Wenn der Toaster beim Aufheizen nach verbranntem Staub riecht, die Kaffeemaschine nur noch pumpt statt brüht oder der Kühlschrank unangenehm riecht, denken Sie zuerst an einen Defekt. Häufiger steckt Schmutz dahinter: Fettreste, Kalk, Speisereste und Feuchtigkeit setzen sich in Dichtungen, Filtern und an Heizstäben fest. Eine gründliche Reinigung behebt viele Gerüche und Leistungsprobleme, bevor ein Reparaturtermin nötig wird. Welches Reinigungsmittel Sie wählen, ist entscheidend: Schonende Reiniger erhalten die Oberflächen, aggressive richten mehr Schaden an als der Schmutz.

Küchengeräte, die mit Lebensmitteln in Kontakt kommen, müssen sauber bleiben und zuverlässig arbeiten. Regelmäßige Pflege verlängert ihre Lebensdauer. Im Alltag reichen meist einfache Hausmittel wie Spülmittel, Essig, Natron und Backpulver.

Warum Geräte stinken und schwächer werden

Der typische Geruch entsteht fast immer aus alten Speiseresten. Krümel im Toaster und Fettspritzer im Ofen verbrennen beim nächsten Gebrauch ebenso wie Kaffeereste im Tank und Milchreste in der Mikrowelle. Beim Verbrennen entsteht der beißende Geruch. Gleichzeitig sinkt die Leistung. Eine dicke Kalkschicht an den Heizstäben verlängert die Aufheizzeit, und Feuchtigkeit setzt sich an den Dichtungen von Kühlschrank und Gefrierschrank fest. Diese Dichtungen nehmen Gerüche auf, auch wenn das Innere sauber aussieht.

Wer diese Rückstände regelmäßig entfernt, verhindert, dass sich Ablagerungen festsetzen. Das erspart mühsames Nachreinigen und hält das Gerät zuverlässig funktionsfähig. Ein verkalkter Wasserkocher braucht mehr Strom, ein vereister Gefrierschrank ebenfalls. Kalk und Eis regelmäßig zu entfernen, spart also direkt Energie.

Die häufigsten Putzfehler

Scheuerkrem zerkratzt Glasfronten, Edelstahl und Emaille. Deshalb sind Scheuermittel auf empfindlichen Flächen fehl am Platz. In den feinen Kratzern haftet neuer Schmutz noch besser, deshalb verschmutzt das Gerät nach jeder Reinigung schneller. Für Ofen und Herd gilt: Lassen Sie Scheuerschwämme und aggressive Pasten weg. Bei hartnäckigen Verkrustungen streuen Sie Backpulver auf die Stelle, lassen es einwirken und wischen es mit einem feuchten Tuch ab.

Gleich zur scharfen Chemie zu greifen, obwohl milde Mittel reichen, ist unnötig. Michael Schüller, Geschäftsführer des Küchengeräteherstellers ritterwerk, bringt es auf den Punkt: „Auf scharfe Reiniger und aggressive Putzmittel kann man meist verzichten." Spülmittel, Essig und Natron lösen die üblichen Ablagerungen, greifen Dichtungen und Beschichtungen nicht an und kosten weniger als Spezialreiniger.

Beim Abwischen übersehen Sie leicht bestimmte Stellen. Dichtungen, Abtropfschalen, Filter und die Rückwand im Kühlschrank sammeln Feuchtigkeit und Speisereste, auch wenn das Gerät von außen gepflegt aussieht. Nehmen Sie sich diese Bereiche regelmäßig vor, am besten zusammen mit dem Entkalken oder Abtauen, damit sich Gerüche gar nicht erst bilden.

Ofen und Herd schonend reinigen

Bei Ofen und Herd beginnt die Pflege mit dem regelmäßigen Abwischen. Wischen Sie Außenflächen mit einem feuchten Tuch und etwas Spülmittel ab, die Glasfront mit lauwarmem Wasser und einem Allzweckreiniger. Dichtungen können Sie vorsichtig herausnehmen und in Seifenlauge reinigen. Backofengitter und Bleche weichen Sie ebenfalls in Seifenlauge ein. Viele Hersteller bieten automatische Reinigungsprogramme wie Pyrolyse an, bei denen Verschmutzungen bei hoher Hitze verbrennen. Diese Programme ergänzen die manuelle Pflege, ersetzen sie aber nicht.

Bei festgetrockneten Verkrustungen hilft das Backpulver aus dem Küchenschrank: Streuen Sie es auf die betroffene Stelle und lassen Sie es eine Weile einwirken. Danach wischen Sie den gelösten Schmutz ab. Was sich nicht auf Anhieb löst, behandeln Sie lieber ein zweites Mal, statt mit dem Scheuerschwamm Druck auszuüben.

Kühlschrank und Gefrierschrank reinigen

Die Dichtungen an Kühlschrank und Gefrierschrank sind die empfindlichste Stelle. Wenn dort Speisereste antrocknen oder die Dichtung ihre Spannkraft verliert, entweicht Kälte. Der Kompressor läuft häufiger, der Stromverbrauch steigt. Die Lebensmittel bleiben dann nicht so lange frisch. Reinigen Sie die Dichtungen regelmäßig mit einem feuchten Tuch und entkalken Sie sie bei Bedarf mit Essig. Auch Kalkablagerungen im Inneren entfernen Sie mit Essig.

Tauen Sie das Gefrierfach ab, sobald sich eine deutliche Eisschicht gebildet hat. Abtauen spart Strom und schafft wieder Platz. Räumen Sie die Lebensmittel in Kühlboxen und schalten Sie das Gerät aus. Lassen Sie das Eis bei geöffneter Tür antauen. Verwenden Sie keine spitzen oder harten Werkzeuge, um das Eis abzuschlagen, denn dabei beschädigen Sie leicht die Innenwände oder Kühlleitungen.

Wann Reinigen nicht mehr hilft

Eine gründliche Reinigung beseitigt Gerüche und viele Leistungsprobleme, aber sie ist keine Reparatur. Wenn das Gerät trotz sauberer Dichtungen, entkalkter Heizstäbe und leerer Abtropfschalen nicht anspringt, Funken schlägt oder Wasser verliert, liegt ein echter Defekt vor. Das gilt auch, wenn es ungewöhnliche Geräusche macht oder einen Fehlercode anzeigt. Lesen Sie dann zuerst die Bedienungsanleitung, die zu vielen Modellen Hinweise zu Fehlermeldungen enthält. Hilft das nicht, lassen Sie das Gerät von einem Fachbetrieb prüfen. Öffnen Sie Elektrogeräte nicht selbst, wenn Sie keine Erfahrung mit Reparaturen haben. Im Inneren liegen spannungsführende Teile.

Ein anhaltender verbrannt-chemischer Geruch aus dem Motor- oder Lüftungsbereich ist auch nach der Reinigung ein Zeichen für einen technischen Schaden. Dann hilft kein Putzen mehr, und wenn Sie das Gerät weiter benutzen, können Sie es endgültig beschädigen.