Fallen in der Wohnung plötzlich Strom und Licht aus, prüfen Sie zuerst, wie groß der Ausfall ist. Ein ausgelöster Schutzschalter kann nur Ihre Wohnung betreffen. Sind mehrere Wohnungen, das Gebäude oder die Nachbarschaft betroffen, liegt die Ursache wahrscheinlich außerhalb Ihrer Wohnung.
Kontrollieren Sie den Sicherungskasten nur von außen. Entfernen Sie keine Abdeckungen, berühren Sie keine Leitungen und reparieren Sie elektrische Teile nicht selbst. Nutzen Sie sichere Lichtquellen, lassen Sie Kühlgeräte geschlossen und kümmern Sie sich frühzeitig um Menschen, die auf stromabhängige medizinische Geräte angewiesen sind.
Gehen Sie diese Reihenfolge durch
Bleiben Sie zunächst ruhig und verschaffen Sie sich einen Überblick. Verwenden Sie eine Taschenlampe oder eine batteriebetriebene Leuchte. Suchen Sie nicht im Dunkeln nach Sicherungen oder Steckdosen. Prüfen Sie danach, wie groß der Ausfall ist:
- Funktioniert der Strom nur in Ihrer Wohnung nicht?
- Sind auch der Hausflur, der Aufzug oder andere Wohnungen betroffen?
- Ist die Straßenbeleuchtung ausgefallen, oder haben Nachbarhäuser ebenfalls keinen Strom?
Kontrollieren Sie den Sicherungskasten danach nur von außen und prüfen Sie, ob ein Leitungsschutzschalter oder der FI-Schalter sichtbar ausgelöst hat. Ein Leitungsschutzschalter schützt meist einen einzelnen Stromkreis, zum Beispiel die Steckdosen in bestimmten Räumen; der FI-Schalter, auch Fehlerstrom-Schutzschalter genannt, kann mehrere Stromkreise oder die gesamte Wohnung abschalten.
Beschränken Sie sich auf die Sichtkontrolle. Entfernen Sie keine Abdeckungen, bauen Sie keine Sicherungen aus und berühren Sie keine Leitungen oder beschädigten Teile. Löst ein Schalter wiederholt aus, schalten Sie ihn nicht mit Gewalt ein. Suchen Sie den Fehler nicht selbst an Steckdosen oder Geräten. Bei Brandgeruch, Rauch, Funken, verschmorten Steckdosen, sichtbaren Schäden oder Feuchtigkeit im Sicherungsbereich dürfen Sie den Kasten nicht weiter anfassen.
Schalten Sie empfindliche Geräte aus, wenn das gefahrlos möglich ist. Dazu gehören zum Beispiel Computer, Fernseher und andere elektronische Geräte. Ziehen Sie Stecker nur, wenn Sie Steckdose und Kabel sicher erreichen können. So schützen Sie die angeschlossenen Geräte vor Spannungsschwankungen beim Wiedereinschalten. Lassen Sie eine Lampe eingeschaltet, damit Sie bemerken, wenn der Strom wieder da ist. Das gilt nur, wenn keine Gefahr besteht.
Zuständigkeit richtig wählen
Daran erkennen Sie, wer zuständig ist:
| Beobachtung | Naheliegende Einordnung | Ansprechpartner |
|---|---|---|
| Nur Ihre Wohnung ist betroffen | ausgelöster Schutzschalter, defektes Gerät oder Störung in der Wohnung | Vermieter, Hausverwaltung oder Elektrofachbetrieb |
| Mehrere Wohnungen oder das ganze Gebäude sind betroffen | Störung der Hausanlage oder des Hausanschlusses | Hausverwaltung, Vermieter oder zuständiger Hausdienst |
| Mehrere Häuser, Straßen oder die Umgebung sind betroffen | Störung im öffentlichen Stromnetz | örtlicher Netzbetreiber |
| Rauch, Feuer, Stromschlag, akute medizinische Gefahr oder eingeschlossene Personen | unmittelbare Gefahr | Notruf |
Bei einer Netzstörung ist der örtliche Netzbetreiber zuständig. Der Stromanbieter ist meist Ihr Vertragspartner für den Stromtarif. Das örtliche Verteilnetz betreibt er aber nicht. Melden Sie eine unbekannte Störung deshalb dem Netzbetreiber. Seine Kontaktdaten finden Sie oft auf der Internetseite, auf früheren Schreiben oder in örtlichen Bekanntmachungen.
