Waagerechte Jalousielamellen gehören zu den hartnäckigsten Staubfängern im Haushalt: Sie sammeln Staub, der sich beim Lüften immer wieder neu verteilt. Für Innenjalousien ist die Trockenreinigung fast immer die bessere Wahl, weil sie schneller geht, das Material schont und Schlieren verhindert. Nassreinigung gehört vor allem an Außenjalousien, die durch Witterung und Abgase stärker verschmutzen. Grundregel: erst trocken, nur im Ausnahmefall nass.
Trockenreinigung für Innenjalousien
Innenjalousien sind in erster Linie mit Staub bedeckt, nicht mit Fett oder hartnäckigem Schmutz. Staub lässt sich trocken zuverlässig entfernen, und Feuchtigkeit würde das Problem sogar vergrößern: Wasser vermischt sich mit dem Staub zu einer Schicht, die nach dem Trocknen oft erst recht sichtbar wird und Schlieren hinterlässt.
Hinzu kommt das Material. Viele Innenjalousien bestehen aus Aluminium, Kunststoff oder beschichteten Stoffen. Bei Alu-Lamellen bleiben bei der Nassreinigung oft Wasserflecken zurück, die sich später nur schwer entfernen lassen. Holzjalousien wiederum können bei zu viel Feuchtigkeit aufquellen oder sich verziehen. Trockene Reinigung umgeht diese Risiken.
Der klassische Staubwedel aus Mikrofaser oder Schafwolle erreicht die Lamellen zwar, verteilt aber je nach Ausführung Staub eher als dass er ihn bindet. Das Problem lässt sich mit einem einfachen Hilfsmittel lösen: einer sauberen, weichen Staub- oder Mikrofaserbürste, die Sie zwischen die Lamellen schieben. So reinigen Sie gleich mehrere Lamellen in einem Zug, ohne jede einzeln zu bearbeiten.
Lamellen geschlossen abwischen
Die größte Zeitersparnis bringt ein Trick, der die Lamellen zu einer geschlossenen Fläche macht: Drehen Sie die Lamellen mit der Wendestange so, dass sie eine durchgehende Fläche bilden, als wäre die Jalousie geschlossen. An dieser Fläche wischen Sie mit einem Mikrofasertuch oder einem Staubwedel von oben nach unten. Anschließend drehen Sie die Lamellen in die entgegengesetzte Richtung und wiederholen den Vorgang. So erreichen Sie beide Seiten jeder Lamelle, ohne sie einzeln zu berühren. Diese Methode funktioniert bei horizontalen Jalousien und nimmt für ein normales Fenster nur wenige Minuten in Anspruch.
Spezialbürsten für die Lamellenzwischenräume
Wer die Jalousie seltener reinigt und bereits eine festere Staubschicht vorfindet, greift zu einem Lamellenreiniger. Das sind Bürsten mit mehreren weichen Borstenreihen, die wie ein Kamm über die Lamellen geführt werden. Die Borsten dringen in die Zwischenräume ein und erreichen Ober- und Unterseite der Lamellen gleichzeitig. Dadurch entfällt das mühsame Drehen der Lamellen in zwei Schritten. Solche Bürsten gibt es als Handgeräte oder als Aufsätze für Staubsauger. Achten Sie beim Kauf darauf, dass die Borsten weich genug sind, um die Oberfläche nicht zu zerkratzen, besonders bei dunklen oder lackierten Lamellen.
Warum Staub sich immer wieder ansammelt
Die waagerechten Lamellen bieten Staub eine geradezu ideale Ablagefläche. Hinzu kommt, dass warme Luft von Heizungen unter dem Fenster nach oben steigt und dabei Staubpartikel mitführt. Die Luftzirkulation sorgt dafür, dass sich an den Lamellen ständig neuer Staub ablagert, auch wenn das Fenster geschlossen ist. Hausstaub besteht zum großen Teil aus winzigen Textilfasern von Kleidung, Teppichen und Polstermöbeln, dazu kommen Hautschuppen von Menschen und Tieren sowie Partikel, die durch das Lüften von draußen hereingelangen.
