Jalousien hängen direkt vor dem Fenster, dort, wo sich die Luft am stärksten bewegt. Warme Luft steigt an der Scheibe auf oder sinkt ab; diese Strömung trägt feinen Staub mit, der sich auf den Lamellen absetzt. Man nennt diese Luftbewegung durch Temperaturunterschiede Thermik. Konstante Raumtemperatur drosselt die Luftbewegung und damit den Nachschub an neuem Staub. Ganz sauber bleibt die Jalousie dadurch nicht, sie staubt nur langsamer zu. Mit der richtigen Technik putzen Sie alle Lamellen in wenigen Minuten, ohne eine abzunehmen.

Fangen Sie damit an, die Temperaturschwankungen abzufedern. Danach entfernen Sie den vorhandenen Staub und wischen in kurzen Abständen mit dem passenden Werkzeug nach. Die Grundreinigung, bei der Sie die Jalousie abhängen, bleibt so die seltene Ausnahme.

Warum Staub ausgerechnet an der Jalousie bleibt

Drei Faktoren machen Lamellen zu Staubfängern. Da ist zunächst die Lage: Im Winter sitzt die Jalousie an der kältesten Fläche des Raums, im Sommer an der wärmsten. Vor der kalten Scheibe kühlt die Raumluft ab und sinkt, vor der aufgeheizten Lamelle steigt sie auf. Diese Auf- und Abwinde nehmen Staubpartikel mit und geben sie an Hindernissen ab, und genau solche Hindernisse sind die Lamellen. Dazu kommt, dass sich Kunststoff- und Aluminiumoberflächen durch Reibung elektrostatisch aufladen. Die geladene Oberfläche zieht leichte Partikel an und hält sie fest. Schließlich bieten die waagerechten Lamellenflächen einen ruhigen Landeplatz, auf dem der Staub liegen bleibt, bis jemand wischt.

Daraus folgt: Solange der Raum aufheizt und wieder abkühlt, bleibt die Luft in Bewegung und transportiert Staub. Eine gleichmäßige Raumtemperatur beruhigt die Luft, und die Lamellen verschmutzen langsamer. Umgekehrt verstärkt jede zusätzliche Wärmequelle vor dem Fenster, ob Heizkörper oder pralle Sonne, die Strömung und damit die Staubablagerung.

Weniger Staub durch konstante Raumtemperatur

Eine konstante Raumtemperatur ersetzt keine Reinigung. Sie verlängert nur den Abstand zwischen den Wischrunden, weil weniger Staub antransportiert wird. Den größten Effekt erreichen Sie, wenn Sie die typischen Schwankungen im Tagesverlauf abfedern.

Stoßlüften statt Dauerkippstellung: Ein gekipptes Fenster erzeugt über Stunden einen stetigen Luftzug, der direkt an der Jalousie vorbeistreicht und Staub an den Lamellen ablagert. Beim Stoßlüften öffnen Sie das Fenster für einige Minuten ganz, tauschen die Luft aus und lassen die Strömung danach zur Ruhe kommen. Die Kippstellung ist für die Staubbilanz die schlechtere Wahl, auch wenn sie im Alltag bequemer wirkt.

Heizen Sie Räume mit Jalousien gleichmäßig, statt sie nachts stark auskühlen und morgens schnell aufheizen zu lassen. An heißen Tagen schließen Sie die Jalousie, bevor die Sonne die Lamellen aufheizt. Das schützt vor Hitze und verhindert zugleich, dass die Lamellen selbst zur Wärmequelle werden und eine eigene Aufwärtsströmung erzeugen. In Mietwohnungen mit alter Heizungssteuerung lässt sich die Temperatur nur begrenzt konstant halten. Der Effekt auf die Staubmenge ist dann spürbar, bleibt aber kleiner als der Effekt der regelmäßigen Reinigung.