Eine normale Stromunterbrechung ohne akute Gefahr ist kein Fall für den Notruf. Wählen Sie ihn bei einem Brand, einem medizinischen Notfall, einem Stromschlagrisiko oder wenn Personen in einem Aufzug eingeschlossen sind. Suchen Sie bei Rauch oder Feuer nicht nach dem Fehler. Bringen Sie sich und andere in Sicherheit.
So bleiben Sie während des Ausfalls sicher
Taschenlampen, batteriebetriebene Lampen und LED-Leuchten sind sicherer als offene Flammen. Verwenden Sie Kerzen nur auf einer standsicheren, nicht brennbaren Unterlage und mit ausreichendem Abstand zu Vorhängen, Papier, Möbeln und anderen brennbaren Gegenständen. Kinder und Haustiere dürfen in ihrer Nähe nicht unbeaufsichtigt sein.
Löschen Sie jede Kerze, sobald Sie den Raum verlassen oder schlafen gehen. Lassen Sie offene Flammen auch dann nicht unbeaufsichtigt, wenn der Stromausfall schon länger dauert. Lüften Sie Räume regelmäßig, besonders wenn Kerzen als Lichtquelle dienen. Verwenden Sie niemals improvisierte Heiz- oder Kochgeräte in Innenräumen. Ein Grill gehört weder in die Wohnung noch in den Keller, die Garage oder einen anderen geschlossenen Bereich. Dabei kann sich gefährliches Kohlenmonoxid bilden, das Sie nicht sehen und nicht riechen können.
Fällt die Heizung aus, ziehen Sie sich warm an und nutzen Sie Decken oder Schlafsäcke. Bleiben Sie nach Möglichkeit in einem Raum und halten Sie die Türen zu weniger genutzten Räumen geschlossen. Lüften Sie trotzdem regelmäßig. Kaltwasser ist häufig weiter verfügbar. Bei langen oder großflächigen Ausfällen kann die Versorgung örtlich aber ebenfalls eingeschränkt sein. Warmwasser und Heizungen funktionieren in vielen Wohnungen ohne Strom nicht.
Kühlschrank und Gefriergerät sollten möglichst geschlossen bleiben. Jedes Öffnen lässt warme Luft hinein und beschleunigt den Temperaturanstieg. Öffnen Sie die Geräte daher nur, wenn Sie Lebensmittel entnehmen müssen. Verlassen Sie sich bei der Beurteilung nicht auf eine pauschale Zeitangabe: Dämmung, Füllmenge, Außentemperatur und Öffnungshäufigkeit beeinflussen, wie lange die Lebensmittel kalt bleiben.
Verbrauchen Sie leicht verderbliche Lebensmittel zuerst, sofern sie noch unauffällig sind. Bei ungewöhnlichem Geruch, auffälliger Konsistenz oder unklarer Lagerdauer ist Vorsicht angebracht; Lebensmittel, die verdorben sein könnten, gehören in den Abfall. Für längere Ausfälle sind haltbare Lebensmittel sinnvoll, die ohne Kühlung und möglichst ohne Kochen gegessen werden können. Ein begrenzter Vorrat an Wasser und Lebensmitteln für einige Tage kann die Versorgung erleichtern. Teure technische Notstromlösungen sind dafür in den meisten Haushalten nicht erforderlich.
Auch Internetrouter, Festnetzanschlüsse, elektrische Türöffner, Gegensprechanlagen, Aufzüge und Pumpen können ausfallen. Halten Sie Wege frei, schließen Sie Wohnungstüren von Hand und informieren Sie Nachbarn, die Unterstützung benötigen. Wenn Mobilfunk oder Internet nicht funktionieren, kann ein batteriebetriebenes oder mit Kurbel betriebenes Radio behördliche Hinweise empfangen. Bei längeren Ausfällen informieren außerdem Warn-Apps, Kommunen und andere behördliche Stellen, soweit diese Kommunikationswege verfügbar sind.
