Vorhänge sammeln Staub und Gerüche, im Winter auch Kondenswasser an den Scheiben. Beim Waschen geht es darum, den Stoff sauber und möglichst faltenfrei zurück an die Stange zu bringen. Beim Trocknen im Winter geht es darum, die Wohnung vor Feuchtigkeitsschäden zu schützen.

Im Winter entscheidet das Trocknen: Feuchte Vorhänge geben viel Wasser an die Raumluft ab. Wer nicht richtig lüftet und heizt, fördert Schimmel an kalten Wänden. Gute Vorbereitung, feuchtes Aufhängen und festes Lüften sorgen für faltenarme Vorhänge und trockene Räume.

Vorhänge vorbereiten und waschen

Bevor die Vorhänge in die Maschine wandern, bestimmt das Pflegeetikett Temperatur und Programm. Es zeigt die erlaubte Waschtemperatur und ob der Stoff maschinenwaschbar ist. Empfindliche Materialien wie Seide, Wolle oder stark ausgebleichte Gardinen gehören in den Schonwaschgang oder in die Handwäsche. Die meisten Vorhänge aus Polyester oder Mischgewebe vertragen einen Pflegeleichtgang bei niedriger bis mittlerer Temperatur. Das Etikett hat aber immer Vorrang.

Vor dem Waschen entfernen Sie den Staub aus den Falten. Nehmen Sie die Vorhänge ab und schütteln Sie sie kräftig aus oder saugen Sie sie mit der Polsterdüse ab. Haken und Ringe nehmen Sie vorher ab, damit sie nicht am Stoff ziehen oder die Trommel verkratzen.

Waschen Sie Vorhänge am besten allein oder mit wenigen leichten Teilen. Dann haben sie in der Trommel Platz und verknäulen sich nicht. Ein Schonwaschgang mit wenig Schleudern schont das Gewebe und erleichtert das spätere Aufhängen. Flüssigwaschmittel löst sich gleichmäßiger auf und hinterlässt weniger Rückstände in den Falten als Pulver. Weichspüler ist bei Vorhängen meist unnötig. Er legt sich als Film auf das Gewebe, erhöht die statische Aufladung und zieht dadurch schneller wieder Staub an.

Feucht aufhängen gegen Knitterfalten

Am einfachsten bekommen Sie knitterarme Vorhänge, wenn Sie sie feucht aufhängen. Nehmen Sie die Vorhänge direkt nach dem Schleudern aus der Maschine. Schütteln Sie sie kräftig aus und hängen Sie sie feucht an die Gardinenstange. Das Eigengewicht des nassen Stoffs zieht die meisten Falten glatt, während er trocknet. Je schwerer der Stoff, desto besser funktioniert das. Auch leichte Gardinen aus Voile oder Organza hängen Sie feucht auf und streichen die Kanten mit der Hand glatt.

Verteilen Sie den Vorhang gleichmäßig über die Stange, damit die Unterkante überall dieselbe Länge hat. Legen Sie die Falten in gleichmäßigen Abständen, dann sitzt der Vorhang später sauber. Bei schweren Stoffen helfen Beschwerungsbänder oder eine Bleikette im Saum. Sie ziehen den Stoff nach unten.

Bleiben nach dem Trocknen noch Falten, bügeln Sie mit Dampf bei der passenden Temperatur. Bei empfindlichen Stoffen legen Sie ein Tuch zwischen Bügeleisen und Stoff.

Im Winter trocknen ohne Schimmelrisiko

Im Winter trocknen Sie die Vorhänge in der Wohnung. Dabei geben die feuchten Stoffe Wasser an die Raumluft ab. Ein Vier-Personen-Haushalt produziert durch Kochen, Duschen und Atmen ohnehin schon bis zu 15 Liter Wasserdampf pro Tag. Feuchte Wäsche kommt obendrauf. Bleibt diese Feuchtigkeit in der Wohnung, kondensiert sie an kalten Stellen: an Außenwänden, in Raumecken, hinter Schränken und an Fensterscheiben. Dort finden Schimmelpilze ideale Bedingungen. Sie brauchen nur Feuchtigkeit und organischen Nährboden wie Tapetenkleister oder Papier.

Hängen Sie die gewaschenen Vorhänge deshalb nicht im Schlafzimmer oder in einem Raum auf, der ohnehin schon feucht ist. Besser geeignet ist ein Raum, den Sie während der Trocknungszeit gut lüften können: mit weit zu öffnendem Fenster und geschlossener Tür zum Rest der Wohnung. So bleibt die Feuchtigkeit dort, wo sie entsteht, und verteilt sich nicht durch die ganze Wohnung. Stellen Sie den Wäscheständer in die Raummitte statt direkt vor eine Außenwand. Dann kann die Luft um die Stoffe zirkulieren.

Beschlagen während der Trocknungszeit die Fenster, ist die Luftfeuchtigkeit zu hoch. Dann lüften Sie sofort kräftig durch. Verkürzen Sie die Trocknungszeit, etwa indem Sie die Vorhänge beim nächsten Mal mit einer höheren Schleuderdrehzahl waschen, sofern der Stoff das zulässt.

Richtig lüften und heizen

Regelmäßiges Stoßlüften ist die wichtigste Maßnahme gegen Schimmel. Weniger zu heizen hilft nicht. Kühle Räume nehmen weniger Feuchtigkeit auf, und an kalten Wänden kondensiert die Luftfeuchtigkeit schneller. Beim Stoßlüften öffnen Sie die Fenster weit und lassen für einige Minuten einen kräftigen Luftzug durch die Wohnung gehen. Dann schließen Sie sie wieder. Gekippte Fenster bringen wenig: Sie kühlen die Wände aus und führen Feuchtigkeit nur langsam ab.

Lüften Sie besonders nach dem Duschen, Kochen und Waschen, also immer dann, wenn viel Feuchtigkeit entstanden ist. In Schlafzimmern reicht es, morgens nach dem Aufstehen und abends vor dem Schlafengehen bei weit geöffnetem Fenster zu lüften. Halten Sie die Tür zum Schlafzimmer geschlossen, wenn der Raum kühler ist als der Rest der Wohnung. Sonst strömt wärmere und dadurch feuchtere Luft aus den Wohnräumen hinein. Sie schlägt sich dann an den kühlen Wänden als Kondenswasser nieder.

Auch das Heizen entscheidet mit, wie feucht die Räume bleiben. Heizen Sie die Räume, in denen Sie wohnen und Wäsche trocknen, gleichmäßig, statt sie ganz auskühlen zu lassen. In wenig genutzten Räumen genügt eine Grundwärme. Ganz ohne Heizung steigt das Schimmelrisiko, besonders in schlecht gedämmten Gebäuden. Das gilt nicht nur im tiefen Winter. Auch im Frühjahr und Herbst begünstigen kaltes Wetter und unzureichend beheizte Räume die Schimmelbildung.

Schimmel zeigt sich zuerst dort, wo es feucht, kühl und windstill ist: In Schlafzimmern sind das häufig Außenwände, Raumecken, Bereiche hinter und unter dem Bett sowie Flächen hinter massiven Möbeln. Rücken Sie Schränke und Kommoden einige Zentimeter von der Wand ab, damit die Luft dahinter nicht steht. Kontrollieren Sie diese Stellen regelmäßig, besonders nach dem Trocknen von Wäsche in der Wohnung.