Schnell entstauben, ohne die Lamellen abzunehmen

Das Grundprinzip der schnellen Reinigung: Drehen Sie alle Lamellen in die senkrechte Stellung, also in die Position, in der die Jalousie geöffnet ist. Arbeiten Sie von oben nach unten und verwenden Sie ein trockenes Tuch oder eine Bürste, die den Staub festhält, statt ihn aufzuwirbeln. Wer unten anfängt, wischt den herabfallenden Staub gleich doppelt. Arbeiten Sie die Jalousie abschnittsweise ab, erst die obersten Lamellen, dann die nächsten, damit Sie nicht mit dem Tuch über bereits geputzte Stellen streifen.

Die einfachste Methode ist das Mikrofasertuch. Legen Sie ein trockenes Tuch um eine Lamelle, sodass es Ober- und Unterseite gleichzeitig berührt, und ziehen Sie es in einem Zug vom Befestigungspunkt bis zum Lamellenende. Mikrofaser nimmt den Staub in die Fasern auf, statt ihn nur vor sich herzuschieben. Nach jeder Lamelle das Tuch ausschütteln oder ausklopfen. Wischen Sie trocken, solange nur loser Staub anliegt. Feuchtes Wischen ist erst bei fettigen oder klebrigen Ablagerungen nötig.

Wer viele Lamellen hat, arbeitet mit einer Jalousienbürste. Diese Bürsten haben mehrere weiche Finger aus Mikrofaser oder Lammwolle und umfassen zwei bis vier Lamellen gleichzeitig. Die Bürste fährt in einem Durchgang über die Lamellen und eignet sich für die wöchentliche Staubrunde. Führen Sie die Bürste langsam, damit der Staub in den Fasern hängen bleibt und nicht in den Raum zurückgeschleudert wird.

Für enge Stellen am Halter und an den Schmalseiten hilft ein Handschuh aus Mikrofaser oder ein sauberer Baumwollsocken über der Hand. Diese Methode ist langsamer als die Bürste, aber griffiger. Ziehen Sie den Handschuh über die Lamelle und wischen Sie in einer Bewegung über die gesamte Länge.

Bei einer länger nicht gereinigten Jalousie saugen Sie zuerst den losen Staub mit der Polsterdüse und niedriger Saugstufe ab, bevor Sie feucht wischen. Nasse Tücher verwandeln dicke Staubschichten in eine Schmierpaste, die sich nur schwer wieder entfernen lässt. Nach dem Absaugen genügt meist ein Durchgang mit dem trockenen Mikrofasertuch.

Fettige Ablagerungen, wie sie in der Küche auf den Lamellen entstehen, lösen Sie mit einem leicht feuchten Mikrofasertuch und einem Tropfen Spülmittel. Wischen Sie danach mit einem trockenen Tuch nach, damit keine Schlieren bleiben. Ein Spritzer Weichspüler im Wischwasser reduziert die elektrostatische Aufladung der Kunststofflamellen und damit das schnelle Wiederverstauben.

Jalousien materialgerecht reinigen

Aluminiumlamellen vertragen Wasser und mildes Spülmittel. Bei starker Verschmutzung nehmen Sie sie ab und reinigen sie in der Badewanne mit lauwarmem Wasser. Das ist die Grundreinigung für ein oder zwei Mal im Jahr, nicht der Alltag. Kunststofflamellen sind empfindlich gegen Hitze und aggressive Reiniger. Verwenden Sie nur lauwarmes Wasser und keine Lösungsmittel.

Holzlamellen und Lamellen in Holzoptik wischen Sie grundsätzlich trocken oder mit einem nur leicht angefeuchteten Tuch und reiben sofort trocken nach. Feuchtigkeit lässt das Holz aufquellen, und die raue Oberfläche bindet anschließend noch mehr Staub. Vertikale Stofflamellen saugen Sie mit der Polsterdüse ab und behandeln Flecken einzeln. Ob sich Stofflamellen abnehmen und waschen lassen, steht in der Herstelleranleitung. Viele Gewebe verziehen sich beim Waschen. Im Alltag reichen Absaugen und punktuelles Behandeln.