Ein Notvorrat versorgt Sie für einige Tage mit Essen und Wasser, wenn Sie nicht einkaufen können. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) empfiehlt, einen Notvorrat für den eigenen Haushalt anzulegen. Bei Hochwasser, schwerem Sturm, langanhaltendem Stromausfall oder akuter Erkrankung sind damit genug Grundnahrungsmittel und Trinkwasser da. Richten Sie den Vorrat nach Ihrem persönlichen Bedarf aus. Lagern Sie genügend Wasser und legen Sie haltbare Lebensmittel ohne aufwendige Zubereitung beiseite. Prüfen und verbrauchen Sie alles regelmäßig.
Wasservorrat anlegen
Wasser ist der wichtigste Posten. Ihr Körper braucht täglich Flüssigkeit. Fällt die Wasserleitung oder die Versorgung aus, wird das schnell gefährlich. Stellen Sie genug trinkbares Wasser für alle Personen im Haus bereit, wenn Sie einen kühlen, dunklen Ort dafür haben. Konkrete Richtzahlen hängen von der Personenzahl und den Lebensgewohnheiten ab. Das BBK rät, den Vorrat auf Ihre Bedürfnisse anzupassen. Pro Person und Tag rechnen Sie mit mehr Flüssigkeit als dem reinen Trinkbedarf, denn Sie brauchen Wasser auch zum Aufgießen von Milch, zum Händewaschen und für die Zubereitung von Trockenlebensmitteln. Am sichersten ist im Handel gekauftes Mineralwasser in Flaschen. Es ist lange haltbar, und Sie können es auch für den täglichen Durst nutzen. Prüfen Sie das Mindesthaltbarkeitsdatum vierteljährlich und erneuern Sie das Wasser, bevor es abläuft.
Haltbare Lebensmittel auswählen
Wählen Sie Lebensmittel, die sich ohne Strom zubereiten lassen und ohne Kühlschrank haltbar sind. Diese drei Gruppen decken den Hauptbedarf:
- Energiereiche, haltbare Dosen und Konserven, etwa Gemüse, Fisch, Obst und Fertiggerichte mit Deckel
- Trockene Grundnahrungsmittel wie Reis, Nudeln und Haferflocken lassen sich ohne Herd oder mit kochendem Wasser zubereiten.
- Süße und herzhafte Reserven wie Schokolade, Nüsse und Kekse für den schnellen Energieschub und für Kinder, die unter Stress etwas zum Knabbern brauchen
Bevorzugen Sie Produkte, die Sie ohnehin essen. Ungewohnte Getreidesorten oder Gewürze werden sonst nicht verbraucht und erreichen irgendwann das Ablaufdatum. Das BBK empfiehlt, den Vorrat so anzulegen, dass Sie Ihre normalen Gewohnheiten fortsetzen können. Horten Sie keine spezielle Krisennahrung, die niemand im Haushalt mag. So bleibt der Vorrat nicht nur für den Notfall interessant, sondern wird schon im Alltag genutzt.
Medikamente, Kinder und Tiere einplanen
Ein Notvorrat funktioniert nur, wenn er zu den Personen passt, die damit leben wollen. Berücksichtigen Sie die Bedürfnisse aller Mitglieder im Haushalt. Legen Sie von Medikamenten, die Sie regelmäßig brauchen, einen Vorrat für einige Tage beiseite. Das gilt besonders für Medikamente, die gekühlt gelagert werden müssen. Halten Sie zum Beispiel eine Reserve an Tabletten oder Insulin bereit. Für Babys und Kleinkinder gilt dasselbe für Nahrung wie Muttermilchersatz oder Breigläser, aber auch für zusätzliche Trinkflüssigkeit. Denken Sie an Ihre Haustiere. In einer Notsituation bekommen sie kein Futter vom Geschäft; eine Woche Futter ist ein sinnvolles Mindestmaß. Bei Allergien achten Sie darauf, dass Alternativen für Reis, Nudeln, bestimmte Nussarten oder Milchprodukte griffbereit sind, wenn das übliche Geschäft geschlossen bleibt.
Vorrat regelmäßig verbrauchen
Der häufigste Fehler: Man legt einen Vorrat an, füllt ihn und vergisst ihn dann jahrelang. Vermeiden Sie das mit einer einfachen Umlaufplanung: Beim regulären Einkauf räumen Sie neue Ware nach hinten ins Regal und die ältere nach vorne. Verbrauchen Sie nach dem Prinzip „Altes zuerst“. Führen Sie eine einfache Liste, in die Sie das Haltbarkeitsdatum der Vorräte eintragen. Prüfen Sie einmal im Monat, ob etwas bald abläuft oder ob Vorrat fehlt. So kaufen Sie rechtzeitig nach. So veraltet der Vorrat nicht unbenutzt, und im Ernstfall können Sie sich darauf verlassen.
Kühl, dunkel und trocken lagern
Lagern Sie Wasser und Lebensmittel kühl, dunkel und trocken. Geeignet sind eine Ecke im Keller, ein geräumiger Schrank im Flur oder eine kühle Kammer. Ohne direktes Sonnenlicht bleiben die Vorräte im Sommer länger haltbar. Konserven halten lange, solange die Dose unversehrt ist. Wasser in Aluminiumflaschen können Sie auch ohne Keller lagern; es hat aber ein begrenztes Haltbarkeitsdatum. Lagern Sie nicht zu viel Getreide auf einmal, weil es Schädlinge anziehen kann. Überprüfen Sie gerade in warmen Monaten alle Verpackungen auf Fraßspuren. Ein Beispiel für einen sicheren Ort: ein Regalschrank im Innenraum, nicht im dritten Stock über einer Heizung.