Kalkflecken entstehen, wenn hartes Wasser auf der Armatur antrocknet und gelöste Mineralien als weiße Ablagerungen zurückbleiben.

Welcher Reiniger passt, hängt weniger von der Kalkmenge ab als von der Oberfläche der Armatur. Verchromte, gebürstete, lackierte und beschichtete Flächen vertragen Säuren und mechanische Reinigung unterschiedlich gut. Der falsche Reiniger richtet mehr Schaden an als der Kalk selbst.

Warum Kalkflecken hartnäckig sind

Leitungswasser enthält gelöste Kalzium- und Magnesiumverbindungen. Wenn das Wasser verdunstet, bleiben diese Mineralien als feine weiße Schicht zurück. Je länger die Ablagerung liegt, desto fester wird sie, weil der Kalk mit der Zeit kristallisiert und sich mit der Oberfläche verbindet. Frische Flecken lassen sich oft schon mit einem feuchten Tuch entfernen, ältere Schichten brauchen Säure, die den Kalk chemisch auflöst. Deshalb lohnt es sich, Kalkflecken nicht wochenlang liegen zu lassen.

Die Oberfläche bestimmt den Reiniger

Bevor Sie einen Reiniger kaufen, sollten Sie wissen, womit Ihre Armatur beschichtet ist. Die meisten Armaturen sind verchromt, daneben gibt es gebürsteten Edelstahl, Messing und zunehmend schwarz oder gold beschichtete Modelle.

Verchromte Armaturen vertragen kurz einwirkende Säuren gut, reagieren aber empfindlich auf Scheuermittel und auf Säuren, die lange einwirken. Die dünne Chromschicht wird sonst blind oder bekommt feine Kratzer, in denen sich neuer Kalk festsetzt.

Gebürsteter Edelstahl ist unempfindlicher gegen Säuren, aber die feine Maserung zeigt jede falsche Wischrichtung. Reinigen Sie solche Flächen immer in Richtung der Bürstung und verzichten Sie auf Stahlwolle oder kratzende Schwämme.

Messingarmaturen, besonders unlackierte, laufen durch aggressive Säuren schnell an. Hier sind milde Reiniger und kurze Einwirkzeiten nötig, sonst verfärbt sich das Metall.

Schwarz, gold oder bronze beschichtete Armaturen tragen eine dünne, im Vakuum aufgedampfte Schutzschicht, auch PVD-Beschichtung genannt. Sie ist dekorativ, bleibt aber mechanisch empfindlich. Scheuermittel zerkratzen sie, starke Säuren können sie anlösen. Für diese Oberflächen gibt es eigene Reiniger, die auf die Beschichtung abgestimmt sind.

Kalkreiniger im Vergleich

Essig und Essigessenz

Essig löst Kalk zuverlässig und ist günstig. Haushaltsessig enthält etwa fünf Prozent Säure, Essigessenz deutlich mehr und muss deshalb verdünnt werden. Der Nachteil ist die aggressive Wirkung bei längerem Kontakt: Auf Chrom, Messing und beschichteten Flächen greift Essig die Oberfläche an, wenn er antrocknet oder zu lange einwirkt. Für die regelmäßige Reinigung verchromter Armaturen ist Essig in kurzer Einwirkzeit geeignet, für empfindliche Beschichtungen besser nicht.

Zitronensäure

Zitronensäure gibt es als Pulver, das Sie in Wasser auflösen. Sie riecht kaum und lässt sich gut dosieren. Gegenüber Essig hat Zitronensäure einen praktischen Vorteil: Sie können abnehmbare Teile wie den Strahlregler oder den Duschkopf in der Lösung einweichen. Auch hier gilt: nicht zu lange einwirken lassen und gründlich abspülen. Zitronensäure ist ein Lebensmittelzusatzstoff und in der Küche unbedenklich, aber sie löst auch Kalk von Dichtungen, wenn sie zu lange einwirkt.

Handelsübliche Kalklöser

Kalklöser aus dem Drogeriemarkt enthalten meist Zitronensäure oder Amidosulfonsäure, oft ergänzt um Korrosionsschutzmittel, die Metall und Beschichtungen schonen. Sie sind auf den Einsatz im Bad abgestimmt und für verchromte Armaturen die sichere Wahl. Beachten Sie die Einwirkzeit auf der Verpackung und spülen Sie die Fläche danach mit Wasser ab. Diese Mittel eignen sich auch für Duschkabinen und Fliesen, wenn Sie nur ein Produkt im Haus haben möchten.

Spezielle Armaturenreiniger

Einige Hersteller bieten Reiniger an, die speziell für Armaturen entwickelt wurden und zusätzlich einen Schutzfilm hinterlassen, der neuen Kalk und Wasserflecken verzögert. Für schwarz oder gold beschichtete Armaturen sind diese Produkte oft die einzige sinnvolle Wahl, weil sie auf die empfindliche Beschichtung abgestimmt sind. Der höhere Preis lohnt sich vor allem dann, wenn Sie unsicher sind, welches Material Ihre Armatur hat.

So entfernen Sie Kalkflecken

Die Reihenfolge ist bei allen Reinigern ähnlich. Befeuchten Sie die Armatur, tragen Sie den Reiniger auf und lassen Sie ihn kurz einwirken, aber niemals antrocknen. Danach lösen Sie den Kalk mit einem weichen Tuch oder einer weichen Nylonbürste, spülen alles mit klarem Wasser ab und trocknen die Armatur. Das Trocknen ist der wichtigste Schritt, weil stehendes Wasser sofort neue Flecken hinterlässt.

Für hartnäckige Ablagerungen am Austritt der Armatur lohnt sich der Blick auf den Strahlregler, das kleine Sieb im Wasserhahn. Schrauben Sie ihn ab und legen Sie ihn in eine Zitronensäurelösung oder in verdünnten Essig. Nach einigen Minuten lösen sich die Ablagerungen, und Sie können das Sieb mit einer weichen Bürste reinigen. Das funktioniert auch bei Duschköpfen, deren Düsen oft von innen verkalken.

Vermeiden Sie diese Reinigungsfehler

Scheuermittel, Stahlwolle und raue Schwämme zerkratzen jede Armatur, auch verchromte. Die Kratzer bleiben sichtbar und bieten neuem Kalk zusätzlichen Halt. Verzichten Sie außerdem darauf, Reiniger zu mischen. Säurehaltige Kalklöser zusammen mit chlorhaltigen Reinigern bilden Chlorgas, das die Atemwege reizt. Und lassen Sie Säuren nie auf einer warmen Armatur einwirken, weil Wärme die chemische Reaktion beschleunigt und die Oberfläche stärker angreift.

Kalkflecken vorbeugen

Der einfachste Weg, Kalkflecken zu vermeiden, ist das Abtrocknen der Armatur nach dem Benutzen. Wer das nicht jedes Mal machen möchte, wischt zumindest einmal am Tag mit einem trockenen Tuch über die Flächen. In Gebieten mit sehr hartem Wasser hilft eine Enthärtungsanlage, die den Kalkgehalt des Wassers senkt. Bei regelmäßiger, milder Reinigung bleibt die Armatur länger glänzend, und Sie müssen seltener zu aggressiven Mitteln greifen.