Jalousien mit Lamellen stehen in vielen Wohnungen direkt vor dem Fenster. Die Lamellen sind die schmalen, verstellbaren Streifen aus Aluminium, Kunststoff oder Holz. Sie lassen sich über den Zugmechanismus oder den Wendestab öffnen, schließen und in der Neigung verändern. Innen vor der Scheibe sammeln sie vor allem Staub; außen kommen Pollen, Ruß und Vogelkot dazu. Für die normale Staubschicht müssen Sie keine einzige Lamelle abnehmen.

Schnell entstauben Sie die Lamellen in zwei Schritten: Sie richten die Lamellen zu einer geschlossenen Fläche aus, fahren mit Staubwedel oder Staubsauger-Bürstenaufsatz darüber und reinigen dann die andere Seite. Bei Bedarf gleitet zusätzlich ein Lamellenreiniger an jeder einzelnen Lamelle entlang. Für Außenjalousien gelten eigene Regeln, weil dort Wasser und Seifenlösung nötig sind.

Zum Putzen gehört das Lüften. Beim feuchten Wischen bleibt Feuchtigkeit in der Raumluft zurück. Wenn Fenster dicht schließen, kondensiert diese Feuchtigkeit an kalten Wänden und Scheiben, und genau dort entsteht Schimmel. Darum lautet die Reihenfolge im Haushalt: erst die Lamellen säubern, danach die Fenster ganz öffnen und die feuchte Luft herauslassen.

Innenjalousien ohne Abbau entstauben

Für die trockene Reinigung reichen drei Hilfsmittel: ein Staubwedel oder ein Staubsauger mit weichem Bürstenaufsatz, ein Mikrofasertuch und ein Lamellenreiniger. Ein Lamellenreiniger besteht aus zwei gepolsterten Flächen, die eine Lamelle zwischen sich einschließen. Sie ziehen das Gerät von einem Ende zum anderen und erreichen dabei Vorder- und Rückseite gleichzeitig. Bei Holzlamellen bleiben Sie beim trockenen Wischen, denn ein feuchtes Tuch lässt das Holz aufquellen. Aluminium- und Kunststofflamellen vertragen auch ein leicht feuchtes Tuch.

So gehen Sie vor, wenn Sie die Lamellen nicht ausbauen wollen:

  1. Legen Sie ein Tuch auf die Fensterbank, damit der Staub nicht auf die Ablage rieselt. Schließen Sie dann die Jalousie: Drehen Sie die Lamellen so, dass sie eine durchgehende Fläche bilden. Jetzt erreichen Sie alle Lamellen in einem Durchgang, und der Staub fällt nicht zwischen die Spalten.
  2. Fahren Sie von oben nach unten über die gesamte Fläche. Ein Staubsauger sollte dabei auf niedriger Saugstufe laufen, ein Staubwedel bewegt sich in ruhigen, gleichmäßigen Bahnen. Vergessen Sie die Unterkanten und die Zugbänder nicht, denn dort setzt sich der feine Staub zuerst ab.
  3. Drehen Sie die Lamellen in die Gegenrichtung, sodass die Rückseite zu Ihnen zeigt, und wiederholen Sie den Durchgang. So erreichen Sie beide Seiten, ohne eine einzige Lamelle anzufassen.
  4. Für die einzelnen Lamellen nehmen Sie den Lamellenreiniger. Öffnen Sie die Jalousie so weit, dass Sie eine Lamelle zwischen die Polster stecken können, und ziehen Sie das Gerät bis zum anderen Ende durch. Arbeiten Sie sich von oben nach unten vor und schütteln Sie den aufgenommenen Staub nach jeder Lamelle aus dem Bezug.
  5. Feuchte Flecken behandeln Sie gezielt. Fingerabdrücke und fettige Rückstände entfernen Sie mit einem leicht feuchten Mikrofasertuch, nicht mit einem nassen. Arbeiten Sie nicht bei direkter Sonneneinstrahlung, sonst trocknen Wasserreste streifig auf den Lamellen.