Medizinische Geräte frühzeitig absichern
Für Menschen, die auf ein stromabhängiges medizinisches Gerät angewiesen sind, kann ein Ausfall schnell zu einem Notfall werden. Dazu gehören beispielsweise bestimmte Beatmungsgeräte, Sauerstoffgeräte oder Geräte zur Heimdialyse. Die erforderliche Übergangszeit hängt vom Gerät, der Erkrankung und dem individuellen Notfallplan ab.
Klären Sie deshalb bereits vor einem Ausfall mit der behandelnden Arztpraxis, dem Pflegedienst, dem Sanitätshaus oder dem Geräteanbieter, wie das konkrete Gerät weiter betrieben werden kann. Halten Sie die Betriebsanleitung, Notfallnummern und vom Hersteller vorgesehene Ersatzakkus bereit. Prüfen Sie außerdem regelmäßig, ob Akkus geladen und für das Gerät geeignet sind.
Verändern Sie keine Kabel, Netzteile oder Steckverbindungen eigenmächtig. Schließen Sie ein Gerät nicht an eine unbekannte Stromquelle an und verwenden Sie keine improvisierte Einspeisung. Wenn ein Akku zur Neige geht und die medizinisch notwendige Versorgung gefährdet ist, warten Sie nicht bis zum vollständigen Ausfall. Nutzen Sie den vereinbarten Notfallplan. Bei akuter gesundheitlicher Gefahr wählen Sie sofort den Notruf.
Was bei längeren Ausfällen zählt
Eine konkrete Wiederherstellungszeit lässt sich ohne Meldung des zuständigen Betreibers nicht seriös vorhersagen. Viele Stromausfälle werden innerhalb weniger Stunden behoben, größere Schäden können die Versorgung jedoch deutlich länger unterbrechen. Der Durchschnittswert für ein ganzes Jahr beschreibt die allgemeine Netzzuverlässigkeit, sagt aber nichts über Ihren aktuellen Ausfall aus.
Hören Sie bei einem längeren Ausfall behördliche Informationen im Radio ab. Nutzen Sie auch Warn-Apps oder kommunale Anlaufstellen, wenn sie erreichbar sind. Achten Sie auf Hinweise zur Trinkwasserversorgung, zu Betreuungsstellen und zur medizinischen Unterstützung. Fragen Sie die Hausverwaltung oder den Netzbetreiber nach dem Stand der Störung. Blockieren Sie deren Notfallkontakte aber nicht durch wiederholte Anrufe.
Praktisch ist eine kleine Vorsorge ohne großen technischen Aufwand: eine Taschenlampe, Ersatzbatterien, ein geladenes Mobiltelefon, ein Radio mit Batterien oder Kurbel, Trinkwasser und haltbare Lebensmittel. Bewahren Sie wichtige Telefonnummern auch außerhalb des Mobiltelefons auf. Menschen mit medizinischen Geräten sollten zusätzlich einen individuellen Notfallplan mit den zuständigen Fachpersonen festlegen.
So handeln Sie bei Stromausfall
Prüfen Sie bei einem Stromausfall zuerst den Umfang der Störung und den Sicherungskasten nur äußerlich. Öffnen Sie keine Teile der Elektroinstallation und überlassen Sie Reparaturen einer Fachkraft. Für das weitere Vorgehen gilt: Hausverwaltung oder Fachbetrieb bei einer lokalen Hausstörung, örtlicher Netzbetreiber bei einer Netzstörung und Notruf nur bei echter Gefahr.
Währenddessen sorgen sichere Leuchten, vorsichtiger Kerzengebrauch, geschlossene Kühlgeräte und warme Kleidung für mehr Sicherheit. Stromabhängige medizinische Geräte brauchen einen persönlichen Notfallplan, der vor dem Ausfall mit Fachpersonen geklärt wird.