Einmal pro Woche trocken reinigen
Einmal pro Woche mit einer trockenen Reinigungsmethode über die Lamellen zu gehen, verhindert, dass sich der Staub zu einer festen Schicht verbindet. Wer diese Routine einhält, braucht kaum jemals eine nasse Reinigung. Eine Trockenreinigung dauert nur wenige Minuten. Schließen Sie zuerst die Lamellen mit dem Zugstab. Wischen Sie dann mit dem Staubwedel oder der Lamellenbürste von oben nach unten. Anschließend drehen Sie die Lamellen in die andere Richtung und bearbeiten die Rückseite. Bei stark verschmutzten Räumen oder Allergikern im Haushalt kann eine Reinigung alle zwei bis drei Tage sinnvoll sein.
Wann eine Nassreinigung sinnvoll ist
Außenjalousien sind anders zu behandeln als Innenjalousien. Sie sind Regen, Abgasen und Vogelkot ausgesetzt und bilden mit der Zeit einen grauen Belag, den keine Trockenreinigung entfernt. Hier ist eine Reinigung mit Wasser und einem milden Reinigungsmittel die richtige Wahl. Verwenden Sie lauwarmes Wasser mit einem Spritzer Spülmittel oder einen handelsüblichen Kunststoffreiniger. Arbeiten Sie mit einem weichen Schwamm oder einer Bürste und wischen Sie die Lamellen anschließend mit klarem Wasser nach, damit keine Seifenreste zurückbleiben.
Für Innenjalousien ist die Nassreinigung nur dann nötig, wenn sich hartnäckige Flecken gebildet haben, etwa durch Fingerabdrücke oder Spritzer. Auch dann gilt: möglichst wenig Wasser verwenden und die Lamellen anschließend trocken nachwischen. Bei Alu-Lamellen kann zu viel Wasser zu Wasserflecken führen, bei Stoffjalousien sind nasse Reinigungsmethoden grundsätzlich tabu, weil das Material verkleben oder verformen kann.
Außenjalousien richtig nass reinigen
Für Außenjalousien empfehlen sich mildes Spülmittel, ein weicher Schwamm oder eine Bürste mit langem Stiel und ein Eimer mit lauwarmem Wasser. Arbeiten Sie sich von oben nach unten vor, damit das Schmutzwasser nicht über bereits gereinigte Flächen läuft. Bei hartnäckigen Belägen kann ein handelsüblicher Kunststoffreiniger helfen, aber testen Sie ihn zuerst an einer unauffälligen Stelle, weil aggressive Mittel die Beschichtung angreifen können.
Wer in der Wohnung oder im Haus eine Jalousie in der Hand hat, kann die Lamellen im Bad oder in der Dusche mit lauwarmem Wasser und etwas Spülmittel abbrausen. Dazu benötigen Sie die Demontage der Jalousie, was bei manchen Modellen einfach, bei anderen aufwendig ist. Ein großer Nachteil der Nassreinigung von Innenjalousien: Das Wasser kann in die Aufhängung und in die Gurtwickler gelangen, Teile können rosten oder quellen, und es entstehen oft Wasserflecken auf den Lamellen. Trocknen Sie die Lamellen gründlich, bevor Sie die Jalousie wieder aufhängen.
Alu, Holz und Kunststoff richtig behandeln
Die meisten Jalousien bestehen aus Aluminium, Kunststoff oder Holz. Aluminium verträgt Feuchtigkeit gut, sollte aber nach der Reinigung abgetrocknet werden, um Wasserflecken zu vermeiden. Kunststofflamellen sind unempfindlich, aber sie laden sich statisch auf und ziehen dadurch besonders viel Staub an. Ein Trockentuch mit einem antistatischen Effekt hilft hier.
Holzjalousien sind der schwierigste Fall. Sie verziehen sich bei Feuchtigkeit und sollten grundsätzlich trocken gereinigt werden. Für hartnäckige Flecken gibt es spezielle Holzpflegemittel, die die Oberfläche reinigen und gleichzeitig pflegen. Verwenden Sie niemals aggressives Reinigungsmittel oder viel Wasser auf Holzlamellen, sonst können sie sich verformen oder die Oberfläche wird stumpf. Als Grundregel gilt: Trocken reinigen, solange es geht, und bei feuchter Reinigung das Material im Blick behalten.
