Viele Haushalte sortieren ihre Wäsche nach dem Prinzip „Weiß, Bunt, Dunkel“. Das reicht oft nicht aus, um Textilien zu schonen und Verfärbungen zu vermeiden. Wichtiger sind zuerst die Pflegeetiketten und die Waschprogramme, dann die Materialien und erst danach die Farben. Wenn Sie diese Reihenfolge einhalten, waschen Sie Ihre Kleidung pfleglicher.
Sortierreihenfolge
Bevor Sie die Trommel befüllen, sollten Sie entscheiden: Welche Textilien können gemeinsam gewaschen werden? Die Reihenfolge der Kriterien ist wichtig. Ein Teil, das nur für Feinwäsche geeignet ist, gehört nicht in die normale Buntwäsche, auch wenn die Farbe gleich aussieht. Gehen Sie so vor:
- Prüfen Sie jedes Pflegeetikett auf zulässige Temperatur und Mechanik.
- Gruppieren Sie die Teile nach Waschprogramm: Normalwäsche, Pflegeleicht, Feinwäsche, Wollwäsche oder Handwäsche.
- Gleichen Sie innerhalb einer Programmgruppe die Temperatur ab – die niedrigste erlaubte Temperatur gibt den Ton an.
- Trennen Sie nun die Farben nach Helligkeit und Risiko für Farbübertragung.
- Berücksichtigen Sie Materialkonflikte: Empfindliche Gewebe nicht mit groben Textilien kombinieren.
- Entscheiden Sie, ob hygienisch sensible Wäsche eine höhere Temperatur erfordert.
Erst wenn alle diese Punkte geklärt sind, beladen Sie die Maschine mit der passenden Menge.
Pflegeetikett beachten
Das Pflegeetikett ist die verbindliche Anleitung des Herstellers. Es nennt die maximal zulässige Behandlung. Für die Sortierung sind vor allem diese Symbole wichtig:
- Waschbottich mit Temperaturzahl: Die maximale Waschtemperatur in Grad Celsius.
- Balken unter dem Bottich: Ein Balken steht für eine milde Behandlung, zwei Balken für eine sehr milde Behandlung mit reduzierter Mechanik.
- Hand im Bottich: Handwäsche erforderlich – nicht durch ein normales Maschinenprogramm ersetzen.
- Durchgestrichener Bottich: Das Textil darf nicht in der Haushaltswaschmaschine gewaschen werden.
Das Etikett bezieht sich auf das empfindlichste Element des Kleidungsstücks: das können Farbstoff, Applikationen, Knöpfe oder der Stoff selbst sein. Niedrigere Temperaturen und schonendere Programme sind grundsätzlich möglich, eine höhere Temperatur oder stärkere Mechanik jedoch nicht. Die Symbolübersicht von GINETEX stellt diese Regeln klar.
Farben trennen
Die Farbe ist wichtig, aber nicht das erste Kriterium. Nachdem Sie die Programmgruppen gebildet haben, trennen Sie innerhalb dieser Gruppen nach Helligkeit und Farbtiefe:
- Weiße und sehr helle Wäsche immer getrennt waschen.
- Helle Buntwäsche (Pastelltöne, helle Grautöne) von dunkler Buntwäsche (kräftige Blau-, Rot-, Grüntöne) trennen.
- Neue, intensiv gefärbte Textilien, besonders Rot, Dunkelblau oder Schwarz, können bei der ersten Wäsche stark abfärben. Waschen Sie diese separat oder nur mit ähnlich dunklen Farben.
- Wenn Sie bei der Farbechtheit unsicher sind, testen Sie eine verdeckte Stelle: Befeuchten Sie sie und drücken Sie sie auf ein weißes Tuch. Bleibt Farbe zurück, sollten Sie das Teil separat waschen.
Colorwaschmittel können Farbübertragung verringern, aber nicht verhindern. Eine allgemeine Garantie gegen Verfärbungen gibt es nicht. GINETEX empfiehlt daher weiterhin die Trennung heller und dunkler Farbtöne.
Materialien beachten
Die Faserangabe auf dem Etikett hilft, besonders empfindliche oder flusenreiche Textilien zu erkennen. Diese Materialgruppen sollten Sie besonders beachten:
- Baumwolle, Leinen: Meist robust, aber nicht jedes gefärbte Stück verträgt hohe Temperaturen. Werden typischerweise im Normalwaschgang gewaschen.
