Bleibt am Monatsende wenig übrig, prüfen Sie zuerst Ihre regelmäßigen Abbuchungen. Fixkosten sind wiederkehrende Ausgaben wie Miete, Strom, Versicherungen und Abos. Ein Blick in Verträge und Jahresrechnungen zeigt mögliche Einsparungen und hilft bei der Planung. Wie viel Sie sparen, hängt von Ihren Verträgen und Ihrer Haushaltslage ab.
Erfassen Sie Ihre regelmäßigen Ausgaben
Prüfen Sie Ihre Kontoauszüge, Rechnungen und Verträge. Dabei vergisst man leicht kleine Abbuchungen und seltene Jahresbeiträge. Teilen Sie die Ausgaben in drei Gruppen ein:
- monatliche Zahlungen wie Miete, Internet, Versicherungen und Mitgliedsbeiträge
- vierteljährliche oder jährliche Rechnungen, zum Beispiel Kfz-Steuer und Versicherungsbeiträge
- variable Ausgaben für Lebensmittel, Mobilität und Freizeit
Rechnen Sie Jahresbeträge durch zwölf und vierteljährliche Beträge durch drei, um den Anteil Ihres Monatseinkommens zu ermitteln, den Sie für diese Rechnungen zurücklegen müssen. Ziehen Sie die Fixkosten und die Rücklagen für unregelmäßige Rechnungen vom Nettoeinkommen ab. Der Rest steht für veränderliche Ausgaben und Sparen zur Verfügung.
Ein Haushaltsbuch oder eine einfache Tabelle hilft, die tatsächlichen Ausgaben zu erkennen und mögliche Einsparungen zu finden. Wenn das Budget bereits knapp ist, zeigt die Übersicht außerdem, ob Einsparungen überhaupt ausreichen.
Prüfen Sie Verträge und Tarife
Prüfen Sie bei Abos und Mitgliedschaften, ob Sie den Dienst oder die Mitgliedschaft noch nutzen. Prüfen Sie Kontoauszüge und Rechnungen auf Dienste, die Sie selten nutzen oder doppelt bezahlen. Lesen Sie vor einer Kündigung die Vertragsbedingungen und achten Sie auf Kündigungsfristen.
Auch ein Girokonto lohnt einen Vergleich. Entscheidend ist der Gesamtpreis: Neben der Grundgebühr zählen Kosten für Karten, Überweisungen und Bargeldabhebungen. Prüfen Sie außerdem Bedingungen wie einen vorgeschriebenen monatlichen Geldeingang. Ein Konto ohne Grundgebühr ist nicht automatisch günstiger, wenn andere Entgelte anfallen.
Bei Strom und Gas vergleichen Sie Ihren aktuellen Jahresverbrauch und die gesamten Tarifkosten mit anderen Angeboten. Achten Sie auf Grund- und Arbeitspreis sowie darauf, ob ein beworbener Bonus nur einmalig gilt. Ein niedriger Einstiegspreis sagt wenig über die laufenden Kosten aus. Auch Vertragsbedingungen und Kundenservice gehören in den Vergleich.
Versicherungen sollten Sie nach Preis, Leistung und persönlicher Situation prüfen. Prüfen Sie, ob zwei Verträge denselben Schaden abdecken. Dann zahlen Sie womöglich für denselben Schutz doppelt. Kündigen Sie wichtigen Schutz jedoch nicht vorschnell: Eine private Haftpflichtversicherung gilt als wichtiger Schutz, und bestimmte Verträge lassen sich später womöglich nur schwer oder zu schlechteren Bedingungen neu abschließen. Bei finanziellen Engpässen kann eine Beitragsreduzierung oder Zahlungspause eine bessere Möglichkeit sein als die sofortige Kündigung. Lassen Sie sich im Zweifel unabhängig beraten.
Senken Sie laufende Alltagskosten
Wenn Sie die Raumtemperatur um ein Grad senken, kann das den Heizenergieverbrauch nach Angaben der Verbraucherzentrale ungefähr um sechs Prozent reduzieren. Das ist keine entsprechende Senkung der gesamten Rechnung: Die tatsächlichen Kosten hängen unter anderem vom Gebäude, der Heizung und dem Tarif ab. Halten Sie Heizkörper frei und vermeiden Sie unnötigen Stand-by-Verbrauch bei Geräten.
