Pflegezeichen zeigen für jedes Kleidungsstück, wie es höchstens behandelt werden darf: beim Waschen, Bleichen, Trocknen, Bügeln und bei der professionellen Reinigung.
Entscheidend ist das Pflegeetikett. Die Faserangabe allein reicht nicht aus. Farbe, Drucke, Beschichtungen, Nähte, Futter oder Besätze können eine schonendere Pflege erfordern. Wer die Angaben nicht beachtet, riskiert Einlaufen, Verformen, Farbverlust, Verfilzen oder Hitzeschäden.
Lesen Sie die Zeichen in Reihenfolge
Die Pflegezeichen stehen international in einer festen Reihenfolge:
- Waschen
- Bleichen
- Trocknen
- Bügeln
- Professionelle Textilpflege
Lesen Sie die Reihe von links nach rechts. Jedes Symbol steht für eine andere Behandlung. Der Waschbottich zeigt, ob und wie das Stück gewaschen werden darf. Das Dreieck steht für Bleichmittel. Das Quadrat beschreibt das Trocknen, das Bügeleisen die Hitze beim Bügeln und der Kreis die professionelle Reinigung.
Die Zeichen nennen grundsätzlich eine Höchstgrenze. Steht zum Beispiel eine Zahl im Waschbottich, darf die Temperatur nicht höher sein. Das heißt aber nicht, dass Sie immer mit dieser Temperatur waschen sollten. Eine niedrigere Einstellung kann Farbe und Fasern schonen. Sie reicht jedoch nicht automatisch für jede Verschmutzung, jedes Waschmittel oder jedes Hygieneziel aus.
Faserangabe und Pflegeetikett haben unterschiedliche Aufgaben. Die Faserangabe zeigt, woraus das Textil besteht. Das Etikett zeigt, wie der Hersteller dieses Stück geprüft und für die Pflege freigegeben hat. Wenn beides nicht zusammenzupassen scheint, gilt das Etikett.
Daraus folgen einige wichtige Regeln:
- Baumwolle ist nicht automatisch für jede hohe Waschtemperatur geeignet.
- Wolle muss nicht bei jedem Kleidungsstück gleich behandelt werden.
- Polyester ist nicht automatisch trocknergeeignet.
- Seide und Mischgewebe können durch Drucke, Futter oder Ausrüstungen besondere Grenzen haben.
- Ein Kleidungsstück aus einer bekannten Faser kann empfindlicher sein als ein anderes Stück aus derselben Faser.
Prüfen Sie deshalb vor der ersten Wäsche das ganze Etikett. Fehlt ein Zeichen, ist es unleserlich oder zeigt es ein Verbot, sollten Sie nicht von der üblichen Pflege ausgehen.
Waschen und Bleichen richtig deuten
Der Waschbottich zeigt, ob das Stück zu Hause gewaschen werden darf und welcher Waschprozess höchstens erlaubt ist. Eine Zahl im Bottich nennt die maximale Waschtemperatur in Grad Celsius. Sie gilt nur für dieses Kleidungsstück und nicht allgemein für alle Textilien aus derselben Faser.
Ein Bottich ohne Zusatz steht für einen normalen Waschprozess. Ein waagerechter Strich darunter verlangt einen schonenderen Prozess mit weniger mechanischer Belastung. Dazu gehören meist eine kleinere Beladung und vorsichtigeres oder kürzeres Schleudern. Zwei Striche stehen für eine besonders schonende Behandlung. Das ist wichtig, wenn Reibung, starke Bewegung oder hohe Schleuderdrehzahlen die Form oder Oberfläche des Textils beschädigen könnten.
Eine Hand im Bottich steht für Handwäsche. Halten Sie die angegebene Temperatur ein und reiben oder verdrehen Sie das Stück nicht kräftig. Ein durchgestrichener Bottich bedeutet: Das Stück darf nicht gewaschen werden. Auch eine vermeintlich schonende Maschinenwäsche ist dann keine sichere Lösung.
Nach dem Waschzeichen folgt das Dreieck. Es informiert über die zulässige Bleiche:
- Ein leeres Dreieck erlaubt Chlor- und Sauerstoffbleiche.
- Ein Dreieck mit zwei schrägen Linien erlaubt nur chlorfreie beziehungsweise sauerstoffbasierte Bleiche.
- Ein durchgestrichenes Dreieck bedeutet, dass Sie nicht bleichen dürfen.
