Sammelt sich Wasser unter dem Gemüsefach, ist meist das Ablaufloch an der Rückwand verstopft. Durch diese Öffnung fließt Kondenswasser, das sich an der kalten Rückwand bildet, in einen Schlauch und dann in eine Auffangschale über dem Kompressor. Dort verdunstet es. Wenn der Abfluss verstopft oder vereist ist, staut sich das Wasser und läuft in den Innenraum. In den meisten Fällen beheben Sie das Problem selbst, ohne das Gerät auszubauen.
Warum sich Wasser im Kühlschrank sammelt
Kondenswasser entsteht immer: Warme, feuchte Luft gelangt beim Öffnen der Tür in den Kühlschrank, kühlt an der Rückwand ab und schlägt sich dort als Wassertropfen nieder. Das ist normal. Der Ablauf transportiert das Tauwasser ab. Probleme entstehen, wenn der Abfluss blockiert ist.
Mit der Zeit setzen sich in der Ablaufrinne und im Schlauch Speisereste, Staub und Schimmelsporen ab. Sie vermischen sich mit dem Wasser zu einem schleimigen Biofilm. Der verhärtet sich und verengt den Abfluss. Irgendwann fließt das Wasser nicht mehr ab. Es staut sich in der Rinne und läuft über den Rand in den Innenraum oder unter das Gerät. Auch ein vereister Ablauf kann das Wasser stauen, etwa wenn die Türdichtung undicht ist oder die Kühlschranktür häufig lange offen steht.
So reinigen Sie den Ablauf
Räumen Sie zuerst die unteren Fächer und die Schubladen aus, damit Sie die Rückwand gut erreichen. Sie müssen den Kühlschrank nicht vom Strom nehmen. Achten Sie aber darauf, dass kein Wasser an elektrische Bauteile gelangt. Legen Sie ein Handtuch unter den Bereich, in dem das Wasser austreten kann.
Am einfachsten geben Sie handwarmes Wasser direkt in das Ablaufloch. Eine Spritze oder Pipette hilft, das Wasser gezielt hineinzubringen. Wenn das Wasser durchläuft, war die Verstopfung nur locker. Bei hartnäckigen Ablagerungen hilft eine Mischung aus warmem Wasser und etwas Spülmittel. Lassen Sie die Lösung kurz einwirken und spülen Sie anschließend mit klarem Wasser nach.
Wenn das Wasser nicht durchläuft, müssen Sie die Ablagerungen mechanisch lösen. Dafür eignet sich eine dünne, flexible Bürste, etwa eine Flaschenbürste oder ein Pfeifenreiniger. Führen Sie sie vorsichtig in das Ablaufloch ein und bewegen Sie sie hin und her, um den Biofilm zu lösen. Danach spülen Sie erneut mit warmem Wasser nach. Ein Draht oder ein Kleiderbügel ist ungeeignet, weil er den Ablaufschlauch innen verletzen kann.
Wenn die Verstopfung weiter unten sitzt, erreichen Sie den Schlauch von der Rückseite des Geräts. Ziehen Sie den Kühlschrank dafür von der Wand, suchen Sie das Ende des Ablaufschlauchs und spülen Sie ihn von dort mit warmem Wasser durch. Bei manchen Geräten müssen Sie dafür eine Abdeckung oder eine Klemme lösen. Schauen Sie im Zweifel in die Bedienungsanleitung. Zur Vorbeugung reicht es, die Ablaufrinne im Innenraum gelegentlich mit einem Wattestäbchen zu reinigen, bevor sich Ablagerungen festsetzen.
Was tun, wenn der Ablauf vereist ist
Ein vereister Ablauf lässt sich nicht durchspülen, solange das Eis den Schlauch blockiert. Benutzen Sie keinen Schraubenzieher und keinen heißen Gegenstand, um das Eis zu lösen. Das beschädigt die Innenwand. Der sichere Weg: Schalten Sie den Kühlschrank aus, räumen Sie ihn leer und lassen Sie die Tür offen, bis das Eis vollständig getaut ist. Das kann je nach Eismenge mehrere Stunden dauern. Legen Sie Handtücher in die Fächer, um das Schmelzwasser aufzufangen.
Danach prüfen Sie, warum sich überhaupt Eis bilden konnte. Eine undichte Türdichtung lässt ständig warme Luft eindringen, die an der Rückwand gefriert. Sie erkennen eine poröse Dichtung daran, dass sie rissig ist oder sich nicht mehr sauber an den Rahmen anschmiegt. Auch eine zu niedrig eingestellte Temperatur fördert die Eisbildung. Prüfen Sie die empfohlene Einstellung im Datenblatt des Geräts und stellen Sie den Kühlschrank nicht kälter ein als nötig.
Richtig lüften gegen Kondenswasser
Der Kühlschrank kann nur so viel Feuchtigkeit verarbeiten, wie die Raumluft mitbringt. Wenn die Küche dauerhaft feucht ist, etwa durch Kochen, Wäschetrocknen oder viele Pflanzen, kondensiert mehr Wasser im Innenraum. Der Ablauf muss dann mehr leisten. Sie können das Gerät entlasten, indem Sie die Küche regelmäßig stoßlüften: Öffnen Sie das Fenster für einige Minuten vollständig, statt es dauerhaft gekippt zu lassen. So tauschen Sie die feuchte Luft gegen trockene aus, ohne dass die Wände auskühlen.
Auch der Umgang mit der Kühlschranktür beeinflusst die Feuchtigkeit. Öffnen Sie die Tür nur kurz und lassen Sie sie nicht offen stehen, während Sie die Küche aufräumen. Lassen Sie warme Speisen erst abkühlen, bevor Sie sie in den Kühlschrank stellen, denn sie geben viel Wasserdampf ab. Prüfen Sie außerdem gelegentlich, ob die Türdichtung sauber ist. Speisereste oder Krümel in der Dichtung verhindern, dass die Tür richtig schließt. So gelangt dauerhaft Feuchtigkeit in den Kühlschrank.
Wann Sie den Fachmann rufen sollten
Wenn Sie den Ablauf gereinigt haben und das Wasser trotzdem weiter im Innenraum steht, liegt die Ursache woanders. Mögliche Gründe sind ein beschädigter oder abgeknickter Ablaufschlauch, eine defekte Abtauheizung oder ein Problem mit dem Kältemittelkreislauf. Auch wenn sich unter dem Gerät eine Pfütze bildet, obwohl der Innenraum trocken bleibt, sollten Sie den Kundendienst rufen. Diese Arbeiten gehören in eine Fachwerkstatt, weil die Fachwerkstatt das Kühlsystem öffnen oder elektrische Bauteile prüfen muss.