Riecht die Waschmaschine muffig oder riecht die Wäsche nach dem Waschen nicht mehr frisch, liegt das fast immer an Rückständen in der Maschine: Waschmittelreste, Kalk, Haare, Staub und Feuchtigkeit. Besonders anfällig sind Trommel, Gummidichtung an der Tür (Türmanschette) und Waschmittelfach. Dazu kommt das Flusensieb hinter der kleinen Klappe unten an der Vorderseite, das viele erst bei einer Störung beachten.
Die Reinigung braucht kein Spezialwissen. Wer die drei Problembereiche regelmäßig reinigt und ein paar Alltagsgewohnheiten übernimmt, hält die Maschine geruchsneutral und verhindert sichtbare Ablagerungen. Der wichtigste Grundsatz: erst die groben Rückstände entfernen, dann die Maschine heiß durchspülen.
Warum die Waschmaschine müffelt
Gerüche und Ablagerungen entstehen fast immer durch Feuchtigkeit und Rückstände. Kurze Programme bei niedrigen Temperaturen lösen Fett und Waschmittel nicht vollständig. Die Rückstände bleiben an der Trommelwand, in der Türmanschette und im Waschmittelfach hängen. Dazu kommt Feuchtigkeit, die nach dem Waschen in der geschlossenen Maschine stehen bleibt. Auf diesem Film aus Schmutz, Fett und Wasser bilden sich Bakterien und Schimmelpilze. Das riecht man zuerst an der Wäsche, dann an der offenen Tür.
Waschmittelfach reinigen
Das Waschmittelfach lässt sich bei den meisten Maschinen komplett herausziehen. Drücken Sie die Entriegelung, meist ein blaues oder graues Element in der Mitte des Fachs, und ziehen Sie das Fach nach vorne heraus. Spülen Sie es unter warmem Wasser ab und reinigen Sie Vertiefungen und Schlitze mit einer alten Zahnbürste oder einer schmalen Spülbürste. Besonders hartnäckig sind die Ablagerungen im Weichspülerfach, weil Weichspüler einen fettigen Film hinterlässt. Wischen Sie auch das Gehäuse im Inneren aus, in dem das Fach sitzt. Dort sammeln sich Restwasser und Waschmittelreste, die mit der Zeit verkleben. Lassen Sie das Fach trocknen, bevor Sie es wieder einschieben.
Türmanschette und Trommel reinigen
Heben Sie die Gummi-Lippe der Türdichtung an. Darunter sammeln sich Haare, Münzen, Sand und Restwasser. Wischen Sie die Manschette mit einem feuchten Tuch und etwas Spülmittel aus, auch die Falten. Schwarze Flecken auf dem Gummi sind meist Schimmel. Dagegen hilft ein Essig-Wasser-Gemisch oder ein handelsüblicher Schimmelentferner. Nutzen Sie Essig nicht dauerhaft, die Säure greift das Gummi mit der Zeit an. Nach der Reinigung reiben Sie die Dichtung mit einem trockenen Tuch nach, damit keine Feuchtigkeit stehen bleibt.
Für die Trommel starten Sie einen leeren Waschgang bei der höchsten verfügbaren Temperatur. Geben Sie einen handelsüblichen Waschmaschinenreiniger in das Pulverfach oder direkt in die Trommel. Das heiße Wasser mit dem Reiniger löst Fett, Waschmittelreste und Kalk aus den Leitungen und von der Trommelwand. Wäsche darf in diesem Durchgang nicht mitwaschen. Auch ein leerer Kochwaschgang ohne Reiniger entfernt schon einen Teil der Rückstände. Ein Reiniger arbeitet gründlicher, weil er Fett löst, das heißes Wasser allein nicht abbekommt.
Flusensieb leeren
Das Flusensieb sitzt hinter einer kleinen Klappe unten an der Vorderseite der Maschine. Öffnen Sie die Klappe, legen Sie ein flaches Gefäß und ein Handtuch darunter und schrauben Sie den Filter heraus. Dabei läuft immer etwas Restwasser aus. Entfernen Sie Flusen, Haare und Fremdkörper, die sich dort verfangen haben. Prüfen Sie nebenbei, ob sich das Flügelrad hinter dem Siebfach leicht drehen lässt. Setzen Sie den Filter anschließend wieder ein und schließen Sie die Klappe sauber, sonst läuft Wasser aus. Ein Blick aufs Sieb lohnt sich alle paar Monate oder immer dann, wenn die Maschine eine Meldung zeigt.
Gerüche im Alltag vermeiden
Die wirksamste Vorbeugung kostet keine Extrazeit. Lassen Sie die Tür nach jedem Waschen einen Spalt offen, damit Trommel und Dichtung abtrocknen können. Ziehen Sie die Wäsche zügig aus der Maschine. Feuchte Wäsche, die über Nacht liegen bleibt, sorgt für muffigen Geruch. Dosieren Sie Waschmittel nach Packungsangabe und Wasserhärte. Zu viel Waschmittel bleibt im Fach und in der Trommel zurück. Nutzen Sie Weichspüler sparsam oder verzichten Sie darauf, er hinterlässt einen Film auf Trommel und Dichtung. Und waschen Sie Handtücher und Bettwäsche gelegentlich heiß statt nur bei niedrigen Temperaturen, das tötet Bakterien ab, die niedrige Temperaturen überleben.
Wie oft sollten Sie die Waschmaschine reinigen?
Ein fester Pflegerhythmus erspart Ihnen die Suche nach der Ursache, wenn die Wäsche plötzlich müffelt. Einmal im Monat gehört ein leerer Heißwaschgang mit Waschmaschinenreiniger dazu. Das Waschmittelfach können Sie alle paar Wochen ausbauen und abspülen, das Flusensieb kontrollieren Sie alle paar Monate. Wer viel bei niedrigen Temperaturen wäscht, sollte die Maschine öfter heiß durchspülen, weil kurze und kalte Programme Fettablagerungen weniger gut lösen. Auch die Wasserhärte spielt eine Rolle: Je härter das Wasser, desto schneller setzt sich Kalk ab. Dann ist eine Reinigung öfter sinnvoll.