Ein Notvorrat enthält Wasser, Lebensmittel und persönliche Dinge, die Ihr Haushalt wirklich braucht. Er hilft, wenn Strom, Einkaufsmöglichkeiten oder Leitungswasser zeitweise ausfallen.
Das BBK empfiehlt, den Vorrat schrittweise aufzubauen. Mindestens drei Tage sind ein sinnvoller Anfang, zehn Tage dienen als Orientierung. Beginnen Sie mit einer überschaubaren Menge. Prüfen Sie Ihren Bedarf und verbrauchen und ersetzen Sie die Vorräte regelmäßig.
Von drei auf zehn Tage aufbauen
Beginnen Sie mit Lebensmitteln und Getränken, die Ihr Haushalt ohnehin nutzt. Für den Anfang ist ein kleiner, brauchbarer Vorrat besser als ein großer Einkauf mit ungewohnten Produkten. Planen Sie für jedes Haushaltsmitglied außerdem Medikamente, Hilfsmittel, Spezialkost und gegebenenfalls Tierbedarf ein.
Das BBK nennt mindestens drei Tage als Einstieg und möglichst zehn Tage als langfristige Orientierung für die Selbstversorgung. Als Zwischenstufe bieten sich fünf Tage an.
| Vorratstage | Ziel der Stufe | Prüfen Sie besonders |
|---|---|---|
| 3 Tage | Grundversorgung sicherstellen | Trink- und Kochwasser, sofort essbare Lebensmittel, Medikamente, Kinder- und Tierbedarf |
| 5 Tage | Versorgung verlängern | tatsächlicher Verbrauch, Kochmöglichkeiten, fehlende Spezialprodukte, Lagerplatz |
| 10 Tage | behördliche Orientierung erreichen | vollständige Haushaltsplanung, Rotationssystem, ausreichende Wasser- und Energiereserve |
Für Wasser können Sie zunächst mit folgender Orientierungsrechnung arbeiten:
Anzahl der Personen × Vorratstage × 2 Liter
Nach dem BBK-Ratgeber entfallen von den 2 Litern pro Person und Tag ungefähr 1,5 Liter auf das Trinken und 0,5 Liter auf das Kochen. Die Vorratsseite des BBK nennt den Getränkebedarf eines erwachsenen Menschen außerdem separat mit mindestens 1,5 Litern täglich. Die Angaben beziehen sich also auf unterschiedliche Bestandteile und widersprechen sich nicht.
| Haushaltsgröße | 3 Tage | 5 Tage | 10 Tage |
|---|---|---|---|
| 1 Person | 6 Liter | 10 Liter | 20 Liter |
| 2 Personen | 12 Liter | 20 Liter | 40 Liter |
| 3 Personen | 18 Liter | 30 Liter | 60 Liter |
| 4 Personen | 24 Liter | 40 Liter | 80 Liter |
Diese Mengen gelten für Trinken und Kochen. Wasser für Körperpflege, Reinigung, Toilettenspülung und Haustiere kommt gegebenenfalls hinzu. Bei Hitze, Erkrankungen, höherer körperlicher Belastung, Kindern, älteren Menschen oder Tieren kann der Bedarf anders ausfallen. Die Zahlen sind daher ein Ausgangspunkt für die Planung und keine feste Vorgabe.
Für die benötigten Lebensmittel kann der Vorratskalkulator der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung, kurz BLE, erste Mengenangaben liefern. Er rechnet unter anderem mit einer allgemeinen Energiezufuhr von 2.200 Kilokalorien pro Person und Tag. Sie können ihn für verschiedene Haushaltsgrößen und Zeiträume nutzen. Übernehmen Sie die Ergebnisse aber nicht ungeprüft. Allergien, medizinische Ernährung, Alter, Ernährungsform und persönliche Verträglichkeit erfordern eigene Anpassungen.
Bei der ersten Stufe können Sie so vorgehen:
- Zählen Sie alle Personen, Kinder und Tiere im Haushalt.
- Berechnen Sie die Wasserorientierung für drei Tage.
- Wählen Sie Lebensmittel für drei Tage aus, die ohne Kühlung auskommen.
- Legen Sie für mindestens einen Teil der Mahlzeiten Produkte bereit, die ohne Kochen verzehrt werden können.
- Ergänzen Sie Medikamente, Hilfsmittel, Säuglingsbedarf und Tierfutter.
- Prüfen Sie nach einigen Wochen, was tatsächlich verwendet wurde und was fehlt.
- Erweitern Sie den Bestand anschließend auf fünf und später auf zehn Tage.
