Wenn Miete, Energie, Lebensmittel und Mobilität einen großen Teil Ihres Budgets ausmachen, lohnt es sich, diese regelmäßigen Ausgaben zu prüfen. 2023 entfielen bei deutschen Haushalten durchschnittlich 37,5 Prozent der Konsumausgaben auf Wohnen und Energie, 14,4 Prozent auf Lebensmittel und 12 Prozent auf Verkehr. Diese Durchschnittswerte zeigen nicht, wie viel Sie persönlich sparen können.
Sehen Sie Ihre regelmäßigen Ausgaben durch und prüfen Sie, wo Sie sparen können. Wie viel Sie sparen, hängt von Ihrer Wohnsituation, Ihren Verträgen und Ihrem Bedarf ab.
Ausgaben und Verträge prüfen
1. Ausgaben regelmäßig notieren
Halten Sie Einnahmen und Ausgaben in einem Haushaltsbuch oder einer Tabelle fest. Tragen Sie auch kleine Einkäufe und jährliche Rechnungen ein. Teilen Sie zum Beispiel eine Jahresrechnung durch zwölf. So sehen Sie, wie viel Sie dafür jeden Monat zurücklegen müssen. Prüfen Sie Ihre Einträge einmal pro Woche. Am Monatsende sehen Sie, welche Ausgaben über Ihrem Plan lagen. Das macht Kosten sichtbar, senkt sie aber nicht automatisch.
2. Abbuchungen und Abos durchsehen
Gehen Sie Ihre Kontoauszüge durch und notieren Sie regelmäßige Abbuchungen. Kündigen Sie Abos, die Sie nicht mehr nutzen, und vergleichen Sie Handytarife mit Ihrem tatsächlichen Bedarf. Berücksichtigen Sie auch die Laufzeit: Bei durchgehender Nutzung wird ein Prepaid-Paket mit vier Wochen Laufzeit 13-mal im Jahr abgerechnet, ein Monatstarif zwölfmal. Entscheidend ist, ob Preis und enthaltene Leistung zu Ihrer Nutzung passen.
3. Strom- und Gastarife vergleichen
Nehmen Sie für einen Tarifvergleich den Jahresverbrauch und die Jahreskosten aus Ihrer letzten Abrechnung. Prüfen Sie sowohl den Grundpreis als auch den Preis pro verbrauchter Kilowattstunde sowie Vertragslaufzeit und Kündigungsbedingungen. Ein Wechselbonus gilt häufig nur im ersten Jahr. Wenn Sie ihn in Ihren Vergleich einrechnen, prüfen Sie den Tarif vor dem Ende des ersten Vertragsjahres erneut.
Energie zu Hause sparen
4. Heizung passend einstellen
Senken Sie die Raumtemperatur, wenn Sie weniger Wärme benötigen, und vermeiden Sie, ungenutzte Räume stark auskühlen zu lassen. Als Orientierung nennt die Verbraucherzentrale für solche Räume mindestens 16 °C beziehungsweise ungefähr Stufe 2 am Thermostat. Ein Grad weniger Raumtemperatur spart nach ihrer Angabe etwa 6 Prozent Energie. Die tatsächliche Ersparnis bei Ihren Heizkosten hängt vom Gebäude und Ihrem Verbrauch ab. Halten Sie Heizkörper außerdem frei von Möbeln und Vorhängen.
5. Warmwasser beim Duschen reduzieren
Kürzeres Duschen und eine geringere Durchflussmenge sparen Warmwasser. Ein Sparduschkopf kann den Warmwasserverbrauch laut Verbraucherzentrale um bis zu 50 Prozent senken. Eine gleich hohe Ersparnis auf der Wasser- und Energierechnung ist dadurch nicht garantiert. Prüfen Sie vor dem Kauf, ob der Duschkopf zu Ihrer Anlage passt. Bei manchen hydraulischen Durchlauferhitzern ist ein sehr geringer Wasserdurchfluss problematisch.