- Viskose, Modal: Häufig als pflegeleicht gekennzeichnet, reagieren aber empfindlich auf Reibung und Überladung. Gehören in den Pflegeleichtgang mit reduzierter Beladung.
- Polyester, Polyamid, Polyacryl: Pflegeleicht, aber temperatur- und reibungsempfindlich je nach Verarbeitung.
- Wolle: Benötigt ein spezielles Wollprogramm mit sehr wenig Mechanik und stark reduzierter Beladung. Handwäsche und Wollprogramm sind nicht gleichzusetzen.
- Seide: In der Regel Feinwäsche oder Handwäsche, oft auch professionelle Reinigung.
Mischgewebe nach dem empfindlichsten Bestandteil sortieren. Synthetische Fasern und Leinen sollten nicht zusammen gewaschen werden, da Reibung Pilling begünstigt. Darauf weist GINETEX ausdrücklich hin.
Beladung pro Programm
Die Beladungsmenge hängt vom Waschprogramm ab. Eine volle Trommel ist nicht bei jedem Programm sinnvoll. Das Umweltbundesamt gibt folgende Richtwerte:
- Normalwaschgang (Koch- und Buntwäsche): Nahezu volle Trommel, bis etwa eine Handbreit Luft bleibt. Das spart Energie und Wasser.
- Pflegeleicht (Schonwaschgang): Etwa halb voll. Weniger Wäsche bedeutet weniger Reibung und Knitterung.
- Feinwäsche: Etwa ein Viertel der maximalen Füllmenge. Die Textilien brauchen mehr Bewegungsraum.
- Wollwäsche: Etwa ein Fünftel der maximalen Füllmenge oder weniger, je nach Maschinenanleitung.
Diese Angaben sind Orientierungswerte. Die Bedienungsanleitung Ihrer Waschmaschine hat Vorrang, denn Trommelgröße und Programmauslegung können abweichen. Überladen Sie die Maschine nie. Das schadet sowohl der Wäsche als auch der Maschine.
Hygiene separat entscheiden
Für normal verschmutzte Alltagswäsche in gesunden Haushalten ist keine routinemäßige Desinfektion nötig. Das Umweltbundesamt empfiehlt, bei niedrigen Temperaturen zu waschen, um Energie zu sparen. Trotzdem gibt es Wäschestücke, die eine höhere Temperatur erfordern, sofern das Pflegeetikett es zulässt:
- Unterwäsche
- Bettwäsche
- Handtücher
- Spüllappen und Putztücher
- Textilien, die mit Haustieren in Berührung kommen
Diese Teile sollten bei 40 oder 60 Grad gewaschen werden. Für Putzlappen nennt das Umweltbundesamt regelmäßig 60 Grad mit Waschpulver. Entscheidend bleibt jedoch stets das Pflegeetikett: Wenn es nur 30 Grad erlaubt, ist höhere Temperatur nicht zulässig.
Bei Erkrankungen im Haushalt oder besonderen gesundheitlichen Risiken kann eine gesonderte hygienische Behandlung notwendig werden. Sprechen Sie in solchen Fällen mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt. Haushaltswaschmaschinen erreichen in der Regel nicht die Standards medizinischer Aufbereitung.
Hygienespüler sind im normalen Haushalt nicht routinemäßig nötig. Sie belasten die Umwelt und können bei Überdosierung Allergien fördern. Ein regelmäßiger Leerlauf bei 60 Grad mit Waschpulver hilft, die Maschine sauber zu halten.
Wäsche richtig sortieren
Wäsche richtig sortieren bedeutet mehr als Weiß von Bunt zu trennen. Beginnen Sie mit dem Pflegeetikett, wählen Sie das passende Programm, passen Sie Temperatur und Beladung an und berücksichtigen Sie Material und Farbe erst danach. Hygienisch sensible Wäsche kann eine höhere Temperatur erfordern, aber immer nur im Rahmen der Etikettenvorgaben. So schonen Sie Textilien, vermeiden Verfärbungen und waschen zugleich umweltfreundlicher.