Außenjalousien gründlich und sicher reinigen
Außenjalousien sind der Witterung ausgesetzt und benötigen eine gründlichere Reinigung, idealerweise im Frühjahr und im Herbst. Bei starkem Schmutzbelag hilft eine weiche Bürste oder ein Schwamm mit einer milden Seifenlauge. Arbeiten Sie von oben nach unten, damit das Schmutzwasser nicht über bereits gereinigte Flächen läuft. Bei sehr hartnäckigen Ablagerungen kann ein Hochdruckreiniger helfen, aber verwenden Sie einen niedrigen Druck und halten Sie ausreichend Abstand, damit die Lamellen nicht verbiegen.
Für schwer zugängliche Außenjalousien an oberen Stockwerken ist eine sichere Arbeitsweise wichtig. Verwenden Sie eine stabile Leiter oder lassen Sie die Reinigung von einem Fachbetrieb durchführen. Sicherheit geht vor Perfektion: Die Kombination aus Feuchtigkeit, Reinigungsmitteln und erhöhter Position birgt ein hohes Risiko für Stürze.
Elektrische Jalousien ohne Wasser reinigen
Jalousien mit Elektromotor sollten Sie niemals mit viel Wasser reinigen. Feuchtigkeit kann in den Motor oder die Verkabelung eindringen und Schäden verursachen. Wischen Sie diese Jalousien vorzugsweise trocken ab oder verwenden Sie ein nur leicht angefeuchtetes Tuch, das Sie gut ausgedrungen haben. Achten Sie vor allem darauf, dass kein Wasser in den Kasten an der Oberseite läuft, in dem sich Motor und Mechanik befinden. Bei Außenjalousien mit Ketten- oder Gurtbedienung sollten Sie ebenfalls darauf achten, dass die Führungen nicht mit Wasser in Berührung kommen, wenn das Gerät stark verschmutzt ist.
Fazit
Die beste Strategie für Jalousien ist eine regelmäßige Trockenreinigung mit einem Staubwedel oder einer Lamellenbürste. Wer einmal pro Woche die Lamellen abwischt, verhindert, dass sich Staub festsetzt. Eine Nassreinigung bleibt Sonderfällen vorbehalten: Außenjalousien profitieren ein- bis zweimal pro Jahr von einer Reinigung mit Wasser und mildem Reinigungsmittel. Bei Innenjalousien sollten Sie die Nassreinigung nur dann wählen, wenn die Jalousie problemlos abmontiert werden kann und das Material wasserfest ist. Entscheidend ist, dass Sie Ihr Material kennen: Holz und Aluminium, Kunststoff und lackierte Oberflächen verlangen jeweils nach eigener Behandlung.
</research_pack>
Jalousien reinigen: Warum trocken besser ist als nass
Einleitung
Für den Innenbereich ist fast immer die Trockenreinigung die bessere Wahl. Sie ist schneller, erhält die Oberflächen und vermeidet Wasserflecken. Nasse Reinigung brauchen vor allem Außenjalousien, die Regen, Abgasen und hartnäckigem Schmutz ausgesetzt sind. Mit der richtigen Technik bleiben trocken gereinigte Lamellen staubfrei, ohne dass Sie die Jalousie abmontieren oder jede Lamelle einzeln abdrehen müssen.
Die richtige Trockentechnik
Drehen Sie die Lamellen einmal komplett geschlossen, sodass eine durchgehende Fläche entsteht. Wischen Sie diese Seite von oben nach unten ab. Danach drehen Sie die Lamellen in die entgegengesetzte Richtung und wiederholen den Durchgang auf der anderen Seite. So erreichen Sie alle Flächen, ohne die Lamellen einzeln nachzustellen.
Noch komfortabler geht es mit einem Lamellenbürsten-Aufsatz. Diese Bürsten haben mehrere Reihen weicher Borsten, die Ober- und Unterseite der Lamellen gleichzeitig erreichen. Sie fahren einmal über die geschlossene Fläche, und die Zwischenräume sind in einem Zug gereinigt. Das spart Zeit bei mehreren Jalousien im Haushalt.
