Eine Steckdosenleiste ist praktisch, aber bei falscher Nutzung gefährlich. Wichtig sind die maximale Leistung, der Zustand von Kabel, Gehäuse und Kontakten sowie der Standort.

Worauf Sie achten müssen, nämlich welche Fehler Sie vermeiden sollten und bei welchen Warnzeichen Sie sofort handeln müssen, lässt sich an wenigen Punkten erkennen.

Die zulässige Maximalleistung finden und richtig anwenden

Die maximale Belastbarkeit einer Mehrfachsteckdose steht auf dem Gerät – meist auf der Rückseite, am Gehäuse oder auf dem Kabel. Suchen Sie nach einer Angabe in Watt (W) oder einer Kombination aus Volt (V) und Ampere (A). Diese Zahl ist die einzige verbindliche Grenze. Typische Werte liegen zwischen 3.000 und 3.500 Watt, aber Ihr Produkt kann abweichen. Fehlt die Kennzeichnung oder ist sie unleserlich, dürfen Sie die Leiste nicht verwenden.

Um die Gesamtlast zu ermitteln, notieren Sie alle Geräte, die gleichzeitig an der Leiste betrieben werden sollen. Verwenden Sie für jedes Gerät die maximale Leistungsaufnahme. Diese steht auf dem Typenschild, dem Netzteil oder in der Bedienungsanleitung. Rechnen Sie nicht mit der typischen Leistung, sondern mit dem höchsten Wert, der im Betrieb auftreten kann. Addieren Sie die Werte. Die Summe muss unter der angegebenen Maximalleistung der Leiste liegen.

Ein Beispiel: Ein Kaffeevollautomat mit etwa 1.450 Watt und ein Wasserkocher mit etwa 2.200 Watt ergeben zusammen rund 3.650 Watt. Damit wäre eine Steckdosenleiste mit einer typischen Grenze von 3.000 bis 3.500 Watt überlastet. Führen Sie diese Rechnung für jede Kombination von Geräten durch, die Sie gleichzeitig nutzen möchten.

Warum Sie Steckdosenleisten niemals hintereinander schalten sollten

Wer mehr Anschlüsse schaffen will, sollte mehrere Mehrfachsteckdosen nicht hintereinanderschalten (Kaskadierung). Die gesamte Last der nachgeschalteten Geräte fließt dann durch die erste Leiste, deren Kabel, Stecker und Kontakte stärker belastet werden; eine zusätzliche Leistungsreserve entsteht dabei nicht. Zusätzlich kommen weitere Steck- und Kontaktstellen hinzu, die Wackelkontakte und Überhitzung begünstigen können. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) und der VDE raten davon ab, mehrere Steckdosenleisten hintereinander zu schalten.

Gleiches gilt für Kombinationen aus Verlängerungskabeln, Adaptern und weiteren Leisten. Jede zusätzliche Verbindung erhöht die Zahl der möglichen Fehlerstellen. Wenn Sie mehr Anschlüsse benötigen, wählen Sie eine einzige Leiste mit ausreichend Steckplätzen und einer passenden Leistungsgrenze.

Der richtige Standort und Wärmestau

Eine Steckdosenleiste gehört an einen trockenen, gut belüfteten Ort. Sie darf nicht unter Teppichen, Decken, Kleidung oder Papier liegen und sollte nicht hinter Möbeln sein, wo die Wärme nicht entweichen kann. Das BBK warnt vor Wärmestau durch Abdecken oder Verstecken. In Feuchträumen wie Bad, Keller oder im Freien dürfen Sie eine Leiste nur verwenden, wenn sie dafür zugelassen ist. Maßgeblich sind die Kennzeichnung und die Herstellerangaben.

Neben der Belüftung ist auch der Abstand zu Wärmequellen und die mechanische Entlastung wichtig. Achten Sie darauf, dass die Leiste nicht gequetscht wird, nicht unter Zug steht und nicht in der Nähe von leicht entzündlichen Materialien oder Wärmequellen wie Heizstrahlern oder Bügeleisen liegt. Der VDE empfiehlt ausreichende Luftzufuhr und Abstand zu brennbaren Gegenständen.

Großgeräte gehören an die Wandsteckdose

Bestimmte Haushaltsgeräte sollten Sie nicht über eine Mehrfachsteckdose betreiben. Dazu zählen Kühlschränke, Waschmaschinen, Wäschetrockner, Geschirrspüler, aber auch wärmeintensive Geräte wie Wasserkocher, Heizlüfter, Toaster, Bügeleisen und Heizstrahler. Der VDE empfiehlt, diese Geräte jeweils separat an eine eigene Wandsteckdose anzuschließen. Wenn der Hersteller eines Großgeräts eine separate Steckdose vorschreibt oder der VDE von der Nutzung über Mehrfachsteckdosen abrät, ist eine Steckdosenleiste keine zulässige Alternative.

Warnzeichen erkennen und richtig handeln

Bevor Sie eine Steckdosenleiste in Betrieb nehmen, prüfen Sie sie auf sichtbare Schäden. Kontrollieren Sie, ob das Gehäuse gerissen, verformt, verfärbt oder angeschmolzen ist. Untersuchen Sie das Kabel auf Scheuerstellen, Quetschungen oder Knicke. Stecken Sie einen Stecker in jede Buchse und prüfen Sie, ob er fest sitzt und nicht wackelt. Funktioniert der Schalter schwergängig oder locker? Gibt es Brandspuren, Ruß, geschmolzenen Kunststoff oder Anzeichen von Feuchtigkeit? Bei jedem dieser Mängel gehört die Leiste außer Betrieb.

Auch während des Betriebs können Warnzeichen auftreten. Nehmen Sie die Leiste sofort vom Strom, wenn Sie eines der folgenden Anzeichen bemerken:

  • Strom- oder Schmorgeruch
  • Rauch, Funken oder Stichflammen
  • Knistern, Knacken oder ungewöhnliches Brummen
  • angeschmolzenes, verfärbtes oder verkohltes Gehäuse
  • Brandspur oder Ruß
  • beschädigte, aufgescheuerte oder gequetschte Leitung
  • lockerer Stecker oder Wackelkontakt
  • herausfallende oder ungewöhnlich lose Buchsen
  • sichtbare Feuchtigkeit
  • wiederholtes Auslösen der Sicherung oder des FI-Schutzschalters

Bei akuter Rauch- oder Brandentwicklung halten Sie Abstand, wählen Sie den Notruf und unterbrechen Sie die Stromzufuhr nur, wenn dies gefahrlos möglich ist. Die Leiste darf danach nicht wieder angeschlossen werden.

Bei Stromgeruch, Wackelkontakten, Auslösen der Schutzorgane oder sichtbaren Beschädigungen, deren Ursache Sie nicht klären können, ziehen Sie eine Elektrofachkraft hinzu. Öffnen Sie die Leiste nicht, biegen Sie keine Kontakte nach, tauschen Sie kein Kabel aus und verändern Sie keine Sicherungen. Die Eigenprüfung endet dort, wo ein Schaden oder ein Warnzeichen vorliegt. Reparaturen und Freigaben unbekannter Produkte gehören nicht in Ihre Hand.