Das Verbot gilt nicht nur für klassische Bleichmittel. Auch manche Fleckenentferner enthalten bleichende Stoffe oder können Farben und Beschichtungen angreifen. Verwenden Sie bei einem durchgestrichenen Dreieck deshalb Wasch- und Fleckenmittel ohne Bleichmittel. Ist ein Mittel erlaubt, kann ein Test an einer verdeckten Stelle sinnvoll sein. Das gilt besonders für kräftige Farben, Drucke oder empfindliche Oberflächen.
Das Pflegezeichen schützt vor falscher Behandlung. Es garantiert aber nicht, dass jeder Fleck vollständig verschwindet. Gehen Sie bei Flecken deshalb in zwei Schritten vor: Prüfen Sie zuerst das Dreieck. Danach beachten Sie die übrigen Waschgrenzen und prüfen, ob das Mittel für das Stück geeignet ist.
Trocknen und Bügeln unterscheiden
Das Quadrat steht für das Trocknen. Befindet sich darin ein Kreis, geht es um den Wäschetrockner. Ein Punkt im Kreis kennzeichnet einen schonenden Trocknungsprozess mit reduzierter Temperatur. Zwei Punkte erlauben die normale Temperaturstufe des Symbols. Ein durchgestrichenes Quadrat mit Kreis bedeutet: Das Kleidungsstück darf nicht in den Wäschetrockner.
Die Punkte im Trocknersymbol sind nicht dasselbe wie die Punkte im Bügeleisensymbol. Beide zeigen eine Temperaturstufe an, gelten aber für unterschiedliche Geräte und Verfahren. Bei den Trocknersymbolen entsprechen die Stufen technisch etwa 60 °C für die reduzierte und 80 °C für die normale Temperatur. Diese Werte ersetzen nicht die passende Einstellung am jeweiligen Gerät. Schon Programm, Beladung und Restfeuchte können die Belastung verändern.
Ob ein Textil im Trockner Schaden nimmt, hängt nicht nur von der Faser ab. Baumwollgewirke können einlaufen, Wolle kann verfilzen und Seide oder Polyacryl können durch Hitze beschädigt werden. Auch Gardinen können im Trockner stark knittern. Prüfen Sie deshalb das Trocknerzeichen des einzelnen Stücks. Wählen Sie bei Unsicherheit die schonendere erlaubte Methode.
Striche im Quadrat beschreiben das natürliche Trocknen:
- Ein senkrechter Strich steht für Trocknen auf der Leine.
- Zwei senkrechte Striche bedeuten, dass das Stück tropfnass auf der Leine trocknen soll.
- Ein waagerechter Strich steht für liegendes Trocknen.
- Zwei waagerechte Striche verlangen liegendes Trocknen im tropfnassen Zustand.
- Ein zusätzlicher diagonaler Strich bedeutet Trocknen im Schatten.
Legen Sie ein längeres oder empfindliches Kleidungsstück flach zum Trocknen aus, wenn das Zeichen dies verlangt. So zieht das Eigengewicht das Stück nicht in die Länge. Der Hinweis auf Schatten schützt vor direkter Sonne, die manche Färbungen ausbleichen kann. Die Striche zeigen daher vor allem Lage, Restwasser und Licht an, nicht die Temperatur.
Beim Bügeleisen kennzeichnen die Punkte die zulässige Höchsttemperatur der Bügeleisensohle:
- Ein Punkt: bis 120 °C
- Zwei Punkte: bis 160 °C
- Drei Punkte: bis 210 °C
- Durchgestrichenes Bügeleisen: nicht bügeln
Wählen Sie die Temperatur nach dem Etikett und nicht nur nach der Faser. Die Materialstufen vieler Bügeleisen sind lediglich praktische Einstellungen. Sie ersetzen das Pflegezeichen nicht. Zusätzliche Hinweise können Dampf ausschließen. Bei manchen empfindlichen Textilien kann Dampf trotz passender Temperatur Schäden verursachen.
Wenn Bügeln erlaubt ist, kann das Bügeln auf der Rückseite oder mit einem geeigneten Zwischentuch die Oberfläche und Drucke schonen. Diese Maßnahmen erlauben jedoch keine Behandlung, die das Etikett ausschließt. Ein durchgestrichenes Bügeleisen bleibt ein Verbot.
Professionelle Textilpflege erkennen
Das Kreissymbol am Ende der Reihe steht für die professionelle Textilpflege. Buchstaben im Kreis zeigen dem Reinigungsbetrieb, welche Lösemittel und Verfahren geeignet sind. Diese Angaben richten sich vor allem an Fachpersonal. Sie sind keine Anleitung für ein Haushaltsgerät.