Materialgerechte Reinigung von Anfang an
Für die Trockenreinigung von Innenjalousien eignen sich am besten ein Staubwedel mit feinen Borsten oder ein Mikrofasertuch. Wichtig ist die Wischrichtung: Ziehen Sie immer von der Mitte nach außen, damit sich der Staub nicht in den Aufhängungen festsetzt. Auch ein weicher Staubsaugeraufsatz mit Bürste hilft, besonders an Scharnieren und Halterungen.
Trockene Pflege gegen häufigen Staub
Idealerweise entfernen Sie den Staub von den Lamellen, bevor er sich festsetzt. Wer einmal pro Woche mit einem Staubwedel oder einem Mikrofasertuch über die geschlossene Fläche fährt, verhindert, dass sich der Staub mit Feuchtigkeit oder Hautfetten verbindet und auf den Lamellen haften bleibt. Räume mit Teppich oder Haustieren haben mehr Staub, dort reicht eine wöchentliche Trockenreinigung oft nicht aus.
Warmluft von Heizkörpern direkt unter den Fenstern steigt nach oben und bläst Staub gezielt gegen die Jalousie. Dadurch setzen sich an der Jalousie schneller neue Partikel ab als an anderen Flächen im Raum. Die Lamellenseite zum Fenster verschmutzt außerdem durch Kondenswasser und zieht Staub an.
Die richtigen Hilfsmittel
Mit einem Staubwedel oder einem Mikrofasertuch, das Sie um die Lamellen legen, erreichen Sie beide Seiten in einem Zug. Besser sind spezielle Lamellenbürsten. Sie haben an der Unterseite mehrere Borstenstäbe, die in die Zwischenräume greifen. Jeder Borstenstab legt sich auf eine benachbarte Lamelle, sodass ein Zug über die gesamte Fläche Ober- und Unterseite aller Lamellen gleichzeitig reinigt. Diese Bürsten gibt es mit Teleskopstiel und Wischgelenk, damit auch hohe Fenster erreichbar sind.
Reinigen Sie von oben nach unten und von links nach rechts, damit der gelöste Staub auf dem bereits gereinigten Bereich landet. Ein leicht angefeuchtetes Mikrofasertuch bindet den Staub besser als ein trockenes Tuch. Dann müssen Sie aber darauf achten, dass keine Streifen zurückbleiben. Bei dunklen Alu-Lamellen wischen Sie einmal mit klarem Wasser nach.
Wann Trockenreinigung reicht
Im Alltag reicht eine Trockenreinigung alle ein bis zwei Wochen. Wenn sich trotzdem ein grauer Film bildet, sollten Sie zu einer gründlichen Nassreinigung übergehen. Das gilt auch, wenn fettige Ablagerungen aus der Küche oder Nikotin aus einem Raucherhaushalt die Lamellen verkleben.
Bei Außenjalousien reicht Trockenreinigung nicht mehr, sobald sich ein fester grauer Belag aus Abgasen und Feinstaub gebildet hat. Dann reinigen Sie mit Wasser, mildem Reinigungsmittel und einer weichen Bürste oder einem Schwamm und spülen die Jalousie danach mit klarem Wasser ab, damit keine Reinigungsmittelreste zurückbleiben. Für hartnäckige Verschmutzungen auf Außenjalousien gibt es spezielle Reinigungsmittel aus dem Fachhandel.
So oft sollte eine Jalousie gereinigt werden
Eine allgemeingültige Regel gibt es nicht. Als Anhaltspunkt gilt: Innenjalousien in normalen Wohnräumen sollten Sie alle ein bis zwei Monate trocken reinigen. In Küchen, über Heizungen oder in Haushalten mit Haustieren öfter, etwa alle zwei bis drei Wochen. Außenjalousien reinigen Sie zweimal im Jahr gründlich, im Frühjahr und im Herbst. So verhindern Sie, dass sich Schmutz festsetzt und später nur noch mit großem Aufwand entfernt werden kann.