Mit einem Eimer und einer Uhr können Sie schnell messen, wie viel Wasser beim Duschen durch den Duschkopf fließt. So können Sie neue Duschköpfe besser vergleichen und Angaben wie „Eco“ oder „wassersparend“ einordnen.
Weniger Warmwasser senkt meist auch den Energieverbrauch. Eine zu starke Begrenzung kann aber die Temperaturregelung, den Wasserdruck oder die Funktion eines alten hydraulischen Durchlauferhitzers stören. Messen Sie deshalb zuerst den aktuellen Durchfluss. Prüfen Sie danach, ob der gewünschte Duschkopf technisch geeignet ist.
Durchfluss mit einem Eimer messen
Für die Messung brauchen Sie einen ausreichend großen Eimer und eine Stoppuhr. Praktisch ist ein Eimer mit 10 Litern Fassungsvermögen. Stellen Sie den Duschkopf auf die Strahlart, die Sie normalerweise nutzen, und öffnen Sie die Armatur vollständig. Halten Sie den Duschkopf so in den Eimer, dass kein Wasser danebenläuft.
Starten Sie die Zeitmessung, sobald Wasser in den Eimer läuft. Stoppen Sie sie, sobald der Eimer voll ist. Messen Sie möglichst unter den Bedingungen, die auch beim normalen Duschen gelten. Ein anderer Duschmodus, ein teilweise geöffneter Hahn oder stark schwankender Wasserdruck kann das Ergebnis verändern.
Berechnen Sie den Durchfluss mit dieser Formel:
Durchfluss in Litern pro Minute = Eimervolumen in Litern ÷ Füllzeit in Sekunden × 60
Bei einem 10-Liter-Eimer, der in 50 Sekunden voll ist, ergibt sich:
10 ÷ 50 × 60 = 12 Liter pro Minute
Ihr Duschkopf liefert unter diesen Bedingungen also ungefähr 12 Liter pro Minute. Das Ergebnis ist für Ihren Haushalt ein Richtwert, keine normgerechte Produktprüfung, reicht aber meist für Vergleiche aus. Bei einem ungewöhnlich hohen oder niedrigen Wert wiederholen Sie die Messung einmal.
Die Wassermenge pro Duschgang hängt vom Durchfluss und von der tatsächlichen Duschdauer ab. Bei 12 Litern pro Minute und acht Minuten Duschzeit fließen zum Beispiel 96 Liter. Die Zeit, in der Sie das Wasser beim Einseifen oder Shampoonieren abstellen, zählt nicht mit.
Vergleichen Sie später möglichst Werte, die auf die gleiche Weise gemessen wurden. Je nach Strahlart kann ein Duschkopf unterschiedlich viel Wasser abgeben. Auch Kalk in den Düsen, der Zustand der Armatur, der Leitungsdruck und der Warmwasserbereiter beeinflussen den Durchfluss. Ein einzelner Messwert gilt daher vor allem für Ihre aktuelle Situation.
Produktangaben richtig einordnen
Achten Sie beim Kauf auf eine konkrete Schüttmenge. Sie gibt an, wie viel Wasser pro Minute durch den Duschkopf fließt. Angaben wie „7 Liter pro Minute“ oder „8 Liter pro Minute“ können Sie direkt mit Ihrer Messung vergleichen.
Die Bezeichnungen „Eco“, „sparsam“, „Wassersparer“ oder „wassersparend“ reichen dagegen nicht aus. Diese Begriffe sind nicht geschützt und sagen nichts über einen festen Durchfluss aus. Ein Produkt kann mit einem sparsamen Strahl werben, ohne eine konkrete Verbrauchsmenge zu nennen.
Prüfen Sie die Produktbeschreibung deshalb nach diesen Punkten:
- Wird der Durchfluss in Litern pro Minute angegeben?
- Gilt der Wert für den gesamten Duschkopf oder nur für eine bestimmte Strahlart?
- Wird ein einzelner Wert oder ein Bereich genannt?
- Gibt es Hinweise zu Mindestdruck, Armaturen oder Durchlauferhitzern?
- Bezieht sich die Angabe auf eine Durchflussbegrenzung oder auf die tatsächliche Schüttmenge?
Auch ein voller Strahl bedeutet nicht automatisch einen hohen Wasserverbrauch. Viele sparsame Duschköpfe mischen Luft ins Wasser. Dadurch kann der Strahl trotz weniger Wasser voluminös wirken. Ob sich das angenehm anfühlt, hängt von der Strahlart, dem Leitungsdruck und Ihrem persönlichen Geschmack ab.
Als grobe Orientierung kommen Duschköpfe mit einer konkret ausgewiesenen Schüttmenge von weniger als 9 Litern pro Minute infrage. Das Umweltbundesamt nennt für Wassersparbrausen ungefähr 6 bis 9 Liter pro Minute. Herkömmliche Duschbrausen liegen häufig bei etwa 12 bis 15 Litern pro Minute. Einfache Duschköpfe können etwa 10 bis 12 Liter liefern, während besonders wasserreiche Modelle und Regenduschen deutlich darüber liegen können.
Diese Werte garantieren keine bestimmte Ersparnis. Wie viel Wasser und Energie Sie tatsächlich sparen, hängt unter anderem vom bisherigen Durchfluss, der Duschdauer, der Wassertemperatur und der Art der Warmwasserbereitung ab. Die Verbraucherzentrale nennt je nach Ausgangslage Einsparungen von bis zu 50 Prozent beim Warmwasser. Das Umweltbundesamt nennt für bestimmte Berechnungen rund 30 Prozent weniger Energie beim Duschen. Daraus ergibt sich kein fester Wert für jeden Haushalt.