Ein Balken unter dem Kreis verlangt einen schonenderen Prozess. Dabei können die mechanische Belastung, die Feuchtigkeitszugabe sowie die Wasch- oder Trocknungstemperatur geringer sein. Ein durchgestrichener Kreis bedeutet, dass keine Trockenreinigung erlaubt ist.
Neben der professionellen Trockenreinigung gibt es die professionelle Nassreinigung. Dabei wird Wasser verwendet, aber kein normales Waschprogramm für zu Hause. Fachbetriebe nutzen spezielle Technik und passende Hilfsmittel. Bei der Finishbehandlung berücksichtigen sie nach der Reinigung wieder die Form und Oberfläche des Textils.
Verwechseln Sie ein Nassreinigungssymbol deshalb nicht mit einer Freigabe für die Waschmaschine. Wenn das Etikett ausschließlich professionelle Pflege vorsieht, geben Sie das Stück in einen geeigneten Fachbetrieb. Teilen Sie dort mit, ob es sich um einen Fleck, eine Beschichtung, einen empfindlichen Besatz oder eine ältere beziehungsweise besonders wertvolle Textilie handelt.
Punkte, Striche und Kreuze als Merkhilfe
Die Bedeutung eines Zeichens ergibt sich immer aus dem Grundsymbol:
- Punkte stehen im Trockner- und Bügelsymbol für Temperaturstufen.
- Striche unter dem Waschbottich reduzieren die mechanische Belastung.
- Striche unter dem Kreis verlangen einen schonenderen professionellen Prozess.
- Striche im Quadrat beschreiben Leinen-, Tropfnass- oder Liegendtrocknung.
- Ein diagonaler Strich im Quadrat weist auf Trocknen im Schatten hin.
- Ein Kreuz verbietet die jeweilige Behandlung.
Ein Kreuz im Bottich bedeutet also etwas anderes als ein Kreuz im Dreieck, auch wenn die gemeinsame Aussage lautet: Diese Behandlung ist ausgeschlossen. Umgehen Sie ein Verbot nicht mit einer vermeintlich milden Standardmethode. Bei einem durchgestrichenen Wasch-, Bleich-, Trockner-, Bügel- oder Reinigungssymbol lassen Sie die betreffende Behandlung weg.
Pflege schonen, ohne Grenzen zu übergehen
Sie schonen Textilien oft, wenn Sie sie nur bei Bedarf waschen, nach dem Tragen lüften, eine niedrigere erlaubte Waschtemperatur wählen und sie an der Luft trocknen lassen. Bügeln sollten Sie ebenfalls nur, wenn es für das Aussehen nötig ist. Niedrigere Temperaturen können den Energieverbrauch eines Waschgangs senken. Sie reichen aber nicht automatisch für jede Verschmutzung und jedes Pflegeziel aus.
Die Pflegezeichen zeigen vor allem, welche Behandlung das Textil höchstens verträgt. Sie sagen nicht allein, welche Temperatur für einen bestimmten Fleck, ein Waschmittel oder einen hygienischen Zweck am besten ist. Stimmen Sie eine niedrigere Einstellung deshalb auf das Etikett, das Programm und den Verschmutzungsgrad ab.
Wenn Sie unsicher sind, gehen Sie einfach vor: Lesen Sie das ganze Etikett, verzichten Sie auf verbotene Behandlungen und fragen Sie bei empfindlichen oder schwer ersetzbaren Stücken einen Fachbetrieb. Das ist besonders sinnvoll, wenn das Etikett widersprüchlich wirkt, das Kleidungsstück beschichtet ist oder eine professionelle Reinigung verlangt.
Pflegezeichen vor dem Waschen prüfen
Pflegezeichen sind konkrete Anweisungen für das einzelne Textil. Lesen Sie die Reihe von Waschen über Bleichen, Trocknen und Bügeln bis zur professionellen Textilpflege. Achten Sie darauf, ob Punkte, Striche oder Verbotszeichen die Behandlung einschränken.
Die Materialangabe gibt nützliche Hinweise, ersetzt das Etikett aber nie. Wenn Annahmen und Etikett nicht zusammenpassen, gilt die Empfehlung des Herstellers. So verhindern Sie, dass eine vertraute Pflegegewohnheit das Kleidungsstück durch Hitze, Feuchtigkeit, Reibung oder ungeeignete Mittel beschädigt.