Weiße Flecken auf Wasserhahn und Mischbatterie entstehen durch hartes Leitungswasser. Kalk setzt sich dort fest, wo Wasser spritzt und langsam abtrocknet. Zitronensäure oder Essig lösen die Ablagerungen. Weiche Tücher und eine begrenzte Einwirkzeit schützen die Oberfläche. Wie viel Zeit und Geld Sie einplanen müssen, hängt von der Wasserhärte, dem Alter der Flecken und dem Material der Armatur ab.
Wer die richtigen Mittel und die Dauer der Schritte kennt, vermeidet die typischen Fehler: starkes Scheuern, zu lange Säureeinwirkung, falscher Reiniger. So wird die Armatur in einem Durchgang sauber.
Wasserhärte, Material und Bauform
Die Wasserhärte bestimmt, wie schnell und wie dick sich Kalk bildet. In Regionen mit hartem Wasser reichen wenige Tage, bis sich an Tropfstellen ein weißer Rand bildet. Frische, dünne Schleier lassen sich mit einem feuchten Tuch abwischen. Dicke Krusten am Austritt oder am Sockel brauchen eine längere Einwirkzeit und oft mehrere Durchgänge.
Das Material der Armatur bestimmt, welche Reinigungsmittel eingesetzt werden dürfen. Verchromte Oberflächen vertragen kurzzeitig verdünnte Säuren, reagieren aber empfindlich auf kratzende Reiniger. Gebürsteter Edelstahl sollte entlang der Maserung gereinigt werden. Matte oder farbige Oberflächen und unlackierte Messingarmaturen brauchen besondere Vorsicht. Prüfen Sie vor dem ersten Entkalken die Hinweise des Herstellers.
Auch die Bauform ist wichtig. Der Bereich unter dem Auslauf, Ecken am Sockel und der Strahlregler am Austritt sind schwerer zu erreichen als eine freie, glatte Fläche. Der Strahlregler ist das kleine Sieb am Mundstück des Wasserhahns, das den Wasserstrahl formt. Er setzt sich besonders schnell zu und muss einzeln behandelt werden.
Die richtigen Utensilien
Für die meisten Armaturen reicht ein kleines Set, das in keinem Haushalt fehlt:
- Weiche Tücher aus Mikrofaser oder Baumwolle
- Schwamm ohne raue Scheuerschicht
- Weiche Zahnbürste oder Kunststoffbürste für Ecken und Fugen
- Wattestäbchen für feine Ritzen
- Gummihandschuhe, wenn Sie mit Essigessenz oder konzentrierten Entkalkern arbeiten
Als Reiniger eignen sich Zitronensäurepulver, in Wasser aufgelöst, sowie Essig oder verdünnte Essigessenz. Fertige Entkalker aus dem Handel übernehmen die Dosierung und arbeiten meist schneller. Scheuermilch, Stahlwolle und raue Topfschwämme gehören nicht an Armaturen. Sie erzeugen feine Kratzer im polierten Chrom. Ist die Chromschicht erst einmal beschädigt, dringt Feuchtigkeit bis zum darunterliegenden Metall vor. Die Armatur verliert dann dauerhaft ihren Glanz.
Schritt für Schritt entkalken
Rechnen Sie pro Armatur mit einigen Minuten, wenn die Ablagerungen frisch sind. Alte, verkrustete Schichten brauchen mehrere kurze Behandlungen statt einer langen Einwirkzeit. Arbeiten Sie in kleinen Abschnitten und nicht die ganze Fläche auf einmal.
So gehen Sie vor:
- Tragen Sie die verdünnte Säure mit einem weichen Tuch auf die verkalkten Stellen auf. Hartnäckige Krusten am Auslauf können Sie mit einem getränkten Tuch umwickeln, damit die Lösung nicht sofort abläuft.
- Lassen Sie das Mittel einige Minuten einwirken. Es darf nicht auf der Oberfläche antrocknen. Eingetrocknete Säure greift den Glanz an.
- Nehmen Sie lösbare Rückstände mit dem Tuch ab und bearbeiten Sie feine Ritzen mit der Zahnbürste.
- Spülen Sie die Armatur gründlich mit klarem Wasser ab. Säurereste dürfen nicht liegen bleiben, weil sie das Metall auf Dauer angreifen.
- Wischen Sie zum Schluss mit einem trockenen Tuch nach. Bleiben Wassertropfen stehen, hinterlassen sie beim Trocknen neue Kalkschleier.
Schrauben Sie den Strahlregler ab und entkalken Sie ihn separat. Legen Sie ihn in ein kleines Gefäß mit verdünnter Zitronensäurelösung. Lassen Sie ihn kurz einweichen, bürsten Sie ihn weich ab und spülen Sie ihn gründlich. Beim Wiedereinschrauben genügt leichtes Festziehen. Zu viel Kraft beschädigt das Gewinde.
Materialgerecht entkalken
Ob die Oberfläche Schaden nimmt, hängt vor allem von den Hilfsmitteln und der Einwirkzeit ab. Verchromter Messing lässt sich kurz mit Essig oder Zitronenlösung reinigen. Wirkt die Säure zu lange oder wird Essigessenz unverdünnt eingesetzt, leidet der Glanz. An Kratzern in der Chromschicht läuft der Untergrund an. Diese Stellen lassen sich später kaum noch beheben.
Bei gebürstetem Edelstahl wischen Sie immer in Richtung der Bürstung. Reiben Sie quer dazu, entstehen helle, fleckige Bereiche, die den gleichmäßigen Satin-Look zerstören. Matte schwarze Beschichtungen reagieren empfindlich auf starke Säuren und kratzende Schwämme. Im Zweifel verwenden Sie nur ein feuchtes Mikrofasertuch und ein mildes Spülmittel. Unlackiertes Messing läuft durch Säure an. Behandeln Sie es stattdessen mit einem Messingpflegemittel.
Wenn Sie nicht wissen, welches Material Ihre Armatur hat, testen Sie das Reinigungsmittel zuerst an einer unauffälligen Stelle, zum Beispiel an der Rückseite des Auslaufs. Beachten Sie zusätzlich die Pflegehinweise des Herstellers. Sie sind häufig als Reinigungsübersicht in der Produktanleitung enthalten.
Was das Entkalken kostet
Die Ausgaben hängen davon ab, welche Methode Sie wählen. Zitronensäure und Essig sind günstig und meist schon vorhanden. Fertige Entkalker kosten mehr, arbeiten aber gezielter und sind für empfindliche Oberflächen oft sanfter formuliert. Ein Satz weicher Tücher, eine Zahnbürste und eine kleine Flasche milden Entkalkers reichen für viele Anwendungen im ganzen Haushalt.
Am teuersten wird es, wenn die Armatur dabei beschädigt wird. Eine zerkratzte oder angelaufene Armatur lässt sich nicht einfach reparieren. Ein neuer Wasserhahn samt Montage kostet deutlich mehr als jedes Reinigungsmittel. Wenn Sie beim Entkalken auf Abrasives verzichten und die Einwirkzeit einhalten, schützen Sie den Wert der Armatur. Je hochwertiger die Armatur ist, desto mehr lohnt sich die sorgfältige Reinigung gegenüber einem Ersatz.