Kalkflecken entstehen durch hartes Leitungswasser. Trocknet das Wasser an der Armatur ab, bleibt Kalziumkarbonat, also Kalk, als weiße Schicht auf Verchromung, Edelstahl und anderen Armaturenflächen zurück. Die Flecken sind nicht nur ein Schönheitsfehler. Mit der Zeit setzen sie den Strahlregler zu, also den Siebeinsatz im Wasserhahn. Sie können auch die Dichtungen angreifen, sodass die Armatur tropft. Entfernen Sie den Belag deshalb regelmäßig mit einem Entkalker, der die Verchromung nicht angreift. Aggressive Reiniger sind ungeeignet: Sie schaden der Verchromung mehr als der Kalk selbst.
Was Kalk an Armaturen anrichtet
Kalk haftet hartnäckig an feuchten Flächen und wird bei jedem Antrocknen dicker. Solange Sie die Flecken regelmäßig entfernen, bleibt die Armatur sauber und funktionsfähig. Bleibt der Kalk liegen, entstehen zwei Probleme: Die sichtbare Schicht trübt den Glanz, und im Inneren setzen sich die Ablagerungen an beweglichen Teilen fest. Ein Wasserhahn, der nicht mehr richtig schließt und tropft, hat oft eine verkalkte Kartusche oder ein verkalktes Ventil. Entfernen Sie Kalk deshalb rechtzeitig, bevor aus Flecken funktionale Schäden werden.
Kalk schonend lösen
Für den normalen Kalkbelag genügen milde Mittel. Mischen Sie Wasser mit etwas Essig oder Zitronensäure, tragen Sie die Lösung mit einem weichen Tuch auf und lassen Sie sie kurz einwirken. Danach spülen Sie die Fläche mit klarem Wasser ab und trocknen sie mit einem weichen Tuch nach. Die Zitronensäure eignet sich besonders gut für den Strahlregler, da sie den Kalk zuverlässig löst und die Dichtungen bei kurzer Einwirkzeit nicht angreift.
An Werkzeug brauchen Sie keine Spezialausstattung: einen weichen Baumwolllappen, ein trockenes Tuch zum Nachpolieren, eine kleine Schüssel für den Strahlregler und eine alte Zahnbürste für den gelösten Kalk. Die normale Reinigung dauert etwa zehn bis fünfzehn Minuten.
Häufige Fehler beim Entkalken
Der häufigste Fehler ist der Griff zu Scheuerschwämmen, Stahlwolle oder Scheuerpulver. Chrom ist eine dünne, harte Schicht, aber abrasive Partikel hinterlassen mikroskopisch feine Kratzer. In diesen Kratzern lagert sich neuer Kalk ab. Die Oberfläche wird stumpf, und der ursprüngliche Glanz lässt sich mit Hausmitteln nicht wiederherstellen. Darum gehören raue Schwämme und Putzpulver nicht an verchromte oder lackierte Armaturen.
Ein zweiter Fehler ist es, unverdünnte Säure zu verwenden. Zitronensäure und Essig lösen Kalk, sie greifen aber bei zu hoher Konzentration auch die Metalloberfläche und Gummiteile an. Eine Lösung aus einem Teil Essig auf mehrere Teile Wasser reicht für normale Ablagerungen. Bei sehr hartnäckigen Flecken erhöhen Sie die Konzentration vorsichtig, statt die Armatur in purer Säure zu baden. Auch die Einwirkzeit sollten Sie auf wenige Minuten begrenzen und die Fläche anschließend gründlich abspülen, sonst trocknet die Säure ein und frisst die Schicht an.
Auch das Material der Armatur entscheidet, welche Reiniger Sie verwenden dürfen. Verchromte Armaturen verkraften Säuren besser als Messing oder Oberflächen mit farbiger oder matter Beschichtung. Bei besonderen Ausführungen hinterlassen selbst milde Mittel Flecken, wenn sie antrocknen. Prüfen Sie daher die Pflegehinweise des Herstellers und verwenden Sie bei matten oder farbigen Armaturen nur empfohlene Reiniger. Mischen Sie Essig- oder Zitronensäurelösungen niemals mit chlorhaltigen Reinigern, dabei entsteht giftiges Chlorgas.
Hartnäckige Ablagerungen richtig lösen
Wenn sich der Kalk im Strahlregler festgesetzt hat, hilft die Einweichmethode. Schrauben Sie den Strahlregler mit einer Zange oder von Hand ab, legen Sie ihn in eine kleine Schüssel und bedecken Sie ihn mit der Essig-Zitronenlösung. Nach ein bis zwei Stunden lösen Sie die Reste mit der alten Zahnbürste, spülen alle Teile gründlich unter klarem Wasser ab und setzen den Strahlregler wieder ein. Die Einweichzeit ist der entscheidende Schritt, denn der gelöste Kalk gibt dann auch an schwer erreichbaren Stellen nach.
Für fest montierte Armaturenteile wickeln Sie ein mit der Lösung getränktes Tuch um den Wasserhahn und lassen es einige Minuten wirken. Achten Sie darauf, dass das Tuch nicht austrocknet. Sobald das Wasser verdunstet, steigt die Säurekonzentration und greift die Oberfläche an. Entfernen Sie das Tuch rechtzeitig und spülen Sie nach.
Wenn die Oberfläche schon Schaden hat
Nicht jede Veränderung ist Kalk. Weiße Rückstände lassen sich mit einer milden Säurelösung entfernen. Matt gewordene Stellen und feine Kratzer sind dagegen Schäden an der Chromschicht. Sie lassen sich nicht wegpolieren, denn Polieren trägt Material ab und macht die Schicht dünner. Bei sichtbar zerkratztem oder korrodiertem Chrom hilft nur ein Austausch des betroffenen Teils oder eine neue Beschichtung durch einen Fachbetrieb.
Auch bei Edelstahl gilt: Verwenden Sie keine Stahlwolle, denn die hinterlässt kleine Eisenspäne, die auf der Oberfläche rosten. Leichte Kratzer auf Edelstahl können Sie je nach Struktur mit speziellen Edelstahlpflegemitteln behandeln, aber testen Sie diese immer zuerst an einer unauffälligen Stelle. Tropft der Wasserhahn weiter, obwohl die Außenteile sauber sind, steckt die Verkalkung im Inneren der Kartusche. Die Kartusche zu wechseln ist in vielen Fällen die zuverlässige Lösung, bei Unsicherheit übernimmt das ein Installateur.
Kalkansatz vorbeugen
Sie sparen sich die meiste Arbeit, wenn frischer Kalk gar nicht erst entsteht. Wischen Sie Armaturen nach jeder Benutzung kurz mit einem trockenen weichen Tuch ab, damit der Wasserfilm nicht antrocknet. Für die wöchentliche Reinigung reichen warmes Wasser und ein mildes Spülmittel; die Säurelösung setzen Sie nur bei sichtbarem Kalk ein. In Gegenden mit sehr hartem Wasser reduziert eine Enthärtungsanlage den Belag deutlich, auch ein kleiner Entkalkungsfilter direkt am Wasserhahn wirkt dem neuen Kalk entgegen.