6. Stromverbrauch einzelner Geräte messen
Alte Kühl- und Gefriergeräte können viel Strom verbrauchen. Messen Sie den Verbrauch, bevor Sie über einen Austausch entscheiden, und vergleichen Sie ihn mit dem Strombedarf eines passenden Neugeräts. Bei Geräten, die etwa zehn bis 15 Jahre alt sind, empfiehlt die Verbraucherzentrale zu prüfen, ob sich ein Austausch lohnt, statt automatisch ein neues Gerät zu kaufen. Im Kühlschrank reichen im oberen Fach 7 °C; eine um ein Grad niedrigere Einstellung erhöht den Stromverbrauch nach ihrer Angabe ungefähr um 6 Prozent.
7. Wasch- und Spülmaschine sinnvoll nutzen
Beladen Sie Wasch- und Spülmaschinen entsprechend der Herstellerangaben und starten Sie sie möglichst erst, wenn eine passende Ladung zusammenkommt. Für normal verschmutzte Wäsche reichen häufig 30 bis 40 °C; Eco-Programme sparen bei der Spülmaschine Wasser und Energie. Kurzprogramme verbrauchen dagegen teilweise mehr. Für die Waschmaschinenhygiene empfiehlt die Verbraucherzentrale mindestens einmal im Monat einen Waschgang bei 60 °C mit bleichmittelhaltigem Vollwaschmittel.
Lebensmittel günstiger einkaufen
8. Mahlzeiten und Einkäufe planen
Prüfen Sie vor dem Einkauf Kühlschrank und Vorratsschrank. Planen Sie Mahlzeiten für die nächsten Tage und schreiben Sie nur die Zutaten und Mengen auf, die Ihnen noch fehlen. Eine Einkaufsliste hilft, spontane Zusatzkäufe zu begrenzen. Planen Sie so, dass frische Lebensmittel rechtzeitig verbraucht werden und nicht bis zum Ende der Woche liegen bleiben.
9. Reste aufbewahren und Daten beachten
Bewahren Sie übrig gebliebene Speisen gekühlt auf oder frieren Sie sie ein. Ein überschrittenes Mindesthaltbarkeitsdatum heißt nicht automatisch, dass ein Lebensmittel verdorben ist: Prüfen Sie Aussehen, Geruch und Geschmack. Bei leicht verderblichen Lebensmitteln wie frischem Fleisch oder Fisch gibt das Verbrauchsdatum an, bis wann Sie sie verzehren sollten. Produkte mit überschrittenem Verbrauchsdatum sollten Sie nicht mehr verzehren.
10. Angebote nach Bedarf beurteilen
Vergleichen Sie Preise pro Grundmenge, etwa pro Kilogramm oder Liter. Prüfen Sie, ob Sie eine größere Packung rechtzeitig verbrauchen und lagern können; bei verderblichen Lebensmitteln ist die kleinere Packung günstiger, wenn Sie sonst einen Teil der großen Packung wegwerfen müssten. Kaufen Sie Sonderangebote daher nur, wenn Sie die Menge tatsächlich brauchen.
Wege und Autofahrten günstiger gestalten
11. Kurze Wege anders zurücklegen
Prüfen Sie bei kurzen Strecken, ob Sie zu Fuß gehen, das Fahrrad nehmen oder den öffentlichen Nahverkehr nutzen können. Das spart Autokosten, wenn die Alternative zu Ihrer Strecke und Ihrem Alltag passt. Auch eine Fahrgemeinschaft kann sich für regelmäßige Wege anbieten. Wenn Sie auf das Auto angewiesen sind, beziehen Sie bei einem Kostenvergleich neben dem Kraftstoff auch die Versicherung ein. Rechnen Sie außerdem Reparaturen und Wertverlust mit ein.
12. Beim Autofahren Verbrauch senken
Fahren Sie vorausschauend und gleichmäßig, und kontrollieren Sie den Reifendruck nach den Vorgaben des Fahrzeugherstellers. Ein um 0,5 bar zu niedriger Reifendruck erhöht den Energieverbrauch laut Umweltbundesamt ungefähr um 5 Prozent. Entfernen Sie außerdem Dachträger und unnötige Lasten, wenn Sie sie nicht benötigen. Die Klimaanlage erhöht den Energieverbrauch besonders im Stadtverkehr.