Wenn die trockene Reinigung nicht mehr reicht, etwa nach Renovierungsarbeiten oder bei einem Fettfilm in der Küche, lohnt sich der Abbau. Nehmen Sie die Lamellen einzeln aus der Halterung und waschen Sie sie in warmem Wasser mit wenig Spülmittel. Merken Sie sich vorher die Reihenfolge oder fotografieren Sie den Aufbau, damit jede Lamelle anschließend wieder an ihrem Platz hängt.

Außenjalousien sicher reinigen

Außenjalousien tragen eine andere Schmutzschicht als Innenjalousien: Witterung, Pollen und Vogelkot setzen sich zwischen den Lamellen und in den Führungsschienen fest. Reinigen Sie sie im Frühjahr und im Herbst, also nach dem Winter und vor der nächsten Schlechtwetterlage. Entfernen Sie groben Schmutz mit einer milden Seifenlösung und einer weichen Bürste. Füllen Sie einen Eimer mit lauwarmem Wasser, geben Sie etwas mildes Spülmittel dazu und bearbeiten Sie die Lamellen von oben nach unten. Spülen Sie anschließend mit klarem Wasser nach, damit keine Seifenreste zurückbleiben.

Ob Sie von innen oder von außen an die Jalousie gelangen, hängt vom Fenster ab. Wenn die Fenster kippbar sind, erreichen Sie die Außenseite mit einem Stiel und einem aufgeklemmten weichen Bürstenaufsatz vom Raum aus. Andernfalls arbeiten Sie von außen über Leiter oder Tritt. Stellen Sie die Leiter nur auf festen, ebenen Untergrund und arbeiten Sie nicht bei windigem Wetter. Bei Fenstern im oberen Stockwerk oder bei großen, schweren Anlagen geben Sie die Reinigung an eine Fachfirma, statt sich über die Fensterbank zu beugen.

Richtig lüften gegen Feuchtigkeit

Die saubere Jalousie nützt wenig, wenn dahinter feuchte Raumluft steht. Kochen, Waschen und Baden setzen viel Wasserdampf frei. Wenn die Fenster dicht schließen, bleibt diese Feuchtigkeit zusammen mit allen anderen Stoffen in der Innenraumluft und schlägt sich an kalten Wänden und Scheiben nieder. Richtig lüften heißt: Fenster ganz öffnen, nicht kippen, und das mehrmals am Tag wiederholen. Bei einem gekippten Fenster strömt nur wenig Luft durch, die feuchte Luft bleibt im Raum.

Warme Luft nimmt mehr Feuchtigkeit auf als kalte. Darum gehört das Heizen zum Lüften: Nach dem Stoßlüften erwärmen Sie den Raum wieder, dadurch sinkt die relative Luftfeuchtigkeit und an den Wänden bildet sich weniger Kondenswasser. Öffnen Sie die Fenster besonders nach dem Duschen, Baden, Kochen und nach jeder feuchten Reinigung, auch nach dem Abwischen der Lamellen. Beschlagene Scheiben am Morgen sind das Zeichen, dass die Raumluft zu viel Feuchtigkeit enthält. Dann hilft kräftiges Stoßlüften.

Wann sich eine Fachfirma lohnt

Eine professionelle Reinigung lohnt sich bei Außenjalousien, die stark verschmutzt, schwer zugänglich oder in oberen Etagen montiert sind. Das gilt auch, wenn Sie keinen sicheren Zugang haben oder die Anlage so groß ist, dass Sie sie nicht allein bewegen können. Firmen arbeiten mit Leitern, Arbeitsbühnen und passendem Reinigungsgerät und übernehmen auch die Wartung der Mechanik. Innenjalousien gehören dagegen nicht in die Fachfirma: Mit der trockenen Grundreinigung und gelegentlichem feuchten Abwischen behalten Sie sie selbst im Griff.