Für den Einkauf hilft eine kurze Planung. Prüfen Sie zuerst, welche Lebensmittel noch zu Hause sind, und schreiben Sie auf, was Sie für die geplanten Mahlzeiten brauchen. Vergleichen Sie den Preis pro Kilogramm oder Liter, statt sich allein von Packungsgröße oder Aktionspreis leiten zu lassen. Kontrollieren Sie den Kassenbon, um zu erkennen, welche Einkäufe das Budget besonders belasten.
Auch kleine Einzelbeträge sollten Sie im Monatsbudget erfassen. Einzelne regelmäßige Ausgaben wirken vielleicht klein. Zusammen kosten sie im Jahr mehr. Entscheidend ist, ob Sie die Leistung tatsächlich nutzen und ob es eine günstigere passende Alternative gibt.
Planen Sie Rücklagen und Wochenbudget
Unregelmäßige Rechnungen werden leichter beherrschbar, wenn Sie jeden Monat einen festen Anteil zurücklegen. Teilen Sie dafür den Jahresbetrag durch zwölf und überweisen Sie den Monatsanteil auf ein separates Rücklagenkonto. So muss eine jährliche Versicherungsrechnung nicht aus dem laufenden Wochenbudget bezahlt werden.
Für veränderliche Ausgaben können Sie einen Wochenbetrag festlegen. Teilen Sie das Geld, das nach Fixkosten und Rücklagen übrig bleibt, durch etwa 4,33. Dieser Wert entspricht der durchschnittlichen Zahl von Wochen pro Monat. Teilen Sie stattdessen durch vier, müssen Sie zusätzlich Geld für die übrigen Monatstage einplanen.
Die Wohnkosten sind für viele Haushalte der größte Ausgabenposten, lassen sich aber kurzfristig oft schwer verändern. Destatis zufolge entfielen 2023 durchschnittlich 38 Prozent der privaten Konsumausgaben auf Wohnen, Energie und Wohnungsinstandhaltung; der Wert beschreibt einen Durchschnitt und ist keine Vorgabe für einzelne Haushalte. Außerdem umfasst die Statistik nicht sämtliche Ausgaben, etwa Steuern, Versicherungen oder Kreditraten. Prüfen Sie bei hohen Wohnkosten, ob Sie kurzfristig Energie sparen können und ob längerfristige Änderungen für Ihre Lebenssituation infrage kommen.
Prüfen Sie Wohngeld und weitere Unterstützung
Wenn Sie gesetzlich versichert sind, bewahren Sie Belege für Zuzahlungen zu Medikamenten und Behandlungen auf. Die Belastungsgrenze liegt grundsätzlich bei zwei Prozent des maßgeblichen jährlichen Bruttoeinkommens. Für bestimmte chronisch kranke Menschen gilt eine Grenze von einem Prozent. Die Berechnung berücksichtigt gesetzliche Regeln und Freibeträge. Fragen Sie Ihre Krankenkasse nach Ihrer persönlichen Grenze, statt den Prozentsatz einfach auf Ihr Nettoeinkommen anzuwenden.
Auch Wohngeld oder Kinderzuschlag können je nach Einkommen und Lebenslage infrage kommen. Ein geringes Einkommen allein führt nicht automatisch zu einem Anspruch. Prüfen Sie die aktuellen Voraussetzungen bei der zuständigen Stelle. Für eine Befreiung vom Rundfunkbeitrag gelten ebenfalls bestimmte Voraussetzungen; ein knappes Budget allein reicht dafür nicht automatisch aus.
Holen Sie sich Hilfe bei einem dauerhaften Defizit
Wenn das Geld trotz gekürzter Ausgaben regelmäßig nicht für Miete, Energie oder andere notwendige Rechnungen reicht, decken Ihre Einnahmen die laufenden Kosten möglicherweise dauerhaft nicht. Ein Haushaltsbuch kann sie sichtbar machen, aber nicht allein schließen. Wenden Sie sich frühzeitig an eine anerkannte Schuldnerberatung oder prüfen Sie passende staatliche Unterstützung. Je früher Sie handeln, desto eher lassen sich zusätzliche Mahnkosten und weitere Schulden vermeiden.