegserkrankungen. Besonders empfindliche Personen sollten den betroffenen Bereich meiden und frühzeitig fachkundige Hilfe einholen. Eine pauschale Aussage, dass jeder Schimmelbefall krank macht, ist ebenso wenig angemessen wie eine Verharmlosung.
Wann Fachleute erforderlich sind
Beauftragen Sie eine Fachfirma für Leckageortung, Trocknung oder Sanierung, wenn:
- die Ursache des Wassers nicht feststeht,
- Wasser aus Wand, Decke oder Boden austritt,
- ein Leitungsbruch vermutet wird,
- Estrich, Dämmung oder Hohlräume betroffen sein könnten,
- Bauteile großflächig oder länger durchfeuchtet sind,
- Wasser in elektrische Bereiche gelangt ist,
- Feuchtigkeit trotz oberflächlichen Aufwischens bleibt,
- muffiger Geruch oder wiederkehrende Flecken auftreten,
- sichtbarer Schimmel größer ist oder tief in Materialien sitzt.
Versicherungsbedingungen sind unterschiedlich. Gebäude, Hausrat, Leitungswasser und Naturgefahren können je nach Vertrag und Eigentumsverhältnissen anders behandelt werden. Melden Sie den Schaden deshalb sofort den zuständigen Stellen. Dokumentieren Sie ihn, bevor weitere Maßnahmen beginnen, sofern das gefahrlos möglich ist. Für die Prüfung von Kostenübernahme, Haftung, Mietminderung oder Beweislast brauchen Sie Beratung durch Versicherer, Mieterverein, Verbraucherzentrale oder Rechtsanwalt.
Dieser Ratgeber ersetzt keine individuelle Beratung durch Fachbetriebe, Versicherer, Mieterverein, Verbraucherzentrale oder Rechtsanwalt.
Nächste Schritte nach dem Wasserschaden
Sichern Sie zuerst Menschen und Elektrik. Schließen Sie die Wasserzufuhr nur, wenn das gefahrlos möglich ist, und melden Sie den Schaden sofort. Fotos, Uhrzeit und ein kurzes Protokoll erleichtern die weitere Abstimmung.
Nach der Ursachenbeseitigung müssen nasse Bauteile fachgerecht geprüft und getrocknet werden. Lüften allein reicht bei Feuchtigkeit in Estrich, Dämmung oder Hohlräumen nicht aus. Beauftragen Sie bei sichtbarem, größerem, tiefem oder wiederkehrendem Schimmel eine Fachfirma.