Duschkopf und Durchlauferhitzer abstimmen
Bei einem alten hydraulischen Durchlauferhitzer dürfen Sie die Schüttmenge nicht beliebig verringern. Ein hydraulisches Gerät schaltet sich abhängig vom Wasserfluss ein und verändert seine Leistung meist in Stufen. Laut Verbraucherzentrale brauchen solche Geräte häufig einen Mindestdurchfluss von etwa 8 Litern pro Minute.
Liegt der Durchfluss darunter, kann das Gerät möglicherweise nicht zuverlässig starten. Auch die Temperaturregelung oder die Warmwasserversorgung kann beeinträchtigt werden. Ein Duschkopf mit 7 Litern pro Minute ist deshalb nicht automatisch geeignet, nur weil er besonders wenig Wasser verbraucht.
Gehen Sie bei einem solchen Gerät in dieser Reihenfolge vor:
- Stellen Sie fest, ob Sie einen hydraulischen oder elektronischen Durchlauferhitzer besitzen.
- Suchen Sie in der Bedienungsanleitung nach Angaben zu Mindestdurchfluss, zulässiger Schüttmenge und Zubehörhinweisen.
- Vergleichen Sie diese Angaben mit dem Durchfluss des gewünschten Duschkopfs.
- Prüfen Sie nach dem Einbau, ob das Wasser weiterhin stabil warm wird und der Durchlauferhitzer zuverlässig einschaltet.
Für eine vorsichtige Vorprüfung können Sie einen passenden Durchflussbegrenzer in den Duschschlauch einsetzen und danach erneut messen. Beobachten Sie, ob das Wasser wie gewohnt warm wird. Funktioniert das Gerät mit einer bestimmten Schüttmenge zuverlässig, kommt möglicherweise ein Duschkopf mit ähnlich niedriger Schüttmenge infrage. Dieser Versuch ersetzt jedoch weder die Herstellerangaben noch eine technische Prüfung.
Bei stark kalkhaltigem Wasser kann ein Begrenzer schneller zugesetzt werden. Die Verbraucherzentrale empfiehlt in solchen Fällen eher eine Armatur mit geringem Durchflussvolumenstrom, sofern sie zur vorhandenen Anlage passt. Den Duschkopf regelmäßig zu entkalken, ist unabhängig davon sinnvoll. Verwenden Sie dafür eine milde, für das Material geeignete Methode und beachten Sie die Pflegehinweise des Herstellers.
Bei elektronischen Durchlauferhitzern gelten die konkreten Angaben des jeweiligen Geräts. Auch dort können Mindestdurchfluss, Temperaturbereich und Anschlussbedingungen eine Rolle spielen. Verlassen Sie sich daher nicht allein auf allgemeine Literwerte.
Duschkopf selbst wechseln
Einen passenden Duschkopf abzuschrauben und das neue Modell aufzuschrauben, gehört meist zu den einfachen Arbeiten im Haushalt. Lösen und befestigen Sie die Verbindung vorsichtig. Verwenden Sie nur Dichtungen und Zubehör, die für den Anschluss vorgesehen sind. Lässt sich eine Verbindung nicht lösen oder wirkt sie beschädigt, wenden Sie keine Gewalt an.
Zum gewöhnlichen Duschkopfwechsel gehören weder Arbeiten an festen Wasserleitungen, Absperreinrichtungen, Armaturen oder dem Durchlauferhitzer noch elektrische Eingriffe oder Veränderungen an Sicherheitseinrichtungen. Dafür benötigen Sie die Herstellerangaben oder einen Installationsfachbetrieb.
Verwenden Sie den neuen Duschkopf nicht weiter, wenn dauerhaft lauwarmes Wasser, starke Temperaturschwankungen, ungewöhnlich niedriger Druck oder Aussetzer beim Durchlauferhitzer auftreten. Ein Duschkopf mit noch geringerem Durchfluss löst die Ursache dann nicht. Prüfen Sie zunächst, ob das Problem nur an einer bestimmten Strahlart auftritt und ob der Duschkopf verkalkt ist. Bleibt die Störung bestehen, lassen Sie die Installation und den Warmwasserbereiter fachlich prüfen.
Achten Sie auch auf die Hygiene. Ein sparsamer Duschkopf sollte nicht dazu führen, dass das Warmwasser dauerhaft nur lauwarm bleibt oder wenig genutzte Leitungsabschnitte nicht mehr ausreichend gespült werden. Für Warmwasseranlagen gelten hygienische Anforderungen an Temperaturen und Stagnation. Bei Bedenken, längerer Abwesenheit oder auffälligem Warmwasserbetrieb wenden Sie sich an die Hausverwaltung, den Wasserversorger oder einen Fachbetrieb.
Duschkopf passend auswählen
Messen Sie den vorhandenen Duschkopf zuerst mit einem Eimer und einer Zeitmessung; vergleichen Sie beim Kauf konkrete Angaben in Litern pro Minute. Seien Sie bei Aufdrucken wie „Eco“ oder „sparsam“ ohne Zahlen vorsichtig. Weniger als 9 Liter pro Minute können eine sinnvolle Orientierung sein, sind aber kein allgemeiner Grenzwert.
Besondere Aufmerksamkeit gilt alten hydraulischen Durchlauferhitzern. Prüfen Sie deren Mindestdurchfluss und Herstellerhinweise, bevor Sie den Wasserfluss begrenzen. Bei anhaltenden Problemen mit Temperatur, Druck oder Hygiene oder bei Zweifeln an der Kompatibilität lassen Sie die Anlage fachlich prüfen.