Kalkflecken entstehen, wenn Wasser auf Glas, Fliesen oder Chrom trocknet. Im Leitungswasser sind Calcium- und Magnesiumsalze gelöst. Beim Verdunsten bleiben sie als weiße, harte Ablagerungen zurück. Je kalkhaltiger das Wasser in Ihrer Region ist, desto schneller bilden sich die Flecken.
Nach dem Duschen verhindern drei Handgriffe den größten Teil der Ablagerungen: große Flächen mit dem Abzieher trocken ziehen, Armaturen und Spiegel mit einem Tuch nachwischen, den Raum lüften. Das dauert wenige Minuten, und Sie greifen danach seltener zum Entkalker.
Warum Kalkflecken entstehen
Am deutlichsten sieht man das an der Glaswand der Dusche. Nach dem Duschen liegt ein feiner Wasserfilm auf der Scheibe. Trocknet er, bleibt ein schleieriger Belag zurück. Wiederholt sich das über Wochen, wird das Glas trüb und die Armaturen verlieren ihren Glanz.
Zur Feuchtigkeit auf den Flächen kommt die Feuchtigkeit in der Luft. Nach dem Duschen ist die Raumluft mit Wasserdampf gesättigt. An kühlen Flächen wie dem Spiegel kondensiert der Dampf zu Tropfen. Diese trocknen später ebenfalls und hinterlassen Kalk. Wer die Luftfeuchtigkeit senkt, beugt Schimmel vor und verhindert zugleich einen Teil der Ablagerungen.
Der Zeitpunkt entscheidet über den Aufwand. Solange das Wasser flüssig auf der Fläche liegt, lässt es sich mit Abzieher oder Tuch fast vollständig entfernen. Ist es erst eingetrocknet, bleibt der Kalk zurück, und die Reinigung braucht ein Mittel mit Säure.
Drei Schritte nach dem Duschen
Der Ablauf bleibt nach jeder Dusche gleich, auch nach einer kurzen. Zuerst das meiste Wasser von den großen Flächen nehmen, dann die kleinen Stellen trocknen, zuletzt die Luftfeuchtigkeit senken.
- Abziehen: Ziehen Sie mit einem Glasabzieher die Duschwand und die Kacheln ab. Arbeiten Sie von oben nach unten in gleichmäßigen Bahnen, damit unten kein Wasser stehen bleibt. Bei gefliestem Duschboden ziehen Sie am Ende auch den Boden ab. Ein Abzieher, der in der Dusche hängt, ist schneller zur Hand als einer im Schrank.
- Trocknen: Wischen Sie Armaturen, Spiegel, Duschkopf und Ablagen mit einem trockenen Mikrofasertuch ab. An verchromten Teilen zeigen sich die Flecken am schnellsten; wischen Sie deshalb auch die Unterseite des Wasserhahns, wo Tropfen hängen bleiben.
- Lüften: Öffnen Sie das Fenster weit oder lassen Sie den Entlüfter laufen, damit die feuchte Luft abzieht, bevor sie an kühlen Flächen kondensiert.
Der Unterschied zur gelegentlichen Reinigung: Entkalker entfernen den Belag, nachdem er entstanden ist. Abziehen und Trocknen verhindern, dass er sich bildet. Wer die Routine nach jeder Dusche durchhält, hält Glas und Armaturen über Wochen klar.
Abzieher und Tücher richtig wählen
Ein Abzieher mit weicher, glatter Gummilippe erledigt die Arbeit. Wird die Lippe spröde oder wellig, lässt sie Schlieren. Für die meisten Abzieher gibt es passende Ersatzlippen. Wischen Sie die Lippe gelegentlich mit einem feuchten Tuch ab, damit sie sauber bleibt.
Mikrofasertücher nehmen viel Wasser auf und hinterlassen auf Glas und Spiegel keine Streifen. Waschen Sie sie regelmäßig, aber ohne Weichspüler. Der legt sich auf die Fasern und verringert die Saugfähigkeit. Bei größeren Duschen lohnt ein zweites Tuch, wenn das erste gesättigt ist.
An verchromten Armaturen sind Scheuerschwämme und Putzpulver tabu. Sie zerkratzen die Oberfläche, und in den Kratzern setzt sich Kalk noch fester ab. Ein weiches Tuch reicht für die tägliche Routine völlig.
Wer grundsätzlich weniger Kalk im Haus haben möchte, kann eine Entkalkungsanlage in die Wasserleitung einbauen lassen. Das ist ein Eingriff in die Installation und für Mieter meist keine Option. Die Routine mit Abzieher und Tuch bleibt dann der einfachere Weg.
Richtig lüften nach dem Duschen
Stoßlüften heißt: das Fenster weit öffnen, damit die feuchte Luft rasch abzieht. Hat das Bad ein Fenster, schließen Sie die Badtür, damit die Feuchtigkeit nicht in die Wohnung zieht, und öffnen Sie das Fenster für einige Minuten. In der kalten Jahreszeit wirkt das besonders schnell, weil die Außenluft wenig Feuchtigkeit mitbringt.
Hat das Bad kein Fenster, übernimmt ein Entlüfter die Aufgabe. Lassen Sie ihn nach dem Duschen so lange laufen, bis der Dampf verschwunden ist. Fehlt auch der, bleibt die Badtür offen, damit sich die Feuchtigkeit in der Wohnung verteilen kann. Ein geöffnetes Fenster im angrenzenden Raum unterstützt den Austausch.
Weniger Feuchtigkeit in der Luft bedeutet: Es kondensiert weniger Wasser an den Flächen. Der restliche Film trocknet schneller und hinterlässt weniger sichtbare Kalkränder.
Hartnäckige Kalkflecken entfernen
Trotz Routine bleiben in kalkreichem Wasser gelegentlich Reste zurück, vor allem wenn einmal keine Zeit für die Routine war. Auf Glas, Fliesen und Chrom hilft eine milde Säurelösung: etwas Zitronensäure oder Essig in Wasser, auf die Fläche sprühen, kurz einwirken lassen, mit einem weichen Tuch abwischen und mit klarem Wasser abspülen.
Säure verträgt nicht jede Fläche. Marmor und andere Natursteine werden von Essig und Zitronensäure angegriffen und bekommen matte, helle Stellen. Lassen Sie eine saure Lösung auch nicht zu lange auf unversiegelten Fugen oder Dichtungen stehen. Spülen Sie behandelte Flächen deshalb immer gründlich mit Wasser nach.
Zwei Reiniger sollten Sie nie kombinieren: Chlorhaltige Putzmittel und Essig oder Zitronensäure dürfen nicht gemischt werden. Dabei entsteht Chlorgas, das die Atemwege reizt. Verwenden Sie immer nur eines der beiden.