Wer Kartoffeln auf Vorrat kauft, kennt das Problem: Nach kurzer Zeit sprießen Keime, die Schale wird grün oder die Knollen schrumpeln. Auslöser sind Licht, Wärme und Feuchtigkeit. Kartoffeln sind Nachtschattengewächse und speichern Stärke in der Knolle. Sobald diese Bedingungen stimmen, treibt die Knolle schnell aus.
Wer Kartoffeln dunkel, kühl und luftig lagert, hält sie deutlich länger frisch. Die Grundregel: kühl, dunkel, trocken und nicht in der Plastiktüte.
Kartoffeln dunkel lagern
Die Kartoffel reagiert auf Licht, indem sie Solanin bildet. Das ist ein natürlicher Bitterstoff, der in größeren Mengen Übelkeit und andere Beschwerden auslösen kann. Solanin färbt die Schale grün und entsteht besonders dann, wenn die Kartoffel am Fenster liegt, unter der Küchenlampe steht oder im offenen Obstkorb herumliegt.
Grüne Stellen sind ein Zeichen, dass die Knolle längere Zeit Licht gesehen hat. Kleine grüne Bereiche sollten Sie großzügig herausschneiden. Wenn größere Teile der Schale bereits auffällig grün sind, sollten Sie die ganze Knolle entsorgen.
Kartoffeln kühl lagern
Die optimale Temperatur für die Lagerung von Kartoffeln liegt zwischen 4 und 8 Grad. Geeignet sind ein kühler Keller, ein Abstellraum im Treppenhaus oder eine Garage, die nicht einfriert. In der Wohnung ist eine Speisekammer die beste Variante, wenn sie möglichst weit von Heizkörpern entfernt liegt.
Der Kühlschrank ist für die Kartoffel weder gut noch schlecht: Bei Temperaturen unter 4 Grad wandelt sich die Stärke der Knolle langsam in Zucker. Die Kartoffel schmeckt dann süßlich und verliert beim Kochen den typischen Biss. Besser ist es, im Sommer kleine Mengen einzukaufen und sie in einem dunklen Küchenschrank aufzubewahren, auch wenn die Haltbarkeit bei Zimmertemperatur nicht so lange hält wie im Keller.
Kartoffeln brauchen Luftzirkulation
Feuchtigkeit ist die größte Gefahr für den Vorrat. Stecken Sie Kartoffeln in eine geschlossene Plastiktüte, sammelt sich Kondenswasser, die Knollen werden feucht und beginnen im Nu zu verderben. Ähnlich wirken Behälter, in denen die Kartoffeln in mehreren Schichten übereinanderliegen.
Besser: Kartoffeln lose nebeneinander in einem offenen Gefäß, in dem Luft gut zirkulieren kann. Geeignet sind Tongefäße, Holzkisten, Papiersäcke mit Lufteinlöchern oder große Kartons mit zusätzlichen Lochungen. Waschen Sie die Knollen nie. Die Erde kann dranbleiben; sie schützt die Knolle.
Achten Sie auch darauf, dass nichts Feuchtes an den Vorrat kommt. In einem dunklen Keller können Sie die Kartoffeln ohne Deckel aufbewahren; in der Küche hält ein Tuch oder ein Papierüberwurf das Licht ab und lässt gleichzeitig Luft durch.
Kartoffeln getrennt von Zwiebeln und Äpfeln lagern
Im Gerüstregal entsteht schnell ein Platzproblem, aber Kartoffeln und Zwiebeln sollten nicht im selben Behälter liegen. Ursache dafür ist ein pflanzliches Reifegas namens Ethylen, das Zwiebeln ebenso wie Äpfel und Birnen abgeben. Das in Zwiebeln und Obst abgesonderte Gas wirkt auf die Kartoffel als Keimbefehl. Lagern Sie beides zusammen, keimen die Knollen schneller und die Zwiebeln werden weich. Das warme, feuchte Mikroklima rund um die Knollen beschleunigt die Keimung zusätzlich.
Wählen Sie daher für Kartoffeln, Zwiebeln und Obst getrennte Plätze: ein anderes Fach im Regal, einen anderen Korb, im Idealfall einen eigenen Raum. Auch in der Küche gilt: Zwiebeln besser in einem hellen, trockenen Raum, Kartoffeln eher im Dunkeln und Kühlen.
Diese Fehler verderben Kartoffeln
Die folgenden Punkte zeigen die häufigsten Ursachen für schnelles Verderben. Wer diese Fehler kennt, kann die Haltbarkeit der Kartoffeln deutlich verlängern und Lebensmittelverschwendung vermeiden.
- Waschen vor dem Lagern: Feuchtigkeit lässt die Haut aufquellen. Gewaschen werden Kartoffeln erst kurz vor der Verarbeitung.
- In einer Plastikütte oder geschlossenen Dose: Stauende Feuchtigkeit führt zu Schimmel und weichen Knollen.
- Neben dem Backofen, dem Fernseher oder an der Heizung: Wärme aus dem Küchenalltag treibt die Keimung. Lagern Sie die Vorräte nicht über dem Backofen oder direkt am Fenster.
- Beschädigte Knollen nicht berücksichtigen: Verletzte oder faule Knollen müssen Sie aussortieren, sonst stecken sie den Rest der Kartoffeln an. Untersuchen Sie neue Vorräte vor dem Einlagern.
- Zusammen mit Obst und Zwiebeln: Das bereits erwähnte Reifegas lässt die Keimung schneller starten.