Vor dem Regal mit Putzmitteln stehen drei Kategorien: Allzweckreiniger, Scheuermittel und Spezialreiniger. Keiner ist pauschal der beste. Entscheidend sind zwei Fragen: Welche Art von Schmutz liegt vor, und welche Oberfläche soll gereinigt werden? Die Antwort spart Geld und schützt empfindliche Materialien vor Schäden.

Für leichte bis mittlere Verschmutzungen auf abwaschbaren Flächen eignen sich Allzweckreiniger. Scheuermittel entfernen hartnäckige Ablagerungen, indem sie mechanisch arbeiten. Spezialreiniger sind auf einzelne Aufgaben zugeschnitten, etwa Kalk, Glas oder eingebranntes Fett.

Was die drei Reinigertypen leisten

Allzweckreiniger entfernen zuverlässig alltägliche Verschmutzungen wie Fettfilme, Staub und Fingerabdrücke. Auf abwaschbaren Flächen wie Arbeitsplatten, Fliesen oder Kunststoffoberflächen reichen sie meist aus. An ihre Grenzen stoßen sie bei Stärkeresten, Kalk und klebrigem Schmutz. Wer damit eingebranntes Fett im Backofen bearbeitet, wird enttäuscht.

Scheuermittel wirken durch Reibung. Sie enthalten feine Schleifpartikel, die hartnäckige Ablagerungen abtragen. Damit lassen sich eingebrannte Reste auf Herdplatten, Backblechen oder in Spülen lösen. Auf empfindlichen Oberflächen wie lackiertem Holz, Hochglanz-Edelstahl oder Glas können die Partikel Kratzer hinterlassen. Scheuermittel sollten Sie nur dort einsetzen, wo die Oberfläche die Reibung verträgt.

Spezialreiniger sind für einzelne Aufgaben entwickelt. Dazu gehören Kalkreiniger für Bad und Dusche, Glasreiniger, Ofenreiniger oder Mittel gegen Schimmel. Ein Beispiel: Isopropanol löst Klebe- und Farbrückstände, verharzte Schmierstoffe und Nikotinverfärbungen und eignet sich für Glas, Gummi und Metalle. Solche Mittel leisten dort gute Arbeit, wo Allzweckreiniger und Scheuermittel versagen. Sie sind aber teurer und taugen nur für wenige Aufgaben.

So treffen Sie die richtige Wahl

Die Entscheidung beginnt mit der Frage nach dem Schmutz. Ein Fettfilm auf der Küchenarbeitsplatte gehört zum Alltag und lässt sich mit einem Allzweckreiniger entfernen. Eingebranntes Fett im Backofen verlangt nach einem Ofenreiniger oder einem Scheuermittel. Kalkränder an der Dusche brauchen einen Kalkreiniger, weil weder Allzweckreiniger noch Scheuermittel die Ablagerung zuverlässig lösen.

Die zweite Frage betrifft die Oberfläche. Porzellan, Keramik und Edelstahl vertragen Scheuermittel meist problemlos. Glas, lackierte Flächen und Kunststoffe mit empfindlicher Oberfläche sollten Sie mit milden Mitteln reinigen. Wenn Sie unsicher sind, testen Sie das Mittel an einer unauffälligen Stelle. Das gilt besonders für Spezialreiniger, deren aggressive Inhaltsstoffe empfindliche Materialien angreifen können.

Der Name Allzweck oder Universal klingt so, als tauge ein Mittel für alles. Die Testergebnisse zeigen: Das stimmt nicht. Ein Allzweckreiniger ist ein gutes Basisprodukt für den Haushalt, aber kein Ersatz für die passenden Spezialmittel.

Was die Tests zeigen

Die Stiftung Warentest hat Allzweckreiniger und Küchenreiniger getestet, und die Ergebnisse widersprechen der Werbung. Bei 13 Allzweckreinigern schnitt der günstige Domol Allzweckreiniger von Rossmann sowohl verdünnt als auch unverdünnt sehr gut ab. Deutlich schlechter schnitt Sagrotan ab. Einige Produkte hinterließen im Labor hartnäckige Fett-Staub-Rückstände auf Fliesen, darunter Ajax und Ecover.

Im Test von 21 Küchenreinigern, darunter 17 Fettreiniger, 2 Scheuermilchprodukte und 2 Universalreiniger, erhielten 17 Produkte die Note gut. Ein Produkt war mangelhaft, und der einzige Bio-Reiniger schaffte nur ein Ausreichend. Die meisten Küchenreiniger-Sprays entfernten Fett und Eingebranntes gut. Die schwächsten Sprays richteten allerdings weniger aus als Scheuermilch und Universalreiniger.

Der Preis sagt wenig über die Wirkung aus. Ein günstiger Allzweckreiniger kann besser reinigen als ein teures Markenprodukt. Und ein schwaches Spezialprodukt kann weniger leisten als ein einfaches Scheuermittel. Es lohnt sich, auf Testergebnisse zu achten, statt sich auf Markennamen zu verlassen.

Wann Spezialreiniger nötig sind

Spezialreiniger rechtfertigen ihren Preis nur dort, wo Allzweckreiniger und Scheuermittel nachweislich versagen. Dazu gehören Kalkablagerungen im Bad, eingebranntes Fett im Backofen, Schimmel an Fugen und hartnäckige Rückstände wie Klebereste oder verharzte Schmierstoffe. Für diese Aufgaben gibt es keine sinnvolle Alternative mit einem Allzweckreiniger.

Achten Sie bei Spezialreinigern auf die Inhaltsstoffe. Manche Mittel enthalten Duftstoffe, die Gerüche nur überdecken, statt sie zu beseitigen. Das gilt besonders für Schimmelreiniger und Küchenreiniger. Prüfen Sie außerdem, ob das Mittel für die jeweilige Oberfläche geeignet ist. Ein Kalkreiniger für Keramik kann auf Naturstein Schäden verursachen.