Lebensmittel passend zum Haushalt auswählen
Ein Notvorrat muss mehrere Anforderungen erfüllen. Die Lebensmittel sollten haltbar sein, sich unter den vorhandenen Bedingungen lagern lassen und ohne oder mit wenig Energie zubereitet werden können. Außerdem sollten sie zum Geschmack und zur Ernährung Ihres Haushalts passen.
Geeignet können beispielsweise Konserven mit Gemüse, Obst, Fisch oder Fleisch, haltbare Milchprodukte, Haferflocken, Knäckebrot, Zwieback, Trockenfrüchte, Nüsse, Müsliriegel und haltbare Brot- oder Beilagenprodukte sein. Achten Sie auf Verpackungen, die sich ohne Spezialwerkzeug öffnen lassen. Ein Dosenöffner gehört dort hin, wo auch die Konserven lagern.
Planen Sie einige Lebensmittel ein, die direkt gegessen werden können. Dazu gehören zum Beispiel Konserven mit Aufreißlasche, Knäckebrot, Nüsse, Trockenfrüchte und geeignete Riegel. Das spart Energie und Wasser, wenn Herd, Mikrowelle oder Stromversorgung ausfallen. Andere Produkte wie Nudeln, Reis oder getrocknete Hülsenfrüchte brauchen Wasser und Wärme. Sie können den Vorrat ergänzen, müssen aber zu den vorhandenen Kochmöglichkeiten passen.
Ein Beispiel für eine einfache Dreitagesauswahl könnte aus folgenden Bausteinen bestehen:
- Haferflocken oder anderes gewohntes Frühstücksprodukt
- haltbare Milch oder eine verträgliche Alternative
- Knäckebrot, Zwieback oder haltbares Brot
- Konserven mit Gemüse, Obst oder einer vollständigen Mahlzeit
- Nüsse, Trockenfrüchte oder Riegel
- Öl oder ein anderes haltbares Fett
- Getränke sowie Wasser zum Kochen
- Gewürze und Lebensmittel zur Ergänzung des gewohnten Speiseplans
Die Auswahl sieht nicht in jedem Haushalt gleich aus. Vegetarische, vegane, glutenfreie oder laktosefreie Ernährung lässt sich mit vertrauten Produkten planen. Bei Allergien prüfen Sie Zutatenlisten und Allergenkennzeichnungen regelmäßig. Lagern Sie nur Lebensmittel ein, die die betroffene Person bereits verträgt. Achten Sie bei Aufbewahrung und Zubereitung auch auf mögliche Kreuzkontamination. Neue Ersatzprodukte sollten Sie nicht erst in einer Krise ausprobieren.
Eine medizinisch erforderliche Ernährung lässt sich nicht zuverlässig mit einer allgemeinen Vorratstabelle planen. Stimmen Sie die Auswahl mit einer geeigneten Fachstelle ab. Das gilt auch für Säuglinge. Säuglingsnahrung, Breie, Fläschchen, Trinkgefäße, Windeln und weitere Pflegeprodukte richten sich nach Alter, Bedarf und Herstellerangaben. Die BLE-Orientierung von durchschnittlich 1 Liter Getränkebedarf für Kinder bis zwölf Jahre gilt ausdrücklich nicht für Säuglinge.
Der BBK-Ratgeber empfiehlt, Medikamente für mindestens zehn Tage einzuplanen. Die genaue Menge, Lagerung und Beschaffung stimmen Sie mit der Arztpraxis oder Apotheke ab. Bei Bedarf gehören auch ein Medikamentenplan, wichtige Kontaktdaten, ein Notfallausweis sowie Ersatzbrille, Hörgerät, Batterien, Akkus und Ladegeräte dazu. Hilfsmittel müssen erreichbar und funktionsfähig bleiben. Prüfen Sie außerdem, wie Sie sie ohne Strom laden oder betreiben können.
Haustiere benötigen ihr gewohntes Futter, Wasser und gegebenenfalls Medikamente, Streu oder andere Verbrauchsmittel. Planen Sie die Menge nach Tierart, Körpergröße, Fütterungsplan und Hersteller- oder Tierarztempfehlung. Wechseln Sie Tierfutter nicht kurzfristig auf ein unbekanntes Produkt, da dies zu Unverträglichkeiten führen kann. Für Assistenztiere muss der Bedarf besonders zuverlässig zugänglich sein.