Kernaussagen

Die wichtigsten Regeln für die nächste Reinigung:

  • Innenlamellen entstauben Sie ohne Abbau, indem Sie die Jalousie zuerst in die eine, dann in die andere Richtung schließen und jede Seite von oben nach unten abfahren.
  • Ein Lamellenreiniger mit zwei Polstern fasst jede einzelne Lamelle und reinigt beide Seiten in einem Zug.
  • Außenjalousien gehören im Frühjahr und Herbst gereinigt, mit Wasser, milder Seifenlösung und weicher Bürste.
  • Bei schwer erreichbaren Außenjalousien und in größeren Höhen beauftragen Sie eine Fachfirma.
  • Nach dem feuchten Reinigen und nach Tätigkeiten mit viel Wasserdampf öffnen Sie die Fenster ganz; das verhindert Kondenswasser und Schimmel an kalten Wänden.

Fazit

Jalousien lassen sich ohne große Demontage reinigen: Innenlamellen fahren Sie bei geschlossener Fläche in Gegenrichtung ab und bearbeiten einzelne Stellen mit dem Lamellenreiniger. Außenjalousien reinigen Sie im Frühjahr und Herbst mit Wasser, milder Seifenlösung und weicher Bürste; in schwierigen Fällen übernimmt das eine Fachfirma.

Beim Putzen richtig lüften: Nach der Feuchtreinigung, nach dem Duschen, Waschen und Kochen die Fenster ganz öffnen. So bleibt die Raumluft trocken, Kondenswasser an den Scheiben entsteht nicht und an kalten Wänden bildet sich kein Schimmel.

FAQ

Wie oft sollte ich Innenjalousien entstauben?

Es gibt keine feste Frist. Nehmen Sie die Lamellen bei jedem Staubwischen mit; in staubbelasteten Räumen oder bei geöffneten Fenstern reicht oft schon kurze Zeit, bis sich ein grauer Belag zeigt. Sobald Sie Staub an den Unterkanten oder auf der Fensterbank sehen, ist es Zeit für den nächsten Durchgang.

Muss ich die Lamellen für eine Grundreinigung abnehmen?

Nur bei hartnäckigen Rückständen wie Fettfilmen oder Verschmutzungen nach Renovierungsarbeiten. Für den normalen Staub reichen die geschlossene Lamellenfläche, der Staubsaugeraufsatz und der Lamellenreiniger. Wenn Sie Lamellen doch abnehmen, bewahren Sie die Reihenfolge auf oder fotografieren Sie den Aufbau, damit jede Lamelle wieder an ihren Platz kommt.

Wie komme ich bei kippbaren Fenstern an die Außenjalousie?

Bei gekipptem Fenster verwenden Sie einen Stiel mit weichem Bürstenaufsatz und arbeiten vom Raum aus an der Außenseite der Lamellen entlang. Liegt die Jalousie zu weit entfernt, müssen Sie von außen arbeiten, am sichersten mit einer stabilen Leiter auf ebenem Grund. In oberen Etagen oder bei stark verschmutzten Anlagen beauftragen Sie eine Reinigungsfirma.

Warum hilft Stoßlüften besser als ein gekipptes Fenster?

Ein gekipptes Fenster lässt nur wenig Luft strömen, die feuchte und verbrauchte Luft bleibt größtenteils im Raum. Beim Stoßlüften öffnen Sie das Fenster ganz, sodass die Innenluft gegen die Außenluft ausgetauscht wird. Drehen Sie währenddessen die Heizung herunter, damit nicht unnötig Wärme entweicht.

Was mache ich gegen beschlagene Fenster?

Beschlagene Scheiben zeigen, dass die Raumluft mehr Feuchtigkeit enthält, als sie bei der herrschenden Temperatur halten kann. Lüften Sie kräftig, am besten mehrmals am Tag, und achten Sie auf die Feuchtigkeitsquellen im Haushalt: Kochen, Duschen und das Trocknen von Wäsche im Raum setzen viel Wasserdampf frei. Stoßlüften Sie direkt nach diesen Tätigkeiten.