Im Sommer entwickelt eine Mülltonne, besonders die Biotonne, schnell einen strengen Geruch und zieht Fliegen an. Der Grund: Bakterien zersetzen feuchte organische Abfälle und setzen dabei übelriechende Gase frei. Je wärmer es wird, desto schneller läuft dieser Prozess ab.

Regelmäßige Reinigung, einfache Mittel und die richtige Lagerung halten Gerüche und Fliegenmaden fern. Teure Spezialprodukte brauchen Sie nicht.

Warum die Tonne stinkt und Maden entstehen

Der Geruch entsteht im Inneren der Tonne, weil feuchte Küchenabfälle wie Obstschalen, Kaffeesatz oder Essensreste Bakterien einen idealen Nährboden bieten. Die Bakterien zersetzen das Material und produzieren dabei faulig riechende Gase. Wärme beschleunigt diesen Prozess erheblich, deshalb ist die Tonne im Hochsommer am unangenehmsten.

Maden sind die Larven von Stubenfliegen und Schmeißfliegen. Die Fliegen legen ihre Eier auf feuchten, riechenden Abfällen ab, und die Larven schlüpfen bei warmen Temperaturen innerhalb weniger Tage. Fliegen vermehren sich nur bei Temperaturen zwischen 10 und 32 Grad Celsius. In einem warmen, dunklen und feuchten Behälter finden die Larven ideale Bedingungen, deshalb treten Maden vor allem in den Sommermonaten auf.

Nach Angaben des Statistischen Bundesamts fielen 2024 in Deutschland pro Kopf rund 128 Kilogramm Bioabfall an. Ein großer Teil davon landet in der Biotonne und muss dort regelmäßig entsorgt werden, damit sich Geruch und Ungeziefer gar nicht erst ausbreiten.

Gerüche sofort neutralisieren

Wenn die Tonne bereits riecht, helfen drei Mittel, die in fast jedem Haushalt vorhanden sind.

Natron oder Backpulver auf den Boden der Tonne gestreut bindet Gerüche und saugt Feuchtigkeit auf. Eine Handvoll genügt, und Sie erneuern die Schicht nach jeder Leerung. Katzenstreu erfüllt einen ähnlichen Zweck: Es nimmt Flüssigkeit auf und verhindert, dass sich am Boden eine feuchte, stinkende Schicht bildet.

Essigessenz ist das wirksamste Mittel gegen Bakterien. Mischen Sie warmes Wasser mit etwas Essigessenz, lassen Sie die Lösung einige Minuten einwirken und schrubben Sie die Innenwände mit einer Bürste, etwa einer Toilettenbürste. Der Essig tötet die Bakterien ab, die den Geruch verursachen, und hinterlässt keinen chemischen Rückstand. Anschließend spülen Sie die Tonne mit klarem Wasser aus und lassen sie offen trocknen, denn Feuchtigkeit ist die Grundlage für neuen Bakterienbefall.

Fliegenmaden vorbeugen

Die wirksamste Maßnahme gegen Maden ist, den Fliegen den Zugang zu den Abfällen zu versperren. Sammeln Sie Küchenabfälle im Sommer in verschließbaren Behältern und leeren Sie sie täglich in die Biotonne. So haben Fliegen keine Gelegenheit, ihre Eier auf offen liegenden Essensresten abzulegen.

Feuchte, angefangene oder stark riechende Abfälle wickeln Sie in Zeitungspapier, bevor sie in die Tonne kommen. Das Papier saugt Flüssigkeit auf und verhindert, dass die Abfälle offen an der Oberfläche liegen. Stellen Sie die Biotonne an einen kühlen, schattigen Platz. Bei niedrigeren Temperaturen entwickeln sich die Larven langsamer, und die Fliegen meiden den kühlen Behälter für die Eiablage.

Wenn trotzdem Maden auftauchen, leeren Sie die Tonne, spülen Sie sie gründlich aus und behandeln Sie den Innenraum mit der Essiglösung. Die Larven spülen Sie mit dem Wasser aus. Wichtig ist, dass Sie auch die Eier an den Wänden und im Deckelbereich entfernen.

Die Tonne richtig reinigen

Eine gründliche Reinigung lohnt sich vor allem im Frühjahr vor der warmen Jahreszeit und dann regelmäßig über den Sommer. Der Ablauf ist einfach: Tonne vollständig leeren, grobe Reste ausklopfen, den Innenraum mit der Essig-Wasser-Lösung einsprühen und einwirken lassen. Hartnäckige Ablagerungen am Boden und an den Wänden lösen Sie mit der Bürste, bei starken Verkrustungen lassen Sie die Lösung länger einwirken oder wiederholen den Vorgang.

Nach dem Ausspülen sollte die Tonne offen und an einem luftigen Ort trocknen, denn ein trockener Innenraum verhindert, dass sich Bakterien und Fliegen ansiedeln. Wer keine Zeit oder Möglichkeit hat, die Tonne selbst zu reinigen, kann auf professionelle Dienstleister zurückgreifen. Hotels, Restaurants und Wohnungsunternehmen lassen ihre Behälter regelmäßig von Spezialfirmen reinigen, die mit Hochdruckreinigern und Desinfektionsmitteln arbeiten.

Pflege im Sommer und Winter

Im Sommer steht die Madenbekämpfung im Vordergrund. Leeren Sie die Biotonne häufiger und halten Sie den Deckel geschlossen. Stellen Sie die Tonne zudem in den Schatten. Wenn Sie die Tonne nach jeder Leerung kurz mit Wasser ausspülen und trocknen lassen, bleibt der Geruch dauerhaft schwach.

Im Winter sind Maden kein Thema, weil die Kälte die Fliegenvermehrung stoppt. Dafür stellen Feuchtigkeit und Frost andere Anforderungen: Nasse Abfälle können an der Wand festfrieren und beim Auftauen zu einer stinkenden Pfütze werden. Klopfen Sie angefrorene Reste nach der Leerung heraus und entfernen Sie Feuchtigkeit, bevor sie gefriert. Einmal im Frühjahr, bevor es warm wird, lohnt sich die gründliche Reinigung mit Essig, damit die Tonne gut in die Saison startet.