Kochen Sie mit Gas- oder Holzkohlegrills sowie Campingkochern nur im Freien und nach den jeweiligen Herstellerangaben. Solche Geräte dürfen nicht als Lösung für Innenräume betrachtet werden. Bei Verbrennung kann Kohlenmonoxid entstehen, ein geruchloses und lebensgefährliches Gas. Verwenden Sie in Innenräumen ausschließlich Geräte, die ausdrücklich dafür zugelassen sind, und beachten Sie amtliche Warnungen sowie lokale Vorgaben. Lebensmittel ohne Kochbedarf bleiben deshalb ein wichtiger Bestandteil jeder Planung.
Vorrat lagern, prüfen und rotieren
Ein Vorrat bleibt nutzbar, wenn Sie ihn in den normalen Haushalt einbauen. Stellen Sie neue Packungen hinter ältere und verbrauchen Sie zuerst die Ware mit dem früheren Mindesthaltbarkeitsdatum. Das gelingt besonders gut, wenn Sie keine separate Krisenkiste anlegen, deren Inhalt jahrelang unberührt bleibt.
Beschriften Sie beim Einlagern das Kaufdatum, wenn kein Mindesthaltbarkeitsdatum vorhanden ist. Erfassen Sie außerdem die Menge und legen Sie fest, wann ein Produkt ersetzt werden soll. Eine einfache Liste kann so aussehen:
| Produkt | Menge | Kaufdatum | Mindesthaltbarkeitsdatum | Verbrauch bis | Nachkauf |
|---|---|---|---|---|---|
| Haferflocken | |||||
| Gemüsekonserven | |||||
| Haltbare Milch | |||||
| Trinkwasser | |||||
| Spezialkost | |||||
| Tierfutter |
Kaufen Sie beim Einkauf jeweils einzelne zusätzliche Packungen, statt den ganzen Vorrat auf einmal anzuschaffen. Nach jeder Entnahme ersetzen Sie nur die verbrauchte Menge. So wächst der Bestand nach und nach und passt zum tatsächlichen Verbrauch.
Prüfen Sie den Vorrat einmal im Monat kurz und zweimal im Jahr gründlich. Das ist eine praktische Empfehlung und keine amtliche Frist. Kontrollieren Sie dabei:
- Wasserbehälter auf Beschädigungen und ausreichende Zugänglichkeit
- Mindesthaltbarkeitsdaten und Verpackungszustand
- Vorräte für Allergien, Kinder, Medikamente und Haustiere
- Batterien, Ladegeräte und andere Hilfsmittel
- Dosenöffner und sichere Kochmöglichkeiten
- Mengen auf der Vorratsliste
Lagern Sie Trockenprodukte möglichst trocken, dunkel und luftig. Das Etikett und die Herstellerangaben bestimmen die konkreten Bedingungen. Viele Vorräte bleiben bei Temperaturen unter 20 Grad Celsius länger in guter Qualität. Schwere Wassergebinde gehören standsicher und möglichst bodennah. Verteilen Sie Wasser bei Bedarf auf mehrere zugängliche Stellen, damit die gesamte Menge nicht an einem schwer erreichbaren Ort steht.
Das Mindesthaltbarkeitsdatum bedeutet nicht automatisch, dass ein Lebensmittel unbrauchbar ist. Prüfen Sie Lebensmittel trotzdem sorgfältig. Aufgeblähte oder beschädigte Konserven sowie Produkte mit auffälligem Geruch, Schimmel oder verdächtigem Aussehen gehören nicht auf den Tisch. Entfernen Sie verdorbene Waren sofort und notieren Sie sie auf der Einkaufsliste.
Planen Sie den Lagerplatz vor dem Einkauf. Häufig genutzte Produkte können im normalen Vorratsschrank stehen, zusätzliche Mengen in beschrifteten Kisten. Spezialkost und Tierfutter sollten eindeutig gekennzeichnet und von ähnlichen, aber ungeeigneten Produkten getrennt sein. Medikamente brauchen die jeweils vorgeschriebene Lagerung und sollten für berechtigte Personen schnell erreichbar bleiben.
Vorrat regelmäßig nutzen und ergänzen
Beginnen Sie mit drei Tagen. Prüfen Sie den tatsächlichen Verbrauch und erweitern Sie den Bestand über fünf Tage auf die Zehn-Tage-Orientierung des BBK. Rechnen Sie Wasser für Trinken und Kochen getrennt von zusätzlichem Bedarf. Passen Sie die Lebensmittel an Ihre Haushaltsmitglieder, Tiere, Ernährungsformen und gesundheitlichen Anforderungen an.
Ein Vorrat bleibt verlässlich, wenn Sie ihn regelmäßig kontrollieren, ältere Produkte zuerst verbrauchen und jede Entnahme bald ersetzen. So bleibt Ihr Haushaltsvorrat überschaubar und im Alltag nutzbar.